Artikel: Generation Luzifer Kaiserslautern 1998 lehnt Preis der Fußballakademie ab

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
Ultras aus Kaiserlautern lehnen den mit 3000 Euro dotierten Preis für die Choreo des Jahres der deutschen Fußballakademie ab.
Die deutsche Akademie für Fußballkultur existiert seit 2004 und wird von der Stadt Nürnberg, dem Kicker Sportmagazin und der EasyCredit/TeamBank getragen. Letztgenanntes Geldinstitut ist auch Hauptsponsor der Akademie. Die Akademie richtet verscheidene Veranstaltungen mit hochkarätiger Besetzung (von Bundesjogi Löw bis Prof. Klaus Theweleit), Austellungen, Tagungen, Lesungen uns so weiter alles rund um den Fußball aus. Also eigentlich eine gute Sache.

Ein weiteres Highlight der Stiftung sind jährlich vergebene Kulturpreise in den Kategorien "Fußballbuch des Jahres", "Fußballbildungspreis", "Fußballspruch des Jahres", Walther-Bensemann-Preis und die Fan-Choreografie des Jahres.

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Als beste Fanchoreografier des Jahres wurde 2011 die Fritz Walter Choreo der Generation Luzifer Kaiserslautern 1998 ausgezeichnet. Der Preis ist mit immerhin 3.000 Euro dotiert. Der Gewinner kann bestimmen, an welche gemeinnützigen Organisation(en) das Geld gehen soll.

Die Generation Luzifer Kaiserslautern 1998 lehnte den Preis jedoch ab. Und das aus gutem Grund. In einem offenen Brief erklärten sie, dass es zwar grundsätzlich gut ist, dass die positiven Seiten des Fandaseins gewürdigt werden, statt dauernd nur auf Radale u. ä. hinzuweisen, und so das Bild der Fußballfans in der Öffentlichkeit gerade zu rücken, aber dass sie Preis dennoch nicht annähmen.

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Grund für Preisablehnung ist die Situation in Nürnberg. Anders als in Kaiserlautern, wo das Stadion den Namen des Fußballhelden Fritz Walter trägt, heißt das Stadion in Nürnberg nicht etwa Max-Morlok-Stadion, ein weitere Held der WM-Mannschaft von 1954, sondern hat einen Sponsornamen. Seit Jahren setzen sich Nürnbergfans dafür ein, das Stadion nach Max Morlok zu benennen. Aber dies verhindert der Sponsor. Und dieser Sponsor heißt easyCredit/Teambank, der gleichzeitig Hauptsponsor der Fußballakademie ist. Daher lehnen die Ultras aus Kaiserslautern den Preis konsequenterweise ab.

In einem offenen Brief äußert sich die Generation Luzifer Kaiserslautern 1998 ausführlich dazu:

Stellungnahme zum Preis der Deutschen Akademie für Fussballkultur

Zitat aus dem offenen Brief: Es bleibt also festzuhalten, dass sich unsere Kritik ausschließlich gegen die Praktiken der Teambank AG richtet. Wir bedauern, dass die Deutsche Akademie für Fussballkultur in dieser Sache einer der Leidtragenden ist, denn leider werden die durchaus anerkennenswerten Ziele der Fussballakademie durch das Sponsoring von easyCredit/TeamBank ad absurdum geführt.

Die Generation Lucifer wird eine Spendensammlung für “alt – arm – allein” Kaiserslautern e.V., die Fritz Walter Stiftung und die Indienhilfe Kaiserslautern e.V. durchführen.

Spendenaufruf zum Spiel gegen den SC Freiburg
 

kleinehexe

SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16
Find ich prima, dass sich die Lautrer mit den Glubb-Fans solidarisch erklären. Die Umbennung der Isi-Greddid-Arena in Max-Morlock-Stadion würde ich persönlich auch bevorzugen.
 
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