Atom-Unfall in Slowenien

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Wie lustig: Kaum ist von der heutigen nuklearen Energiegewinnung die Rede, dauert es keine 5 Minuten bis die Kernverschmelzung in den Raum geworfen wird :lachweg:

Ja, Rupert, ich habe es absichtlich in den Raum geworfen.
Mit der aktuellen nuklearen Energiegewinnung hat Kernfusion wenig Gemeinsamkeiten.
Und ja, es steht nach wie vor in den Sternen, ob das "Sonnenfeuer" auf der Erde überhaupt durchführbar ist. ITER wird es zeigen.

Und ja, ich rechne fest mit einer Energiekrise so ab Mitte diesen Jahrhunderts.
Der Strom- und Ölbedarf steigt noch immer immens an. Das Internet verursacht jetzt schon mehr CO2 als die gesamte Luftfahrt zusammen.
Man stelle sich nur mal vor, wenn die Chinesen und Inder unseren europäischen Pro-Kopf-Energiebedarf erreichen.
Da reden wir hier in Europa vom Energiesparen und Klima retten. Ist doch lächerlich. Jedliche Einsparungen machen die Chinesen mehr als wett.
 
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Rupert

Friends call me Loretta
Ja, Rupert, ich habe es absichtlich in den Raum geworfen.
Mit der aktuellen nuklearen Energiegewinnung hat Kernfusion wenig Gemeinsamkeiten.
(...)

Den Unterschied zwischen Kernfission und -fusion kriege ich schon noch hin, Markus ;)
Ich amüsiere mich bloß ein bisschen darüber, daß seit Jahrzehnten immer wieder dieses Schlagwort fällt, mit dem Hinweis, man müsse halt nur noch weiter forschen :)
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Ich amüsiere mich bloß ein bisschen darüber, daß seit Jahrzehnten immer wieder dieses Schlagwort fällt, mit dem Hinweis, man müsse halt nur noch weiter forschen :)

Ist halt so. Manche Dinge schafft der Mensch halt nicht auf Anhieb. Und manches eben nie. Die Kernfusion mittels ausreichend hohem Druck z.B., das weiß man mittlerweile, ist was die Menschheit technisch nicht umsetzen kann.
Kernfusion mittels Temperatur könnte funktionieren.
Zum Thema Forschen: Von Leonardo da Vincis Forschungen zum Thema Fliegen bis zum ersten Motorflug der Brüder Wright sind ziemlich genau fünf Jahrhunderte vergangen.

Aber gut möglich, dass wir 2080 noch immer mit Kohle und Uran Strom erzeugen. :suspekt:
 

Rupert

Friends call me Loretta
Ist halt so. Manche Dinge schafft der Mensch halt nicht auf Anhieb. Und manches eben nie. Die Kernfusion mittels ausreichend hohem Druck z.B., das weiß man mittlerweile, ist was die Menschheit technisch nicht umsetzen kann.
Kernfusion mittels Temperatur könnte funktionieren.
Zum Thema Forschen: Von Leonardo da Vincis Forschungen zum Thema Fliegen bis zum ersten Motorflug der Brüder Wright sind ziemlich genau fünf Jahrhunderte vergangen.

Aber gut möglich, dass wir 2080 noch immer mit Kohle und Uran Strom erzeugen. :suspekt:

Harter Vergleich mit Leonardo und den Gebrüdern Wright.

Außerdem bedeutet ja hoher Druck bzw. hohe Temperatur in beiden Fällen dasselbe: hohe kinetische Energie, damit die Atomkerne die Abstoßungskraft überwinden können und gewissermaßen "zusammenpappen".
Hauen wir halt weiter Abermilliarden raus in den nächsten 30 Jahren um unser Gewissen zu beruhigen und um sagen zu können "Hey, wir investieren soviel in die Kernfusion, da bleibt nicht mehr soviel übrig um auch abseits der "magic technology" zu forschen". Immer besser auf die Taube auf dem Dach schielen, die paar Spatzen in der Hand bringen es nicht ;)
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Zum Thema Forschen: Von Leonardo da Vincis Forschungen zum Thema Fliegen bis zum ersten Motorflug der Brüder Wright sind ziemlich genau fünf Jahrhunderte vergangen.

Aber gut möglich, dass wir 2080 noch immer mit Kohle und Uran Strom erzeugen. :suspekt:

Bleibt uns wohl nix anderes übrig, wenn die Kernfusionierer noch 500 Jahre brauchen. :idee:
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Ja, immer weiter so. Vielleicht schaffen wir es noch, dass wir das Sonnenfeuer entzünden oder genügend Solaranlagen aufgestellt haben, bevor der letzte Brikett Kohle in den Ofen wandert.


1 oder 2 PS-gezogene Wagen und Pferdeäpfeln auf der Straße und mit dem Drahtesel zum Semmeln holen fahren, hat doch auch was.
Zumindest im Urlaub. :)
Juist
Hiddensee
 
Zuletzt bearbeitet:

Princewind

Rassist und Lagerinsasse
Alternative Energien schön und gut, aber dann bitte alternative Energie die nicht die Natur beeinträchtigen bzw diese zerstören. Ich sage nur "Windpark Wattenmeer" und andere Offshore Parks, oder die grandisoen Ideen von Gezeitenkraftwerken oder Meeresströmungskraftwerken.

Hier ist vielfach das Problem das man Umweltschutz (Umwelt, also für den Menschen gut) voranstellt und dabei den Naturschutz (also alle anderen Lebewesen) völlig aus dem Auge verliert.
 

pauli09

2. Ewige Tabelle "1gg1"
wenn wir nicht freiwillig unseren energiekonsum reduzieren, werden wir schneller wie im mittelalter bei kerzenschein sitzen, als uns lieb ist.
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
Hier ist vielfach das Problem das man Umweltschutz (Umwelt, also für den Menschen gut) voranstellt und dabei den Naturschutz (also alle anderen Lebewesen) völlig aus dem Auge verliert.
wenn wir nicht freiwillig unseren energiekonsum reduzieren, werden wir schneller wie im mittelalter bei kerzenschein sitzen, als uns lieb ist.

Yepp. Auf Dauer wird man sich wohl von vielen liebgewohnen Gewohnheiten verabschieden müssen, wenn man die Lebensgrundlagen nicht vollends zerstören möchte.
Aber schaffen wir den Umdenkprozeß?
Verzicht und die Änderung der Lebensgewohnheiten sind sehr schwere Entscheidungen. Es gibt sicher viele Sachen, wo der einzelne sagt, das will ich nicht, da mache ich nicht mit. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Und ein globaler Umdenkprozeß ist sicher noch schwerer.

Ich persönlich glaube ich daran. Man wird es nicht schaffen. Man wird immer erst reagieren, wenn es nichts mehr geht.

Ich bin sicher kein Pessimist. Es könnte aber gut sein, dass wir innerhalb der nächsten 50 Jahre den Höhepunkt des Wohlstandes reichen bzw. den vorrübergehenden Höhepunkt erreichen bis die Menschheit die Balance im Zusammenleben mit der Natur wiedergefunden hat.

Die totale Überfischung der Meere zeichnet sich schon deutlich ab.
Na dann, Petri Heil. :(
 

pauli09

2. Ewige Tabelle "1gg1"
ich denke da insbesondere an den verzicht auf solche "hilfreichen" haushaltsgeräte, die einst als küchenhilfen angepriesen wurden, damit die arme hausfrau mehr zeit für sich hat.

einige beispiele:
citruspressen - die handbetriebenen sind schöner und schneller
mixstäbe/rührgeräte - ein schneebesen tuts auch
küchenmaschinen - steht bei uns seit jahren unbenutzt im schrank
kaffeemaschinen - die zum durchdrücken geht auch ganz gut
milchschäumer - handbetriebene sind besser
espressomaschine - davon trenn ich mich als letztes :rotwerd:
zahnputzmaschinen - wem nützen die?

fallen euch noch mehr "nützliche" geräte ein, auf die man locker verzichten kann?
 

HoratioTroche

Zuwanderer
citruspressen - die handbetriebenen sind schöner und schneller
jo, z.B. die hier:
mixstäbe/rührgeräte - ein schneebesen tuts auch
Also bei Pfannkuchen- (für die Berliner: Eierkuchen-)teig gebe ich dir ja recht, aber bei Schlagsahne (ok, brauch ich nicht) Eischnee oder Bananenmilch sind die Dinger doch ganz hilfreich. Was hab ich denn sonst elektrisches in der Küche? Einen Wasserkocher, das war es (von Kühlschrank und Herd abgesehen) glaube ich. Der Toaster hat letztes Jahr Funken gespuckt, da flog erst die Sicherung raus, dann der Toaster. :zahnluec:

Ich stelle mal noch Klimageräte und Sitzheizungen in den Raum.
 

Markus

Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.
mixstäbe/rührgeräte - ein schneebesen tuts auch

Für meine Stuttgarter Wohnung hatte ich 1 Jahr lang kein Rührgerät zum Sahne schlagen. Ehrlich gesagt, das mit einem Schneebesen mit Hand zu machen, vor allem bei größeren Mengen, ist übel. Die Hausfrauen und Küchenhilfen, die vor 100 Jahren Schwarzwälderkirschtorten backen mussten, beneide ich nicht.
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Wir benutzen auch keine Kaffeemaschine, höchstens wenn mal viel Besuch da ist. Aber warmmachen muss man den Kaffee schon...

Auch auf die anderen Geräte verzichten wir weitgehend, bis auf:

citruspressen - die handbetriebenen sind schöner und schneller

Das ist nun doch ein Mythos. Wenn man, wie wir in letzter Zeit, fast jeden Tag ein bis drei Kilo Orangen zu Saft verarbeitet, weiß man die Schnelligkeit so einer Maschine schon zu schätzen.

Grundsätzlich wird sich aber wohl am Energiekonsum nur wirklich etwas ändern, wenn die Energiepreise noch mehr ansteigen, und gleichzeitig eine noch umfassendere Energieberatung betrieben wird.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Wenn man, wie wir in letzter Zeit, fast jeden Tag ein bis drei Kilo Orangen zu Saft verarbeitet, weiß man die Schnelligkeit so einer Maschine schon zu schätzen.
Das macht ja auch kein Mensch, wozu gibt es Orangensaft in Tüten? ;)
Schon klar, dass das ab einer regelmäßigen Stückzahl lästig wird. Ich habe irgendwo noch so ein Ding rumstehen, wird aber nicht benutzt. Wie gesagt, gibt's in Tüten.
Grundsätzlich wird sich aber wohl am Energiekonsum nur wirklich etwas ändern, wenn die Energiepreise noch mehr ansteigen, und gleichzeitig eine noch umfassendere Energieberatung betrieben wird.
Oder wenn man (wieder) direkter bezahlen müsste. So wie für den Sprit. Quasi so ähnlich wie mit Münzeinwurf am Gerät.
 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Wie gesagt, gibt's in Tüten.
...bei deren Produktion natürlich keine Energie verbraucht wird. ;)

Oder wenn man (wieder) direkter bezahlen müsste. So wie für den Sprit. Quasi so ähnlich wie mit Münzeinwurf am Gerät.
Jou, das gibt's ja in England noch häufig, solche Strom-Münzeinwurfgeräte. Zumindest eine direktere Verbrauchsanzeige müsste aber auch in modernerer Form möglich sein - wobei die Stromkonzerne daran natürlich wenig Interesse haben.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
...bei deren Produktion natürlich keine Energie verbraucht wird. ;)
Natürlich wird die. Aber ich denke, es ist immer noch besser, als die Dinger im Originalzustand nach D zu karren, damit ich sie hier auspresse.

Womit wir beim Thema lokaler und regionaler Erzeugnisse wären. Ich bevorzuge sowieso den Apfelsaft aus heimischer (also wenigstens BaWü) Produktion, den gibt es bei mir gegenüber im 5l-Schlauch. Ebenso kommt mir zu Hause kein Seefisch auf den Tisch, denn kann ich essen wenn ich am Meer bin. Letztes Jahr war ich am Bodensee (!) in einem Restaurant, da gab es doch tatsächlich Rotbarsch...
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Das ist nun doch ein Mythos. Wenn man, wie wir in letzter Zeit, fast jeden Tag ein bis drei Kilo Orangen zu Saft verarbeitet, weiß man die Schnelligkeit so einer Maschine schon zu schätzen.

hauptsache du nimmst nur ungespritzte, sonst adios amigo! :D
 

Rupert

Friends call me Loretta
Wusste ich's doch, dass ich mich hier mal recht lästernd bezüglich des Standes zur Kernfusion ausgelassen habe.
Es war zu lästernd, es wird zwar voraussichtlich vor 2050 gar nix werden mit einem wirtschaftlich nutzbaren Fusionskraftwerk, hört man einer der Koryphäen der Fusionsforschung zu, aber die Mädls und Jungs sind dann doch schon recht weit gekommen was das "Entzünden" und die Kontrolle des heissen Plasmas betrifft.

Hierzu für Interessierte ein zweiteiliger Vortrag von Prof. Hartmut Zohm, Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, der sich mit den Grundlagen der Kernfusion und dem heutigen Stand der Dinge hier beschäftigt:

 

huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Interessant... Bin zwar kein Naturwissenschaftler, aber familiär vorbelastet, denn mein Vater nahm (als gelernter Elektroingenieur) Anfang der 60er nahe Rom einen Job bei der Euratom an (die später in der EG aufging). Und in seiner Abteilung ging es um Kernfusion - genauso wie bei seinen späterern Jobs am CENG in Grenoble und am Kernforschungszentrum in Karlsruhe.

So habe ich mitbekommen, wie begeistert man schon vor mehr als 50 Jahren über diese neue Technik war, und wie sehr man hoffte, dass der Durchbruch bald kommen würde. Im Laufe der Jahre trat allerdings immer mehr Ernüchterung ein, und bis zu seinem Tod 1998 durfte mein Vater leider keine wesentlichen Fortschritte erleben. Da scheint die heutige Sitaution schon etwas konkreter zu sein. Aber wie lange es bis zu einem funktionsfähigen Reaktor noch dauern wird, steht wohl immer noch in den Sternen.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Jo, selbst in dieser "EU-Roadmap zum Fusionskraftwerk", die er da zeigte, steht "Electricity Production" so bei 2055 und das wäre auch "nur" der erste Prototyp eines Kraftwerks, das auch wirklich Elektrizität aus Fusionswärme erzeugt; also wo man nicht mehr Energie in die in Plasmaaufheizung, die Plasmakontrolle und die Aufrechterhaltung des Fusionsprozesses reinsteckt als Wärme durch die Fusionsreaktion erzeugt wird und somit auch in der Lage ist Strom ins Netz einzuspeisen.
So wirklich wirtschaftlich und in höherer Stückzahl werden Fusionskraftwerke, gesetzt des Falls, die kriegen das Ganze bis 2055 zum Laufen und alles drumrum in den Griff, wohl kaum vor dem Ende des 21. Jhds.

Was für mich besonders interessant und neu war, ist, dass das Hauptproblem für die Forscher ist, eine genügend lange "Brenndauer" des Plasmas von ein paar wenigen Sekunden hinzubekommen, was die Voraussetzung ist, dass sich der Fusionsprozess entzündet und sich dann aufrechterhält. Das Problem die notwendige, extrem hohe Temperatur von 100 - 200 Millionen Grad zu erreichen, ist nach den Worten des Plasmaphysikers gelöst und das bekommen sie schon hin.

Schön ist auch der Hinweis am Anfang auf den Riesenfusionsreaktor bei uns am Himmel, der prächtig funktioniert, unglaubliche Mengen an Energie raushaut und auch noch ein paar Milliarden Jahre "arbeiten" wird und zwar deswegen, weil es so herrlich unwahrscheinlich ist, dass, selbst im Inneren der Sonne, Kerne miteinander verschmelzen, die Sonne dafür aber eine so extrem hohe Anzahl an Wasserstoffkernen beinhaltet, dass es doch wiederum hinhaut.
 
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huelin

Quite clear, no doubt, somehow
Was für mich besonders interessant und neu war, ist, dass das Hauptproblem für die Forscher ist, eine genügend lange "Brenndauer" des Plasmas von ein paar wenigen Sekunden hinzubekommen, was die Voraussetzung ist, dass sich der Fusionsprozess entzündet und sich dann aufrechterhält. Das Problem die notwendige, extrem hohe Temperatur von 100 - 200 Millionen Grad zu erreichen, ist nach den Worten des Plasmaphysikers gelöst und das bekommen sie schon hin.
Genau das pflegte mein Vater immer als den wesentlichen Knackpunkt zu schildern. Nicht zu vergessen: es muss auch ein bestimmter, sehr hoher Druck herrschen. Insofern war's für mich weniger neu. :)
 

Rupert

Friends call me Loretta
Der notwendige Druck im Plasma ist mittlerweile nicht höher als der normale Umgebungsdruck, was daran liegt, dass die Dichte des Plasmas um ca. eine Million mal unter der normalen Umgebungsluftdichte liegt, die wir hier so haben.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Jupp; es gibt ja auch Kernfusion unter extremen Druck.
Nimmste beispielsweise die Sonne, da herrscht ein Druck von etlichen Milliarden bar im Kern (1 bar ist unser Luftdruck) aber das ist eben auch eine ganz andere Fusionsreaktion, die sich da abspielt.
 
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