24.Spieltag Laberthread - Bremen-Frankfurt

Rupert

Friends call me Loretta
Wahnsinn, ist das eine Pein für denkende Menschen was die da anzetteln und angezettelt haben beim DFB samt den angeschlossenen Vereinen.
Jetzt machen sie auch noch vor lauter Lobbyismus ihr so hoch gelobtes Schwert "3 Stufen Plan" total stumpf.
 

Itchy

Vertrauter
Ich weiß nicht ob die Umgangsformen früher rauer waren. Jetzt bist du nehme ich an auch 1, 2 Jahre älter als ich und wirst da sicher besser berichten können. Ich für meinen Teil meine schon, dass sie in den letzten Jahren eher rauer und teils wenn ich u.a. an soziale Medien denke echt ätzend bis beschämend geworden sind.

Sei dir gewiss, ich bin weder auf dem Platz noch im Stadion in dem Sinne beherrscht das ich keine Emotionen zeige und frag gerne meine Holde, ich bin auch nicht immer gelassen. Je nach Spielverlauf auch eher das Gegenteil.

Wie ich kürzlich schrieb, hab ich mir früher auf dem Platz auch die ein oder andere gelbe wegen Meckerns eingefangen. Beleidigungen indes gehörten gegenüber dem SR nie dazu. Der ein oder andere Gegenspieler hat nach üblen Fouls aber auch sicher mal ein "Spinner" zu hören bekommen. Im Laufe der "Karriere" hat sich die Empörung dann aber eher in "hast du sie noch alle?" u.ä. Ausdrücke gewandelt.

Wenn eine Zensur hieße, keine Beleidigungen mehr: gerne, bin dabei. Für mich nach der Geschichte um Hopp daher auch absolut unverständlich wie jetzt bei Neuer auf Schalke damit umgegangen wurde. Ja ich bleibe dabei, dass das bei Hopp deutlich andere Dimensionen hat (Fadenkreuz etc.), aber genau das mit Neuer meine ich ja. Wer gibt den Schalker-Fans die da "Hurensohn" gerufen haben, dass Recht jemanden deart zu beleidigen.

Weshalb "gehört das dazu" wie selbst Goretzka meinte, der sich ja sonst wie ich meine gut und gerne gegen Diskrimierungen jeglicher Art öffentlich einsetzt?

Weil es zum guten Ton im Stadion gehört? Ich finde das ganz ehrlich lächerlich bis infantil. Wozu dient das? Mal auszubrechen und auch verbal mal richtig auf die Kacke zu hauen? Oder ist es die vermeintliche "Stärke" der Gruppe die in Wahrheit die Schwäche des Einzelnen kaschieren soll?

Nö, ich brauch sowas nicht und solche Leute dürfen meiner Meinung gerne zu Hause bleiben.

Nun ja, wenn Spinner das härteste Wort war, das Du genutzt hast, dann bist schon sehr gesittet in Deiner Wortwahl. Ist bei mir nicht unbedingt so, da ist die Grenze etwas niedriger, wenn ich ehrlich sein soll. Ich bin aber so aufgewachsen, in einer Region, die zu der Zeit noch stark von der Schwerindustrie geprägt war. Es war für mich immer normal, die benutzte Sprache in einen Kontext zu setzen. Wer sagt was und im welcher Situation. Und daraus abgeleitet, wie ist das jetzt gemeint. Da lernt man schnell zu relativieren und vieles nicht so ernst zu nehmen und Sprüche auch nicht als Beleidigungen aufzufassen, selbst wenn da Ausdrücke fallen, die nicht zum selbst verwendeten Sprachschatz zählen. Bestes Beispiel "Hurensohn".
Normalerweise kann man mich auch nur beleidigen, wenn man einen wahren Kern trifft, mit allem anderen diskreditieren sich die Urheber in meinen Augen ausschließlich selbst. So sieht es nicht jeder, das ist mir klar, aber bei jeglicher Beurteilung sollte man den Gedanken zumindest einfließen lassen. Von daher bin ich in der Beurteilung auch nachsichtiger, als Du es vielleicht bist.
Ich habe im Leben, vor allem im Beruf auch genügend Menschen kennengelernt, die andere beleidigen und herabwürdigen, ohne dabei auch nur ein "böses" Wort genutzt zu haben. Womit ich bei der Zensur bin.
Wie oft, gerade dieser Tage in unserem Thema, wird berechtigte Kritik durch die verwendete Wortwahl abgeschmettert. Da kann man sagen, selbst schuld, wenn ich die falschen Worte benutze, aber weitergedacht, der ohnehin vorhandene Missstand, dass nicht die besseren Argumente, sondern die bessere Verkaufe obsiegt, wird so nur gefüttert.
Von daher ist es in dieser Frage wie bei denen meisten anderen so, dass man eine für möglichst alle vertretbare Übereinkunft gibt. Die erreicht man, indem sich beide Seiten aufeinander zubewegen, das scheint in der Frage des Benehmens aktuell zu geschehen. Schneller auf jeden Fall als in der Frage des Benehmens der Spieler auf dem Platz, um einen weiten Bogen zu spannen.
 

Itchy

Vertrauter
Wahnsinn, ist das eine Pein für denkende Menschen was die da anzetteln und angezettelt haben beim DFB samt den angeschlossenen Vereinen.
Jetzt machen sie auch noch vor lauter Lobbyismus ihr so hoch gelobtes Schwert "3 Stufen Plan" total stumpf.

Da steht in dem Bericht sehr viel Wahres, was das eigentliche Dilemma betrifft, drin.
 

Itchy

Vertrauter
Kommt darauf an wie Du rauh definierst. Ich habe 1990 die Prüfung gemacht und ab ca. 1992 wegen dem Alter dann auch Aktive gepfiffen.

Früher war klar, dass die meisten Kommentare auf dem Platz nicht wirklich persönlich gemeint waren. Strafen gab es trotzdem, es wurde aber nicht als persönlicher Angriff verstanden. Hier mal eine Anekdote von mir: In meinem Fussballverband gab es in der obersten Spielklasse einen Trainer, Gott hab ihn seelig, vor dem Spiel und nach dem Spiel war der Mann ein extrem angenehmer Zeitgenosse, auf dem Platz ein Choleriker vor dem Herrn, der regelmäßig verwiesen wurde, auch wegen Beleidigung. Der Unterschied zu heute ist, nach dem Spiel kam er IMMER zum Gespann, entschuldigte sich und spendierte die erste Runde. Ebenso konnte man früher noch über den Spielführer oder einen erfahrenen Spieler einige Karten vermeiden und auch Ruhe ins Spiel bringen. Da wirkte auch der Spruch "das hast Du doch nicht nötig mit Deinen Fähigkeiten", um einen Spieler runter zu bekommen.

Das funktioniert heute alles nicht mehr. Seit etwa 10 Jahren bekomme ich regelmäßig vom Kapitän gesagt, dass auf ihn auch nicht gehört wird, teilweise ist der Kapitän sogar der Schlimmste auf dem Platz. Beleidigungen sind heute durchgängig persönlicher und ernster gemeint wie früher. Und es wird mehr vom Sportrecht ins Zivilrecht aus dem Grund gebracht, teilweise sogar wegen Dingen, die früher normale Abläufe waren.

Also ja, früher war man direkter im Ausdruck und auch vom Ton lauter. Nur nach dem Spiel war es wieder in Ordnung und es wurde sich eher entschuldigt. Für mich waren die Spieler reifer als heutzutage, auch bei gleicher Altersstruktur.

Da sprichst Du aber ein gesamtgesellschaftliches Problem an. Da ist Fussball nicht Auslöser, sondern eine der drastischsten Auswirkungen des Problems. Autoritäten werden nicht mehr anerkannt, da man sie im Sippenhaftdenken alle für unfähig erklärt. Das Schlimmste ist, dass einer der Hauptgründe der Wunsch nach einer "echten" und absoluten Autorität ist. Die meisten Chaoten sind keine Anarchisten sondern das Gegenteil in der fatalistischen Version, ohne zu wissen, was Fatalismus ist.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Da steht in dem Bericht sehr viel Wahres, was das eigentliche Dilemma betrifft, drin.

Ich hab in den letzten Tagen so viel Kommentare und Hintergrundartikel zu dem ganzen Irrsinn gelesen, dass sich die Inhalte so langsam wiederholen. :D
Was ja auch nicht verwundert, denn das ganze Geschehen und v.a. das Handeln der verschiedenen Akteure aktuell ist ja weder komplex noch schwierig.
 

Itchy

Vertrauter
Eigentlich leider. Denn wäre das kompliziert, komplex oder schwierig auf den ersten Blick, dann hätten manche vorm Handeln vielleicht mal nachgedacht.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Wahnsinn, ist das eine Pein für denkende Menschen was die da anzetteln und angezettelt haben beim DFB samt den angeschlossenen Vereinen.
Jetzt machen sie auch noch vor lauter Lobbyismus ihr so hoch gelobtes Schwert "3 Stufen Plan" total stumpf.
Wenn ich das richtig verstehe, ist also spätestens Stufe 2 bei Bannern ohne Fadenkreuz, also bei reinen Beleidigungen oder gar ohne Beleidigung laut DFB nicht angesagt. Dann hätte es diese ja in Sinsheim und anderswo, wo es keine Fadenkreuze gab, gar nicht geben dürfen. Dann war das eben doch nur Kniefall und Arschkriecherei und wird es so bei anderen nicht geben.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
. Hier mal eine Anekdote von mir: In meinem Fussballverband gab es in der obersten Spielklasse einen Trainer, Gott hab ihn seelig, vor dem Spiel und nach dem Spiel war der Mann ein extrem angenehmer Zeitgenosse, auf dem Platz ein Choleriker vor dem Herrn, der regelmäßig verwiesen wurde, auch wegen Beleidigung. Der Unterschied zu heute ist, nach dem Spiel kam er IMMER zum Gespann, entschuldigte sich und spendierte die erste Runde.
So Typen kenne ich auch. Und denen gehe ich auch nach dem Spiel aus dem Weg. Einer hat mal gefragt, dem habe ich gesagt, wer mich mehrfach, eigentlich in jedem Spiel beleidigt, dem glaube ich nicht, dass er das hinterher komplett anders sieht und mit so jemandem trinke ich dann auch keine Fanta.
Als ab Anfang des Jahrtausends die Disziplinvorgaben streng umgesetzt wurden, wurde er auch verstärkt umgesetzt. Von der Bank auf die Tribüne. Irgendwann hat er sich von alleine umgesetzt.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Jetzt wird den Granden des DFB so langsam evtl. klar, wie schief und gar nicht passend ihre Kurzschlusshandlungen und v.a. ihre Äußerungen und Begründungen der letzten Tage so waren, denn aufeinmal wird, schon fast flehentlich, darauf hingewiesen doch mehr miteinander zu kommunizieren, wenn ich mir so ein paar neuere Verlautbarungen durchlese.

Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass es nichts wird mit der Kommunikation, denn da wollen sicher auch der Hr. Keller & Co. alleine die Regeln und Rahmenbedingungen vorgeben und die anderen haben zuzuhören und zu nicken.
 

jambala

Moderator
Ne, HT, ist ein Fall von "Macht mal" "Jawoll, wie gewünscht keine Gefangenen" "Oh, so war das nicht gemeint". Wie bei Wagner und dem Feldverweis.
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass es nichts wird mit der Kommunikation, denn da wollen sicher auch der Hr. Keller & Co. alleine die Regeln und Rahmenbedingungen vorgeben und die anderen haben zuzuhören und zu nicken.
Das ist genauso, in jedem Fall wollen sie es so darstellen können, dass die Initiative zum Dialog von IHNEN ausgeht, auch wenn das definitiv nicht der Fall ist wie ich aus Kommunikationsverläufen diverser Fanorganisationen (BAFF, Unsere Kurve, F-In, queerfootballfanclubs etc.) untereinander und mit dem DFB weiss.
Denn nur wenn die Initiative von Ihnen ausgeht, können sie auch glaubwürdig die Agenda bestimmen.
 

HoratioTroche

Zuwanderer

U w e

Moderator
Kommt Bremen dem Klassenerhalt einen Schritt näher oder verabschiedet sich Frankfurt aus der Abstiegszone?
 

Holgy

Kommischer Foggel Fußballromantiker
Moderator
eine Niederlage der Bremen wäre noch nicht das Ende

Rein rechnerisch nicht, aber die Chancen sind dann doch so niedrig, dass ich es nicht für realistisch halte, das Werder den Abstieg dann noch abwendet.

Und dann pfeifft auch noch ein Hamburger! o_O

Das ist übrigens zum 100. mal, dass Werder in der Bundesliga gegen Frankfurt spielt. Quasi ein Traditions-Duell.
 
Zuletzt bearbeitet:

Litti

Krawallbruder
Bei all den Geisterspielen bisher hab ich noch keine Bank erlebt, die durchgehend so einen Radau macht wie die Bremer.
Kohfeldt und Konsorten geben da alles. :D
 

Litti

Krawallbruder
Und kurz nachdem der Treffer von Kohr zurecht wegen Abseits nicht gegeben wird, macht es halt Silva. 0:1 nach 62 Minuten.
 

Dilbert

Pils-Legende
Frankfurt mit der Riesenchance zum 2:0, die Bremer Defensive macht in der zweiten Halbzeit keinen guten Eindruck. Nach vorn geht auch nicht mehr viel. Das sah in der ersten Hälfte noch besser aus.
 

Dilbert

Pils-Legende
2:0, Ilsanker. Bremen kassiert mal wieder ´ne Bude nach einer Ecke. Und vergeigt damit wohl endgültig das Spiel.
 
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