Arbeitsrechte im Fussball

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Wie sehen im Fußball eigentlich arbeitsrechtliche Regelungen aus? Ein Spieler ist Arbeitnehmer. Nach, zumindest deutscher Arbeitsrechtslage, hätte dieser vielfältige Rechte. Das fängt von Urlaubsregelungen an, Weiterbildungsurlaub bis zu Kündigungsfristen. Gerade letzteres interessiert mich. Ist es möglich, das ein Fussballer eine gesetzliche Kündigungsfrist in Anspruch nimmt? Oder eine Kündigung während der "Probezeit". Gibt es soetwas im Profifussball? Wenn nein, weshalb eigentlich nicht?

Fragen über Fragen.
 
Ich denke mal solche Punkte werden im Arbeitsvertrag gesondert geregelt. In dem der Arbeitnehmer (=Fussballer) den Vertrag unterschreibt erkennt er sämtliche Inhalte ja auch an.


Ist aber nur eine Theorie von mir...;)
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Kann ich mir nicht vorstellen, das würde ja der Sittenwidrigkeit Tür und Tor öffnen, zudem gibt es ja Gesetze, wo drin steht, was Vertragsinhalte sind.
 
Na ja ein Profisportler (egal ob im Fußball oder in einer anderen Sportart) ist ja kein Artbeitnehmer im "normalen" Sinne.
 
Weshalb ist er das nicht?

Stell Dir mal vor, Luca Toni würde vor den entscheidenen Spiel der Saion zu Uli Honeß spazieren und ihm einen Urlaubsantrag unter die Naße halten? Immerhin hat er ja Anspruch auf seine 28 Tage Urlaub!! :suspekt:

@ faceman

Wenn der Spieler ein Kündigungsrecht hätte, dann müsste auch der Verein jeden Spieler den er bis 2015 verpflichtet hat und nicht mehr haben will einfach so auf die Strasse setzten können.
Einfach mal so von der Logik her - denn warum sollte man von Verträge abschliessen, wenn die eh gekündigt werden können?
Beispiel: Podolski sitzt bei Bayern eh nur auf der Bank, also kündigt er einfach seinen Vertrag und wechselt nach Schalke, warum sollte man sich da noch Gedanken um eine Ablösesumme machen :suspekt:

Wie gesagt ich weiss es auch nicht, aber was anderes macht für mich keinen Sinn.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
@Simtek

Mir geht es aber nicht um Vorstellungen oder Eventualitäten, sondern um geltendes Recht für einen Arbeitnehmer in Deutschland.
 

Princewind

Rassist und Lagerinsasse
Grundsätzlich ist jeder Profifussballer ein Arbeitnehmer, mit allen Rechten und Pflichten, obs nun gefällt oder nicht. Wenn er kündigt, wird er dieKündigung in meinen Augen auch vor jedem Arbeitsgericht durchbekommen. Man sieht es ja auch daran, daß alle Abgaben die ein "echter" Arbeitnehmer zahlen muss , auch für Profifussballer zu zahlen sind, gleichzeitig haben diese Anspruch auf Arbeitslosengeld etc. während der verein Gehaltszahlungne durch Arbeitsunfälle von der Berufsgenossenschaft erstattet bekommt (jedoch für alles die gültigen Höchstgrenzen beachten). Ebenso führt der Verein Lohnsteuer ab. Auch sind die Fussballer Weisungsgebunden. Das mit den Urlaub sehe ich nicht problematisch, auch in anderen Unternehmen gibt es Zeiten, in denen eine Urlaubssperre herrscht, wenn es betrieblich bedingt ist.

Das passt nun alles nicht zusammen? Richtig, einige Urteile sind ja schon ergangen, die Profifussballer mit anderen Arbeitnehmer gleichstellen (Bosman z.B.).

Irgendwie ist das ganze dann doch ein Mischmasch und gehe mal davon aus, da wird demnächst (so in den nächsten 10 Jahren) sich was ändern und für einige Vereine wird ne ziemlich grpße Blase platzen.
 

faceman

Europapokal-Tippspielsieger 2015
Wenn er kündigt, wird er dieKündigung in meinen Augen auch vor jedem Arbeitsgericht durchbekommen.

Dann hätte also vanderVaart einfach gekündigt, mit der entsprechenden Kündigungsfrist und wäre nach Italien gewechselt? Ich meine, diese Folge entspräche ja einem Kündigunsgrecht (natürlich mit der entsprechenden Kündigungsfrist).
 

Princewind

Rassist und Lagerinsasse
Dann hätte also vanderVaart einfach gekündigt, mit der entsprechenden Kündigungsfrist und wäre nach Italien gewechselt? Ich meine, diese Folge entspräche ja einem Kündigunsgrecht (natürlich mit der entsprechenden Kündigungsfrist).

Aus meiner Sicht ja, allerdings erst nach einem Rechtsstreit der dann evtl. sogar bis vor die höchste Instanz gegangen wäre. Und evtl. anschließend mit einer Klage gegen eine der wenigen Instanzen , die meint ausserhalb von Recht und Gesetz zu stehen, die Fifa;) (um seine Sperre, die dann wohl verhängt worden wäre, aufheben zu lassen)

Wie gesagt, mein Empfinden (was nicht richtig sein muss)

Und wenn Fussballer keine Angestellten sind, was sind sie dann? Freie Mitarbeiter? Selbständige Unternehmer? Da würden sich wieder andere Probleme aufwerfen.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Dann hätte also vanderVaart einfach gekündigt, mit der entsprechenden Kündigungsfrist und wäre nach Italien gewechselt? Ich meine, diese Folge entspräche ja einem Kündigunsgrecht (natürlich mit der entsprechenden Kündigungsfrist).
Zumindest bei langfristigen Verträgen gibt es ja diese ominöse Fifa-Klausel, nach der Verträge gekündigt werden können.
Einem Wechsel steht dann grundsätzlich nichts im Wege, ausser vielleicht, dass ein Spieler Startrecht haben muss um spielen zu dürfen. Aber das ist ja kein arbeitsrechtliches Problem, Ostblock-Kicker beispielsweise waren ja nachdem sie sich abgesetzt hatten auch gesperrt und und trotzdem bei einem Verein angestellt, ebenso betrifft das ja z.B. das CL-Startrecht, wenn Spieler in der Winterpause wechseln und schon für einen anderen Verein CL gespielt haben.
Wäre schon mal interessant zu wissen, was warum und wieso so ist wie es ist. Vielleicht hat nur einfach noch niemand geklagt, ausser Bosman, werden ja schliesslich ganz gut bezahlt.
 

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Wenn man tatsächlich davon ausgehen würde, dass Fussballprofis ganz normale Arbeitnehmer sind, dann findet der § 620 Abs. 3 BGB i.V.m. § 15 Abs. 3 TzBfg Anwendung.

Demnach gilt bei befristeten Verträgen das Teilzeit- und Befristungsgesetz anwendung (620/3), aus welchem die Bestimmung zu entnehmen ist, dass dass befristete Verhältnis nur dann der ordentlichen Kündigung unterliegt, wenn dies tariflich oder einzelvertraglich geregelt ist (15/3).

Ergo: Meistens beiderseitig keine Kündigungsmöglichkeit während der Laufzeit des Vertrages.
 
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