50 + 1 Regelung - Ein Unsinn?

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
§16c Abs. 2 der Satzung des DFB: Link

Eine Kapitalgesellschaft kann nur eine Lizenz für die Lizenzligen und damit die Mitgliedschaft im Ligaverband erwerben, wenn ein Verein mehrheitlich an ihr beteiligt ist, der über eine eigene Fußballabteilung verfügt und der im Zeitpunkt, in dem sie sich erstmals für eine Lizenz bewirbt, sportlich für die Teilnahme an einer Lizenzliga qualifiziert ist.

Der Verein („Mutterverein“) ist an der Gesellschaft mehrheitlich beteiligt („Tochtergesellschaft“), wenn er über 50 % der Stimmenanteile zuzüglich mindestens eines weiteren Stimmenanteils in der Versammlung der Anteilseigner verfügt. Bei der Kommanditgesellschaft auf Aktien muss der Mutterverein oder eine von ihm zu 100 % beherrschte Tochter die Stellung des Komplementärs haben. In diesem Fall genügt ein Stimmenanteil des Muttervereins von weniger als 50 %, wenn auf andere Weise sichergestellt ist, dass er eine vergleichbare Stellung hat, wie ein an der Tochtergesellschaft mehrheitlich beteiligter Gesellschafter. Dies setzt insbesondere voraus, dass dem Komplementär die kraft Gesetzes eingeräumte Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnis uneingeschränkt zusteht.

...

Über Ausnahmen vom Erfordernis einer mehrheitlichen Beteiligung des Muttervereins nur in Fällen, in denen ein Wirtschaftsunternehmen seit mehr als 20 Jahren vor dem 1.1.1999 den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat, entscheidet das Präsidium des DFB auf Antrag des Ligaverbandes.

Dies setzt voraus, dass das Wirtschaftsunternehmen in Zukunft den Amateurfußballsport in bisherigem Ausmaß weiter fördert sowie die Anteile an der Tochtergesellschaft nicht weiterveräußert bzw. nur an den Mutterverein kostenlos rückübereignet. Im Falle einer Weiterveräußerung entgegen dem satzungsrechtlichen Verbot bzw. der Weigerung zur kostenlosen Rückübereignung hat dies Lizenzentzug für die Tochtergesellschaft zur Folge. Mutterverein und Tochtergesellschaft können nicht gleichzeitig eine Lizenz besitzen.
Das, was ich als wesentlich erachte, habe ich mal fett markiert. Nach grober Durchsicht ist die Formulierung des DFB gleich der des Ligaverbandes, siehe Link Rupert.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Was mir darüber hinaus überhaupt nicht einleuchtet, ist, warum man die Liga nicht so - wie in den anderen europäischen Spitzenfußballländern - auf 20 Vereine aufstocken kann. Das wär wenigstens ein halbwegs kleiner Ausgleich für die stattfindenden Ungerechtigkeiten. Noch unverständlicher wird diese Nummer, wenn man in dem Zusammenhang ausgerechnet von dem bevölkerungsreichsten und mit dem höchsten Zuschauerschnitt ausgestatteten Land Europas spricht.

Und mir leuchtet nicht ein, was denn die Anzahl der Mannschaften mit dem thema zu tun hat, bzw. was für ungerechtigkeiten dadurch wie ausgeglichen werden? :weißnich:

@rupert: danke! :top:
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Nu kann man mal was ganz komisches zusammenspinnen. Mal am Beispiel Red Bull

Red Bull (Mutter), Red Bull Deutschland, Red Bull Regionalvertrieb Sachsen, der Vorstandsvorsitzende, der Sportdirektor, der Geschäftsführer und der Eigner der Spielstätte gründen einen Verein, erwerben eine Lizenz, gründen eine KGaA, bei der der Konzern als (einziger) Kommanditist mit 100 Millionen einsteigt, übertragen der KGaA die Lizenz und fangen an.

Unmöglich? Mitnichten. Laut den Statuten sehr wohl. Jedenfalls wüsste ich adhoc nicht, warum das nicht gehen sollte.

Oder andersrum: Einem Einstieg eines Investors steht schon heute eigentlich nix im Wege. Was die meisten potentiellen Investoren nur abschreckt, ist, dass der "entscheidende" Verein id.R. mehrere Tausend Mitglieder hat und die Mitgleidschaft des Investors IM VEREIN sich auf eine Stimme beschränkt, er diese also nicht beherrschen kann. Selbst dann nicht, wenn er noch die gesamte Führungsebene als Vereinsmitglied anmeldet und formal die Geschäftsführung des Vereins übernimmt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bökelberger

Gladbach-Gepeinigter
Und mir leuchtet nicht ein, was denn die Anzahl der Mannschaften mit dem thema zu tun hat, bzw. was für ungerechtigkeiten dadurch wie ausgeglichen werden? :weißnich:

Das kann ich dir sagen. Durch die Aufstockung gäbe es im Moment zumindest zwei Plätze mehr für Vereine, die sich an die Regel halten. Freiburg bsw. ist vor Jahren nur deshalb abgestiegen, weil Lautern mit unlauteren Mitteln "dringeblieben" ist. Ich weiss, das kann man jetzt natürlich als ziemlich schwammig bezeichen. Ist es auch. Aber dann frage ich jetzt halt völlig losgelöst der Regel, warum eine Aufstockung auf zwanzig Vereine - so wie in allen anderen europäischen Spitzenfußballländern - ausgerechnet in einer Republik mit den meisten Einwohnern und den höchsten Zuschauerzahlen Europas verweigert wird?
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
und noch zu bayer, da oben gemäkelt wurde, dass ich da keine quelle angab: die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH gehört zu 100% der Bayer AG. Ist also genau wie bei wolfsburg, wie ich schon erwähnte. daher wohl die ausnahmeregelungen zur 50+1 regel in der satzung.

50+1-Regel
 

André

Admin
Und eben das langt den Investoren nicht, weil sie sonst ja Sponsoren wäre. Aber Sponsoren die die Macht wollen sind Investoren.

Und da sehe ich einen gewaltigen Unterschied. Wieso soll ein amerikanisches oder chinesisches Börsenunternehmen, welches möglicherweise in Asien durch Kinderarbeit Elektronik fertigen lässt, meinen Lieblingsclub übernehmen?

Was haben die denn außer Geld, für fachliches Know-How um dies zu tun? Welchen anderen Grund, als meinen Verein auf Dauer finanziell auszuschalchten sollten die denn im Schilde führen?

Ich verstehe nach wie vor nicht, wie man sowas gut heißen kann.

RB Salzburg sollte uns allen Warnung genug sein, und wer das nicht schlimm findet,das Vereinslogos, Farben, Namen etc. einfach mal geändert wird, dass auf langjährige Tradition und die Meinung der Fans geschi****wird, dem kann ich auch nicht mehr helfen.
 

Bökelberger

Gladbach-Gepeinigter
Es halten sich doch ALLE an diese Regel. Sonst bekämen sie doch gar keine Lizenz....

Der war gut. :hammer2:

Dortmund, Lautern und nun Schalke.

Die alle halten bzw. haben sich stets an die Regeln gehalten.

Gut dass ich meinen Kaffee schon getrunken habe, sonst hätte ich ihn spätestens beim Lesen deines Posts verschüttet.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Und eben das langt den Investoren nicht, weil sie sonst ja Sponsoren wäre. Aber Sponsoren die die Macht wollen sind Investoren.

Natürlich langt das den investorennicht. Weil niemand einem anderen so viel geld in die hand gibt, ohne etwas dafür zurückzukriegen. Und investoren haben andere interessen als sponsoren.

Aber die Abhängigkeit ist doch gleich: Ohne Sponsorengelder geht bei keinem BuLi-Club was. Sie ist sogar größer, da ein Sponsor viel leichter abspringen kann als ein Investor.
 

Bökelberger

Gladbach-Gepeinigter
An 50+1? Klar haben die sich daran gehalten.

Ja, das stimmt allerdings. Jedenfalls so lange man Banken oder Stadtwerke nicht als verkappte Investoren ansieht. In meinem Eingangspost hatte ich jedoch nicht nur auf die 50+ Regel verwiesen, sondern auch auf unlautere Machenschaften, die im Grunde die ganze Regelung quasi ad absurdum führen. Hiessen Dortmund Schalke oder Lautern nicht so wie sie heissen, sondern eventuell Duisburg, Freiburg oder Bielefeld, hätten die längst wie bei Monopoli von vorne angefangen. Gehe zurück auf Los, ziehe keine 4000 Mark ein, sondern fang in der Regionalliga neu an.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
RB Salzburg sollte uns allen Warnung genug sein, und wer das nicht schlimm findet,das Vereinslogos, Farben, Namen etc. einfach mal geändert wird, dass auf langjährige Tradition und die Meinung der Fans geschi****wird, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

RB wird ja immer gerne als beispiel herangezogen. aber das ist ja eine ausnahme. welcher verein musste denn sonst noch so seinen namen und oder seine farben wegen seinem geldgeber ändern?
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Welchen anderen Grund, als meinen Verein auf Dauer finanziell auszuschalchten sollten die denn im Schilde führen?

Wenn das Geldverdienen der einzige Grund eines Invesors wäre, einzusteigen, dann hätten die beim BVB ja vor 2 Jahren Schlange stehen müssen. Wäre ja einfach gewesen: Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien, der Investor zeichnet diese und hätte mit Stichtag heute satte 100% Gewinn gemacht. Oder gar mehr.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
... sondern auch auf unlautere Machenschaften, die im Grunde die ganze Regelung quasi ad absurdum führen. ...

Welche denn? Kapitalerhöhung? Darlehensverzicht von Gläubigern? Senkung der Betriebsausgaben? Einstieg einer Firma in eine (dem Spielbetrieb) fremde Tochter des Vereins?

Meinst das alles? Nun, wenn ja, dann sage ich dir, das ist (möglicherwiese) etwas anrüchig. Aber eben auch etwas, was jeder, wirklich jeder Verein, auch der, der gar keine finanziellen Schwierigkeiten hat, heute auch jederzeit machen kann.Wer das also nicht fertigbringt, seine Kommune (oder den Stadioneigner) zum Mietverzicht zu überreden, einen zu finden, der als Gesellschafter ins Stadion einsteigt oder stille Beteiligungen auszugeben, der kann auf alles meckern, nicht aber auf die 50+1-Regel oder unlautere Machenschaften anderer, die das vielleicht hinbekommen haben.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Aber dann frage ich jetzt halt völlig losgelöst der Regel, warum eine Aufstockung auf zwanzig Vereine - so wie in allen anderen europäischen Spitzenfußballländern - ausgerechnet in einer Republik mit den meisten Einwohnern und den höchsten Zuschauerzahlen Europas verweigert wird?

Das ist ja nun ein völlig anderes thema, oder nicht?

Gibt es aber auch einen thread zu: http://www.soccer-fans.de/fussball-stammtisch/18005-stockt-bundesliga-endlich.html
 

Detti04

The Count
Na toll. Schaffen wir doch die 50+1 Regel ab und warten was dann kommt. Da werden dann ganze "Vereine" (obwohl: Vereine gibt`s dann ja nicht mehr) quer durch die Republik verschachert, so wie es jetzt in der DEL mit den Lizenzen passiert. Die Freiburger Mannschaft spielt dann demnächst als "FC Siemens" in Erlangen, den FC St. Pauli (dann: Adidas Kiel) zieht`s nach Schleswig Holstein und die Kicker vom SC Paderborn treten für Real,- Magdeburg gegen den Ball. Gehören ja dem neuen Inhaber, der kann mit dem Verein machen, was er will.
Schroeder, ich glaube, Du verwechselst Vereine, die Investoren (oder Eigentuemern allgemein) gehoeren, mit dem System einer Liga, in welcher die "Klubs" als Franchisenehmer ihre Teilnahmeberechtigung erkaufen. Du solltest eine zukuenftige Buli ohne 50+1-Klausel daher nicht mit der DEL, sondern eher z.B. mit der Premier League oder der Seria A vergleichen: In diesen Ligen ist Eignerschaft moeglich und nicht unueblich, und trotzdem gibt es selbstverstaendlich weiter Auf- und Abstiege und kein Franchise-System.
 

Detti04

The Count
Vielleicht wollen sie bei ihrem Hobby im Mitelpunkt stehen; vielleicht wollen sie blenden; vielleicht sind sie auch wirklich fuppesjeck, so dass die sich irgendwann zum großen Einkauf entschließen; aber die Abhängigkeit des Fußballvereins ist mir einfach zu groß.

Irgendwann verlieren diese Macker die Lust. Und wir können dann sehen, wo wir neu anfangen.
Jean Loering, Klaus Steilmann, Axel Duennwald-Metzler, Helmut Spikker - jetzt mal schnell so aus der hohlen Hand geschossen. Die Macker, von deren Laune Wohl und Wehe eines Vereines abhaengt, gab und gibt es trotz 50+1-Regelung.

Grundsaetzlich hast Du aber recht damit, dass ein Scheich ja auch trotz existierender Regelung bei euch einsteigen koennte, aehnlich wie die Jungs in meiner Liste das taten. Ist halt nur weniger direkt als ein Investment und mehr ein offensichtliches Geld-zum-Fenster-rauswerfen, und als solches fuer den Investor/Maezen natuerlich weniger interessant.
 

Detti04

The Count
Also Finger weg von der 50+1 Regel, andernfalls drohen uns nicht nur Typen wie Mateschitz sondern Verhältnisse wie im US Sport. ( Franchise Systeme ).
Stell dir doch bloß einmal vor, ein Investor kauft, weiß ich, :weißnich: den 1.FC K'lautern und zieht mit ihm um in eine Großstadt, die keinen Erstligisten hat. Unvorstellbar ? Nicht, wenn die 50+1 Regel fällt. Der Fan ist das schwächste, unwichtigste Glied in der Kette, eigentlich stört er nur.
Auch hier: Der Wegfall der 50+1-Regel ist in keinem Fall identisch mit einer Liga aus Franchisenehmern und fuehrt auch nicht zu einer solchen.

Um das mit den Franchises ein bisschen zu erklaeren, so weit ich die Sache verstehe: Also, in den grossen professionellen US-Sportligen gibt es weder Auf- noch Abstieg, sondern nur Franchises; somit sind diese Ligen absolut geschlossene Gesellschaften. Will irgendjemand in diesem Sport Geld verdienen, dann kann er das nur, indem er sich an eine dieser Franchises haengt bzw. diese kauft; er kann aber nicht irgendwo seinen eigenen Verein gruenden und diesen so lange foerdern, bis er in diese Liga aufgestiegen ist, weil es ja keinen Aufstieg gibt. Das Vorgehen, wie es Red Bull oder Hopp praktiziert haben, ist im amerikanischen Sport also komplett unmoeglich; aus dieser Not heraus bleibt einem Investor in Stadt XYZ gar nichts anderes ueblich, als eine schon existierende Franchise von anderswo aufzukaufen und in seine Stadt zu verpflanzen.
 

Detti04

The Count
Verharmlosung ist hier nicht angebracht. Es fällt mir schon schwer, nach Preisgabe der Handlungsvollmacht von "Vereinen" zu sprechen, da die Statuten entsprechend angepasst werden würden. Was als Verein bekannt war, geht dann über in eine andere Terminologie: Marke mit eingetragenem Warenzeichen ( trademark ).
Ich übertreibe hier absichtlich und male schwarz, um die möglichen Auswüchse aufzuzeigen. Es muss nicht so kommen, ist aber eigentlich nur eine Frage der Zeit.
Du weisst aber schon, wer da aus Dortmund an der Buli teilnimmt, oder? Nur zur Erinnerung: es handelt sich dabei um die "Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA" - von Verein auch jetzt schon keine Spur.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Du weisst aber schon, wer da aus Dortmund an der Buli teilnimmt, oder? Nur zur Erinnerung: es handelt sich dabei um die "Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA" - von Verein auch jetzt schon keine Spur.

und ich ergänze mal aus der offiziellen seite dieser fußballfirma: "Mit dem alleinigen Vermarktungsrecht des SIGNAL IDUNA PARK, der effektiveren Nutzung der Marke 'Borussia Dortmund' sowie dem Aufbau fußballnaher Geschäftsfelder..." Borussia Dortmund Aktie

und das soll gar nicht gegen den BVB gehen, denn das ist bei allen "Vereinen" so (jaja, außer beim KSC und dem HSV)
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
Du weisst aber schon, wer da aus Dortmund an der Buli teilnimmt, oder? Nur zur Erinnerung: es handelt sich dabei um die "Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA" - von Verein auch jetzt schon keine Spur.
und ich ergänze mal aus der offiziellen seite dieser fußballfirma: "Mit dem alleinigen Vermarktungsrecht des SIGNAL IDUNA PARK, der effektiveren Nutzung der Marke 'Borussia Dortmund' sowie dem Aufbau fußballnaher Geschäftsfelder..." Borussia Dortmund Aktie

und das soll gar nicht gegen den BVB gehen, denn das ist bei allen "Vereinen" so (jaja, außer beim KSC und dem HSV)
Vollkommen d'accord und einleuchtend, was ihr da gepostet habt, auch die Definition von Franchises ( Detti ) ist nachvollziehbar. Ich sagte ja, dass ich schwarzmale und es nur eine Frage der Zeit sei, wann es zu solchen Zuständen kommt.
In der NFL sind damals die Rams von L.A. nach St.Louis umgezogen, die Fans wurden zurückgelassen. In den USA geht das, hier bleibt K'lautern ( noch ) da, wo sie sind. Fiele die 50+1 Regel, wäre dies der erste Schritt in die falsche Richtung.
Auch das Argument mit der börsennotierten Marke "Borussia Dortmund" ist beispielhaft und die "Marke" wird auch so beibehalten, weil markt-bewährt. Aber wir sprechen tatsächlich von einer Marke, wenn wir auch weiterhin den Verein meinen.
Wir müssen uns sehenden Auges den Gesetzmässigkeiten des Marktes unterwerfen und die Nähe des Fans zu seinem Verein geht immer weiter verloren. Und wir können auch nicht auf die Strasse gehen und skandieren "Wir sind die Fans !", weil uns die entsprechenden Druckmittel fehlen, weil wir keine Handhabe vorweisen können. Wir werden nicht gefragt, in der DFL und im DFB findet keine Demokratie statt. Die DFL hält sich an Geldgeber und nicht an Verbraucher, die keine Lobby haben.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Die DFL hält sich an Geldgeber und nicht an Verbraucher, die keine Lobby haben.
Weils dann andere Verbraucher gibt. Finden ja genug Leute toll, so neue Ideen.

Und es ist nicht so, dass es nicht Leute gibt, die das scheisse finden, aber die gehen dann nicht auf die Strasse. Die machen einfach was anderes als sich weiter für Fußball zu interessieren. Könnte mir zum Beispiel passieren.
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Wir werden nicht gefragt, in der DFL und im DFB findet keine Demokratie statt. Die DFL hält sich an Geldgeber und nicht an Verbraucher, die keine Lobby haben.

Natürlich nicht. In welcher Wirtschaftsbranche herrscht denn Demokratie?

Die macht des Verbrauchers liegt im Konsum bzw. Nichtkonsum. Alles andere interessiert Wirtschaftsunternehmen nicht. Dieser Zug ist mit der Einführung des Profifußballs abgefahren und inzwischen schon zu weit raus gefahren, als dass da noch was rückgängig zu machen wäre. (Und das völlig unabhängig von der 50+1 Regel.)

Wenn der verbraucher eine Lobby haben will, muss er selbst eine Gründen. Gibt ja genug Beispiele für Verbraucherorganisationen. Auch von Fußballkonsumenten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wieso, was ist das Problem? Die Profifußballabteilung gehört de Volkswagen AG. Oder ist es anders?

Was denn nun? Der Verein oder eine Abteilung, die sicher nicht 100% des Vereins ist? Und ist es so abwägig, dass eine Stadt die nur Aufgrund dieser Firma "lebt" einen Verein hat der nur von dieser Firma "lebt"? Bei Bayer 04 Leverkusen ist das genauso. Einzig Hoffenheim ist kritisch, im Profifußball. Und dass die Regelung auch auf den Amateurbereich ausgeweitet werdern muss ist dank RB auch klar.


Wieso ohne Zusammenhang? Den Akionären gehört die AG. Der BVB hält lediglich 7,24% der Aktien. Wie verhält sich das denn zur 50+1 Regel? Klare Frage, klarer Zusammenhang.

Der BVB gibt nur Aktien ohne Stimmrecht aus. Wie es die meisten AGs machen. Mitbestimmen - nein, Geld arbeiten lassen - ja. Theoetisch könnte man, sagen wir mal 60 % der gesamten Aktien des BVB halten und hätte trotzdem keinen Einfluß auf den Verein. Der sportliche und der wirtschaftliche Teil sind außerdem getrennt, der Aufsichtsrat hat kein Mitbestimmungsrecht in sportlichen Fragen. Informieren, bevor man Mist in den Raum wirft.


Ok, ich richte meinen Blick nach England:
  • Die englischen Clubs dominieren die CL, jedes WE finden die Liga-Spiele statt;
  • die englischen Stadien sind meist voll;
  • das alle rote Zahlen schreiben stimmt nicht;
  • Schulden machen ist auch nicht schlimm, haben deutsche Vereine auch, trotz (oder wegen?) der 50+1 regel
  • Verlieren keine fans, wie gesagt Stadien sind voll, mehr pay-tv-zuschauer als in deutschland.

Die deutschen Clubs sind von ihren geldgebern genauso abhängig wie die englischen, die spanischen oder die belgischen. Es ist da bei völlig egal ob man sie sponsoren, investoren oder sonst wie nennt.

tiketspreise sind explodiert, stimmt!

Sieht aus als hättest du keine aktuellen Informationen, bzw gar keine von der Insel. Viele Fans gingen verloren und es werden immer mehr. Teilweise werden neue Vereine, ohne Kommerzgedanken, gegründet und teilweise werden Bundesliga oder SPL-Spiele besucht. Der Glanz verfällt. Erfolg und Schein auf Pump, das geht nicht lange gut.
 

Oldschool

Spielgestalter
Moderator
( ... ) Alles andere interessiert Wirtschaftsunternehmen nicht. Dieser Zug ist mit der Einführung des Profifußballs abgefahren und inzwischen schon zu weit raus gefahren, als dass da noch was rückgängig zu machen wäre. (Und das völlig unabhängig von der 50+1 Regel.)
Ja eben, und in diesem Zug sitzen wir drin und fahren in eine Richtung, die wir garnicht haben wollen. Wohin uns die Reise führt, können wir nur erahnen und eine Notbremse steht uns nicht zur Verfügung.
Ja selbst wenn der Zug anhielte und Einzelne von uns aussteigen liesse, so blieben wir wehrlos zurück und müssten dann doch den Ereignissen hinterher laufen. Oder aber wir müssten uns abwenden und anderen Angeboten zuwenden, wie Troche schon anklingen liess.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
Admin
Moderator
Ja eben, und in diesem Zug sitzen wir drin und fahren in eine Richtung, die wir garnicht haben wollen.

Die Frage hierbei ist, wer "wir" ist und welche Macht und welchen Einfluss die "wir" haben.

"Mir" gefällt auch einiges nicht. BILD, McDonalds, Kik, MediaMarkt, die Bunte etcpp. Und auch damit bin ich nicht allein. Leider offenbar in der Minderheit, sonst wäre dies alles schon lange weg. Was "mir" bleibt, ist, sich damit zu arrangieren, dass es sowas gibt.

Und ja, es ist zuweilen grausam, wenn man ein Hobby, ein Spielzeug weggenommen bekommt. Aber auch als es keine C64-Spiele mehr gab, ging es weiter, auch wenn es mir wehtat, das Teil einzumotten. Oder Männerhandball-Sport im Ort auf Erstliganiveau.

Es bleibt, dass es jedem überlassen ist, für sich eine Marschroute festzulegen, an die man sich hält, oder eben alles auf sich zukommen lässt.

Übrigens: RB Leipzig ist in der Regionalliga Nord der Zuschauerkrösus. Noch vor Magdeburg. Es funzut also. Und die paar Prozent, die das Spiel so nicht mitspielen wollen, auf die kann und wird der Zirkus getrost verzichten. Dessen bin ich mir sicher.
 
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