50+1 Regel bleibt weiterhin bestehen

HoratioTroche

Zuwanderer
Frankfurt/Main (SID) - Die 50+1-Regel im deutschen Profifußball bleibt bestehen, die "Lex Leverkusen und Wolfsburg" wird abgeschafft: Das Schiedsgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat am Dienstag dem Änderungsantrag von Hannovers Präsident Martin Kind zugestimmt.
Fußball Bundesliga: 50+1 Regel bleibt weiterhin bestehen - Handelsblatt

Komisch, ich dachte immer, Kind will das abschaffen. Grundsätzlich stimme ich ja zu, dass es einen Widerspruch gibt zwischen 50+1 und der Leverkusen/Wolfsburg-Sache. Trotzdem bin ich für 50+1, aber das kann ja jeder Verein in seine Satzung schreiben. Wenn die Mitglieder Wert drauf legen.

Jetzt fragt sich, wie man "im Verein aktiv" definiert. Reicht da ne Mitgliedschaft? Vermutlich wird das dann nach Bedarf geregelt.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
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Damit können in Zukunft alle Bundesligisten mit Investoren zusammenarbeiten, die seit mehr als 20 Jahren im Verein aktiv sind.

(aus oben genannter Quelle zitiert)

Dass heißt aber, dass die 50+1 Regel abgeschafft ist. Alle Investoren, die seit 20 Jahren oder mehr einen Verein unterstützt haben (oder wie immer man das formulieren möchte) können ab jetzt die Mehrheit übernehmen. Oder habe ich das falsch verstanden?
 

HoratioTroche

Zuwanderer
nee, das haste richtig verstanden. Wollte nur sehen obs jemand merkt.

Im Prinzip heißt dass, wer seit 20 Jahren ne Werbebande auf Platz 2 stehen hat...

Aber wie gesagt, in die Satzung kann man es ja trotzdem schreiben. Und das werden sicher einige tun, die es noch nicht getan haben.

Hannover 96 wird dadurch jedenfalls nicht plötzlich Serienmeister. Denn was die können, können andere ja auch. Und zwar eher besser.
 
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HoratioTroche

Zuwanderer
Naja, was die letzte Saison geschafft haben und in dieser bisher, das war schon besser als viele andere...
Stimmt, aber ohne Investor. Gegen Vereine die auch keinen haben. Wenn sie jetzt einen kriegen, andere aber auch, was ändert sich dann, ausser dass alle mehr Geld ausgeben und hinterher genauso weit sind?
 

Rupert

Friends call me Loretta
Was passiert denn dann, wenn ein geldiger Mensch nun einfach die Firma kauft, die seit über 20 Jahren sponsort? Dann kann er ja den Laden gleich übernehmen?
 

Oldschool

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Die Regel wurde entschärft, und zwar auf Betreiben von Martin Kind:

Das Schiedsgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat am Dienstag dem Änderungsantrag von Hannovers Präsident Martin Kind zugestimmt. Damit können in Zukunft alle Bundesligisten mit Investoren zusammenarbeiten, die seit mehr als 20 Jahren im Verein aktiv sind.
Damit hat doch Kind eigentlich das erreicht, was er wollte. Ich bin sicher, dass er selbst mit seiner Hörgerätefirma Kind als Investor auftreten kann, weil er persönlich jetzt die Kriterien der abgeschwächten Regel erfüllt. Ist doch das, was er immer haben wollte.
Beim FC Bayern könnte doch jetzt auch AUDI und/oder adidas einsteigen, die arbeiten doch auch so lange mit dem Verein zusammen.
:weißnich:
 

Oldschool

Spielgestalter
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Die haben doch bereits jeweils knappe 10% der Aktien der FC Bayern AG gekauft. Dazu braucht's ja die Regelung nicht.
Aber wenn ich das richtig verstanden habe, könnte Audi und adidas ihr Paket aufstocken, so dass sie die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen, wenn sie denn zum Stichtag des Inkrafttretens 1.1.99 bereits über 20 Jahre in dem Verein aktiv waren. Dann würden sie die neue Regelung nicht unterlaufen. :weißnich:
 

Rupert

Friends call me Loretta
Aber wenn ich das richtig verstanden habe, könnte Audi und adidas ihr Paket aufstocken, so dass sie die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen, wenn sie denn zum Stichtag des Inkrafttretens 1.1.99 bereits über 20 Jahre in dem Verein aktiv waren. Dann würden sie die neue Regelung nicht unterlaufen. :weißnich:

Könnten sie dann v.a. erst dann, wenn der FC Bayern weitere Aktien überhaupt verkauft. Die Aktien sind ja nicht im Handel.
 

André

Admin
Ist das überhaupt mit EU Gesetz vereinbar?

Mal gespannt wann das erste Unternehmen gegen diese Diskriminierung klagt. :)
 

Detti04

The Count
Aber wenn ich das richtig verstanden habe, könnte Audi und adidas ihr Paket aufstocken, so dass sie die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen, wenn sie denn zum Stichtag des Inkrafttretens 1.1.99 bereits über 20 Jahre in dem Verein aktiv waren. Dann würden sie die neue Regelung nicht unterlaufen. :weißnich:
Bei der Stichtagsregelung handelt es sich um die alte Lex Leverkusen/Wolfsburg. Der Stichtag faellt jetzt weg, es zaehlen nun einfach die aktuell letzten 20 Jahre.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
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Ist das überhaupt mit EU Gesetz vereinbar?

Mal gespannt wann das erste Unternehmen gegen diese Diskriminierung klagt. :)

Wenn da mal einer klagt, dann war es das dann mit der 50+1-Regel, würde ich sagen. Sonst würde sich der DFB ja auch gar nicht so viel mit Kind abgeben und da irgendwelche Kompromisse aushandeln. Die Wissen ja wohl auch genau, dass sie vor Gericht keine Chance hätten.
 

André

Admin
Wenn da mal einer klagt, dann war es das dann mit der 50+1-Regel, würde ich sagen.
Genau das denke ich nämlich auch und somit wäre die Entscheidung wesentlich weitreichender als manche sie zur Zeit wahrnehmen.
In einer Sache bin ich ja dabei: Leverkusen, Hoffenheim, Wolfsburg, RB Leipzig haben die 50+1 Regelung ja auch irgendwie hintergangen. Von daher war die regel eh keine echte, denn dann hätte sie konsequenter durchgesetzt werden müssen.

Ich habe letztens irgendwo gelesen wenn RB Leipzig aufsteigen würden, dann würden sie aktuell keine Lizenz bekommen. Eine Begründung dazu habe ich aber nicht gefunden, weiß da vielleicht jemand was genaueres?
 

BoardUser

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Wenn da mal einer klagt, dann war es das dann mit der 50+1-Regel, würde ich sagen.

Die Preisfrage wird sein, ob das (erweiterte) Satzungsrecht bzw. Rechtssetzungsrecht des Lizenzgebers hier über dem normalen Wirtschaftsrecht steht. Ist also möglicherweise eher eine Frage von AGB und "unangemessener Benachteiligung".

Prinzipiell ist nämlich auch ein Gedankengang, dass derjenige, der den Zirkus veranstaltet, auch Regeln aufstellen kann, wie dieser abläuft. Und das kann (wohlgemerkt kann!) durchaus auch soweit gehen, dass in den Regeln stehen kann, dass Vereine, die bestimmte Strukturen nicht erfüllen, dann eben keine Zulassung bekommen. Ich meine, an anderer Stelle wird das ja auch gemacht, man denke nur an die technisch-organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen.

Da isses dann nicht mehr weit bis zur Überlegung, warum man als Lizenzgeber nicht auch die rechtliche Struktur des Lizenznehmers bestimmen bzw. einschränken sollen dürfte.
 
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Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
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Die Preisfrage wird sein, ob das (erweiterte) Satzungsrecht bzw. Rechtssetzungsrecht des Lizenzgebers hier über dem normalen Wirtschaftsrecht steht.

Das würde mich arg wundern, wenn ein Gericht zu Ungunsten des normalen Wirtschaftsrechts entscheiden würde. Insbesondere dann, wenn es ja jetzt schon Ausnahmen von der Regel gab. Insofern ist die neue Regelung allerdings wahrscheinlich sogar "sicherer" als die alte. Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass das vor Gericht irgendeine Chance hätte. Aber welche Firma oder welcher Verein würde da schon gegen klagen? Das kann ich mir widerum auch nicht vorstellen.
 

odie

Zeitzeuge
Wenn da mal einer klagt, dann war es das dann mit der 50+1-Regel, würde ich sagen. Sonst würde sich der DFB ja auch gar nicht so viel mit Kind abgeben und da irgendwelche Kompromisse aushandeln. Die Wissen ja wohl auch genau, dass sie vor Gericht keine Chance hätten.

Hab zwar grad keine Quelle, meine mich aber erinnern zu können, dass Klagen gegen die 50+1 Regel keine sichere Sache sind. Sonst hätte doch Kind schon lange geklagt und sich nicht auf diesen Kompromiss eingelassen.
Vielleicht finde ich am Wochenende eine Quelle dazu.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
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Hab zwar grad keine Quelle, meine mich aber erinnern zu können, dass Klagen gegen die 50+1 Regel keine sichere Sache sind. Sonst hätte doch Kind schon lange geklagt und sich nicht auf diesen Kompromiss eingelassen.
Vielleicht finde ich am Wochenende eine Quelle dazu.

naja, Kind will es sich ja wohl auch nicht auf Biegen und Brechen mit dem DFB und diversen Vereinsmanagern verscherzen, insofern glaube ich schon, dass er da auch deshalb Kompromisse eingeht. Ich glaube eher umgekehrt, dass der DFB keinen Kompromiss eingegangen wäre, wenn er nicht Angst davor hätte, dass die Regel von gerichtswegen wegfallen könnte.
Ich meine mich zu erinnern, dass er da Rechtsgutachten gab, die der 50+1 Regel kaum eine Chance gaben. Ich kann mich aber auch täuschen.
 

BoardUser

Jede Saison ein Titel!
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Klar muss der DFB da Angst haben. Weil "auf hoher See und vor Gericht...."

Da isses nur clever, da ein bischen Luft aus dem Konflikt rauszulassen. Das erspart einem die Unsicherheit. Zumindest für einige Zeit.

Ansonsten sind Rechtsgutachten natürlich das, was sie sind. Und man kann beim Verfassen solcher auch auf andere Ergebnisse kommen. Von daher würde ich ein solches auch nicht zu hoch hängen. Bestenfalls unterstützen sie die eigene Argumentation. Mehr aber auch nicht.

Es ist wohl beides, zum einen die Angst des DFB vor dem ersatzlosen Verlust der (bisherigen) Regelung als auch die Unsicherheit des Angreifers, ob er damit durchkommt, was zu dem Kompromiss geführt hat.
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
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Das Beispiel 1860 München zeigt uns ja jetzt, dass die 50+1 Regel letztlich eine Farce ist, und umgangen werden kann.

1860 München: Beim Geld hört die 50+1-Regel auf | Sport | ZEIT ONLINE

Auch wenn ein Investor offiziell nur 49% der Stimmen hat, reicht ein einfacher Hinweis darauf, dass er den geldhahn zudreht, wenn nicht gemacht wird, was er möchte, und schon stimmen auch die anderen 51% für seinen "Vorschlag". Manch einer würde das Erpressung nennen. Je nach Größe der Abhängigkeit von einem Geldgeber wird die Aussetzung der 50+1 Regel einfacher. Zum Nachteil der Vereine, die sich daran halten...
 
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