1. Fußball Bundesliga Saison 2022/23

Detti04

The Count
Gucken wir doch noch einmal genauer hin:

"[...] Es war eine lange und kontrovers geführte Diskussion, die sich am Donnerstagabend im Heidenheimer Rathaus entspann. Rosemarie Croonen, die Geschäftsbereichsleiterin für Bildung, Sport und Bäder, hatte das Vorhaben ausführlich dargelegt. Bisher habe die Stadt 16 Millionen in den Ausbau der Voith-Arena investiert, der Verein 20 Millionen. Damit liege der Anteil des FCH (56 %) weit über dem, den die Heidenheimer Sportvereine bei Baumaßnahmen in der Regel selbst tragen (27 - 29 %).

Würden die auf 25 Jahre festgeschriebenen Pachtverträge – der FCH muss jährlich 2600 Euro für Stadion und Sportplätze bezahlen – weiterlaufen, würde das die Stadt in den restlichen 20 Jahren ca. 5,76 Millionen Euro an Unterhaltungskosten, 800 000 Euro Grundsteuer und 300 000 Euro Gebäudeversicherung kosten. Dazu käme eine jährliche Abschreibung von 320 000 Euro – und mögliche weitere Investitionen. [...]

Am Ende stimmte der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit zu, dem FC Heidenheim die Voith-Arena für den Kaufpreis von einem Euro zu überlassen. [...]"



Wenn jemand bereit ist, mir den den Gegenwert von 16 Mio fuer 1 Euro zu verkaufen, dann kann ich auch solide wirtschaften. (Am Ende zahlte Heidenheim dann aber 2 Mio, denn der zweite Artikel ist juengeren Datums.) Die Miete von 2600 Euro pro Jahr war sowieso eine komplette Lachnummer, denn selbst in der 3. Liga ist eine marktuebliche Miete um zwei Groessenordnungen groesser.

Letztlich hat das Stadion laut der Angaben 36 Mio gekostet, von denen der Verein (u.U. mit Hilfe seiner Sponsoren) 22 Mio gezahlt hat. 14 Mio, also 39% der Kosten, hat die Stadt getragen. Glaubst Du, dass z.B. die Staedte Gelsenkirchen und Hamburg 39% der Baukosten der dortigen vereinseigenen Stadien uebernommen haben? Wo sind Schalkes 74 Mio (= 39% der Arena-Baukosten von 191 Mio) von der Stadt?
 

Dilbert

Pils-Legende
Wie viele Bundesligisten finanzier(t)en auch ihre Stadien mit Hilfe der Stadt / des Landes, die / das irgendwelche Bürgschaften übernimmt, zinsfreie Kredite gewährt oder ähnliches? Das ist doch gängige Praxis.

In Heidenheim wird seit Jahren solide gearbeitet, und aus einem relativ geringem Etat extrem viel rausgeholt. Wenn die aufsteigen, dann haben sie es einfach verdient. Das kann man mit Modellen wie Leipzig oder Hoffenheim nicht im geringsten vergleichen.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Wie viele Bundesligisten finanzier(t)en auch ihre Stadien mit Hilfe der Stadt / des Landes, die / das irgendwelche Bürgschaften übernimmt, zinsfreie Kredite gewährt oder ähnliches? Das ist doch gängige Praxis.
(...)
Aber öfter auch mal gar keine gute: Siehe K'lautern, siehe HSV,...
Meines Erachtens hat eine Kommune schon besonders darauf zu achten, dass sie ihr investiertes Geld auch mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederbekommt, wenn sie schon einem kleineren Mittelständler Millionenbürgschaften / -kredite gewährt.
 

Detti04

The Count
In Karlsruhe wird das Wildpark Stadion für 140 Millionen Euro neugebaut. Rate mal, wer die Kosten trägt.
Dafuer zahlt der KSC dann eben eine angemessene Miete:

"[...] Die Pachtzahlungen sind von der Liga-Zugehörigkeit abhängig: 400.000 Euro in der Dritten Liga, 1,5 Millionen Euro in der 2. und 3,5 Millionen Euro in der 1. Bundesliga. Für die Höhe der Pachtzahlungen wurde die Investitionssumme für bauliche Anlagen zugrunde gelegt, mit welchen der Sport-Club durch Spielbetrieb und sonstige Veranstaltungen Einnahmen generieren kann.

Hinzu kommen jährliche, liga-unabhängige Zahlungen des KSC zur Deckung der anfallenden Unterhaltungskosten in Höhe von zunächst 240.000 Euro, ab dem sechsten Jahr wird er auf 850.000 Euro ansteigen. Ausnahme: Der KSC steigt in Liga 3 ab. Dann erfolgt eine Reduzierung auf 400.000 Euro. Für weitere Einnahmen soll die Vergabe des Namensrechts des Stadion sorgen: Dieses verbleibt bei der Stadt - sie rechnet mit einem Plus von 800.000 Euro jährlich.

Weiterhin wird die Stadt am Gewinn aus Drittveranstaltungen in Höhe von 20 Prozent (mindestens jedoch 100.000 Euro jährlich) beteiligt. Ab 18.500 Zuschauern fließen der Stadt ebenfalls Einnahmen aus den Ticketverkäufen zu: "Die Hochrechnung aus der pauschalierten Ligazugehörigkeit ergibt hier jährliche Einnahmen von 325.700 Euro", heißt es im entsprechenden Sachstandsbericht.

Für die Geschäftsstelle (Fläche 1.000 Quadratmeter) soll der KSC eine "ortsübliche Gewerbemiete" in Höhe von zehn Euro pro Quadratmeter zahlen - daraus ergibt sich eine Jahresmiete von 120.000 Euro, so der Sachstandsbericht. Weiter soll der KSC die Betriebs- und sonstige Nebenkosten übernehmen. [...]"



Das sind irgendwie ganz andere Zahlen als 2600 Euro jaehrlich...
 

Holgy

Kommischer Foggel
Moderator
Wobei man natürlich sagen muss, dass die ortsübliche Gewerbemiete in Karlsruhe nicht bei 10 Euro liegt, sondern bei durchschnittlich 11,50 und bis 17 Euro geht (Mietspiegel Karlsruhe). Keine Ahnung in was für einer Rumpelbude der KSC haust, dass die Miete so günstig ist...
 
Die Nachbetrachtung zur Saison
Das war eine der spannendsten Spielzeiten der letzten Jahre mit dem letzten Spieltag als Höhepunkt. Die Liga ist enger zusammen gerückt, was schon dadurch zustande kam, dass der Platzhirsch arg schwächelte, aber nicht fiel. Glückwunsch nach München zur Meisterschaft. Der BVB verbesserte sich leicht. Letztlich reichte es nicht zur Meisterschaft. In der rückrunde waren sie schon sehr gut. Habe ich ehrlicherweise Edin Terzic nicht zugetraut.
Zu den Gewinnern zählt sicher auch die Leipziger Filiale von Brausepaul. Der Rose ist schon gut. Muss man auch mal anerkennen. Ich hätte es lieber gesehen, wenn Freiburg sich für die CL qualifiziert hätte als Leipzig. Aber auch so hat Freiburg eine erstklassige Saison hingelegt.
Was unsere Jungs geleistet haben ist einfach unfassbar. Rekordpunktzahl - als einzige Mannschaft zu Hause ungeschlagen - beste Abwehr - Königsklasse. Das Märchen geht weiter.
Zu den Verlierern gehören mit Sicherheit die Pillendreher. Ich setze im Pokal auf die Eintracht, damit die Pinocchios in die Konferenzliga verschwinden.
Ich weiß nicht, ob die Eintracht mit der Saison zufrieden ist. Zur Vorsaison haben sie sich jedenfalls um acht Punkte verbessert.
Auch VW hat sich um 7 Punkte verbessert. Ich glaube aber nicht, dass sie damit zufrieden sind.
Gladbach und Mainz haben das Vorjahresergebnis bestätigt, wobei sich gerade Gladbach mehr ausgerechnet haben dürfte.
Köln hat 10 nPunkte weniger geholt, was wohl einerseits an der Doppelbelastung und andererseits am Weggang von Modeste lag.
werder bot als Aufsteiger eine grundsolide Saison.
Bochum und Augsburg wussten wie Abstiegskampf geht.
Stuttgart spielte für die Galerie, aber erfolglos.
Schalke spielte eine gute Rückrunde, konnte aber den Rückstand der Hinserie nicht mehr ausgleichen.
Ja und Hertha? Das blanke Chaos. Was sich da in Westend die letzten Jahre abgespielt hat, ist filmreif. Der Abstieg ist die logische Folge. Mir wäre Hertha vin der ersten Liga lieber gewesen, weil Berlin das Stadtderby gut getan hätte.

Platz ---- Verein ------------------ Punkte --- Platz 21/22 ---- Punkte --- Differenz
1. Bayern München ------------------ 71 --------------- 1. --------- 77 ------- -6
2. Borussia Dortmund --------------- 71 --------------- 2. --------- 69 -------- 2
3. Mateschitz Leipzig ---------------- 66 --------------- 4. --------- 58 -------- 8
4. 1. FC Union Berlin ----------------- 62 --------------- 5. --------- 57 -------- 5
5. SC Freiburg ----------------------- 59 ---------------- 6. --------- 55 -------- 4
6. Chemie Lügenkusen -------------- 50 --------------- 3. --------- 64 -------- -14
7. Eintracht Frankfurt -----------------50 --------------- 11. ------- 42 --------- 8
8. VfL Golfsburg --------------------- 49 --------------- 12. ------- 42 -------- 7
9. 1. FSV Mainz 05 ------------------- 46 --------------- 8. --------- 46 -------- 0
10. Borussia Mönchengladbach ----- 43 --------------- 10. -------- 45 -------- 2
11. 1. FC Köln ------------------------- 42 --------------- 7. --------- 52 -------- -10
12. 0815 Hoppelheim ----------------- 36 --------------- 9. --------- 46 -------- -7
13. SV Werder Bremen --------------- 36 --------- Aufsteiger
14. VfL Bochum ----------------------- 35 --------------- 13. ------- 42 -------- -7
15. FC Augsburg ---------------------- 34 --------------- 14. ------- 38 -------- 4
16. VfB Stuttgart ---------------------- 33 --------------- 15. -------- 33 -------- 0
17. FC Schalke 04 --------------------- 31 --------- Aufsteiger
18. Hertha BSC ------------------------ 29 --------------- 16. -------- 18 --------- 11
 
Mir ist gestern Abend beim Check der Gerüchteküche wieder einmal bewusst geworden, wie bedenklich es um die Bundesliga steht. Es ist nämlich nicht unwahrscheinlich, dass die Liga in diesem Sommer die Spieler Bellingham, Diaby, Guerreiro, Frimpong, Kolo Muani, Nkunku und/oder Szoboszlai verliert. Zumindest teilweise. Vielleicht mag das sogar noch ein Stück weit "business as usual" sein, aber dieser Aderlass an Topspielern der Liga macht inzwischen nicht einmal vorm Primus halt. Cancelo steht schon fest und es könnten sich Namen wie Hernandez, Mané und/oder Pavard dazugesellen. Sogar Davies und Kimmich wackeln möglicherweise.

Dieses Bild spiegelt sich auch in den internationalen Wettbewerben wider. Ein einizger deutscher Klub noch im Viertelfinale der CL dabei, - wo konsequenterweise auch Schluss war - aber drei Teams der eigentlich in der UEFA-5-Jahreswertung hinter uns gelisteten Italiener.

In der Europa League erreichte einer unserer Vertreter zwar das Halbfinale, dafür war für den Rest schon in den Achtelfinals Schluss. Man möchte lachen, wenn man sich bewusst macht, dass wir einen dieser schon für's EL-Achtelfinale zu leichten Klubs kommende Saison als Kanonenfutter in die CL entsenden. Und der andere davon bis zum Schluss um diesen Startplatz konkurrierte.

In der Conference League wird's dann noch trostloser, wo der deutsche Vertreter direkt in der Gruppenphase ausschied.

Da fragt man sich schon: "Quo vadis, Bundesliga?" Viel Optimismus in Bezug auf unser internationales Standing versprüht all das nämlich nicht gerade. Manövrieren wir gerade in Richtung Ligue 1? Also eine Liga mit guter Infrastruktur, Fanbase und Wirtschaftskraft, aber aufgrund der völligen Dominanz eines einsamen Spitzenreiters an der internationalen Spitze gemessen trotzdem fast schon wieder belanglos?
 

HoratioTroche

Zuwanderer
Manövrieren wir gerade in Richtung Ligue 1? Also eine Liga mit guter Infrastruktur, Fanbase und Wirtschaftskraft, aber aufgrund der völligen Dominanz eines einsamen Spitzenreiters an der internationalen Spitze gemessen trotzdem fast schon wieder belanglos?
Wo siehst du denn in der Ligue 1 und der Bundesliga die völlige Dominanz eines einsamen Spitzenreiters?
PSG ist gerade am vorletzten Spieltag Meister geworden, durch ein 1:1 in Strassburg. Die völlige Dominanz haben die derzeit genausowenig wie die Bayern.

4 feste Startplätze in der CL sind aber sowohl was die Qualität der deutschen Vertreter angeht wie verglichen mit den Meistern anderer Länder die deshalb erst durch eine Quali müssen meiner Meinung nach 2 zuviel.
 
Spannend war es ja und dies nicht nur in Buli eins

Bayern macht die DM in der 89. Minute klar;
Heidenheim ließ sich sogar bis zur 99. Minute Zeit;
Osnabrück schafft den Aufstieg durch zwei Tore in der Nachspielzeit.......
 

Detti04

The Count
Mir ist gestern Abend beim Check der Gerüchteküche wieder einmal bewusst geworden, wie bedenklich es um die Bundesliga steht. Es ist nämlich nicht unwahrscheinlich, dass die Liga in diesem Sommer die Spieler Bellingham, Diaby, Guerreiro, Frimpong, Kolo Muani, Nkunku und/oder Szoboszlai verliert. Zumindest teilweise. Vielleicht mag das sogar noch ein Stück weit "business as usual" sein, aber dieser Aderlass an Topspielern der Liga macht inzwischen nicht einmal vorm Primus halt. Cancelo steht schon fest und es könnten sich Namen wie Hernandez, Mané und/oder Pavard dazugesellen. Sogar Davies und Kimmich wackeln möglicherweise.

Dieses Bild spiegelt sich auch in den internationalen Wettbewerben wider. Ein einizger deutscher Klub noch im Viertelfinale der CL dabei, - wo konsequenterweise auch Schluss war - aber drei Teams der eigentlich in der UEFA-5-Jahreswertung hinter uns gelisteten Italiener.

In der Europa League erreichte einer unserer Vertreter zwar das Halbfinale, dafür war für den Rest schon in den Achtelfinals Schluss. Man möchte lachen, wenn man sich bewusst macht, dass wir einen dieser schon für's EL-Achtelfinale zu leichten Klubs kommende Saison als Kanonenfutter in die CL entsenden. Und der andere davon bis zum Schluss um diesen Startplatz konkurrierte.

In der Conference League wird's dann noch trostloser, wo der deutsche Vertreter direkt in der Gruppenphase ausschied.

Da fragt man sich schon: "Quo vadis, Bundesliga?" Viel Optimismus in Bezug auf unser internationales Standing versprüht all das nämlich nicht gerade. Manövrieren wir gerade in Richtung Ligue 1? Also eine Liga mit guter Infrastruktur, Fanbase und Wirtschaftskraft, aber aufgrund der völligen Dominanz eines einsamen Spitzenreiters an der internationalen Spitze gemessen trotzdem fast schon wieder belanglos?
Kurze Antworten zu langem Posting:

1. Zu den Stars: Dann kommen halt neue Stars oder es werden andere Spieler zu Stars aufgebaut. Mal rein aus Dortmunder Sicht: Dortmund hat in den letzten Jahren Dembele, Sancho und Pulisic fuer viel Geld verkauft, und keiner dieser Spieler hat seither seinen Marktwert verbessert. (Nicht jeder Abgang ist wie Haaland.) In der Zeit, in der diese Spieler Marktwert verloren haben, hat der BVB neue Spieler zu Stars gemacht.

2. Zum internationalen Abschneiden bzw. den internationalen Aussichten: Das ist erstens unabhaengig von Punkt 1 und zweitens so gewollt. Okay, richtiger: Nicht gewollt, aber zwangslaeufig. Ich erfahre hier ja immer und immer wieder, dass Vereine wie Freiburg und Mainz usw. als sympathisch angesehen werden, waehrend Vereine, die Ambitionen haben, vielen anscheinend als Grosskotzklubs gelten. Es ist dann unvermeidlich, dass die Liga international wenig reisst, sobald grundsaetzlich ambitionslose Vereine mal aus Zufall in den internationalen Wettbewerb gelangen.
 

powerhead

Pfälzer
Kurze Antworten zu langem Posting:

1. Zu den Stars: Dann kommen halt neue Stars oder es werden andere Spieler zu Stars aufgebaut. Mal rein aus Dortmunder Sicht: Dortmund hat in den letzten Jahren Dembele, Sancho und Pulisic fuer viel Geld verkauft, und keiner dieser Spieler hat seither seinen Marktwert verbessert. (Nicht jeder Abgang ist wie Haaland.) In der Zeit, in der diese Spieler Marktwert verloren haben, hat der BVB neue Spieler zu Stars gemacht.

2. Zum internationalen Abschneiden bzw. den internationalen Aussichten: Das ist erstens unabhaengig von Punkt 1 und zweitens so gewollt. Okay, richtiger: Nicht gewollt, aber zwangslaeufig. Ich erfahre hier ja immer und immer wieder, dass Vereine wie Freiburg und Mainz usw. als sympathisch angesehen werden, waehrend Vereine, die Ambitionen haben, vielen anscheinend als Grosskotzklubs gelten. Es ist dann unvermeidlich, dass die Liga international wenig reisst, sobald grundsaetzlich ambitionslose Vereine mal aus Zufall in den internationalen Wettbewerb gelangen.
Welche ernsthaften Ambitionen hat den Schalke? Kann doch derzeit nur eine finanzielle Konsolidierung sein, da muss man eben beim sportlichem Erfolg Abstriche machen.
Du sprichst Vereinen einfach Ambitionen ab, nur dass mit einer soliden Finanzpolitik für manche Klubs erkennbare Grenzen gesetzt sind ( aber auch für Schalke, Hertha, HSV usw) und man mit Vereinen, die regelmäßig CL spielen, finanziell nicht mithalten kann, dass die Schere - wie auch in unserer Gesellschaft - zwischen den Vereine seit Jahren auseinander geht, ist für dich ohne Belang.
Du bist derjenige, der hier ständig - hauptsächlich - auf den 05ern herumhackt, kleinere Vereine als "Kleckerklubs" bezeichnet, ihnen mit unzähligen Statistiken die Daseinsberechtigung in der Bundesliga absprechen willst. Es gibt nur eine Statistik, die letztlich zählt: die Tabelle. Der sportliche Erfolg zählt, nicht die Tradition, nicht die Mitgliederzahl, nicht die TV Einschaltquoten. Nicht die 05er oder Freiburg sind schuld an der Misere von Schalke, Schalke selbst ist schuld.
Ich habe überhaupt nichts gegen Schalke, mir wäre es lieber Schalke und der HSV wären in der Bundesliga, aber dann muss das Gesamtpaket stimmen.
Du lässt deinen Frust an den "Kleckerklubs" aus, die angeblich keine Ambitionen haben. Natürlich haben sie Ambitionen, nämlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten den größtmöglichen Erfolg zu erringen. Was ja zB bei Schalke nicht geklappt hat.

Und, das hast du immer noch nicht registriert, mein Herzensverein sind nicht die 05er, ich gebe dir nur Kontra, was ja sonst keiner von den kleineren Vereinen mangels Masse macht. Warum du ausgerechnet die 05er als deine Lieblingsfeind ausgesucht hast, verstehe ich sowieso nicht, Schalke hat die Verpflichtung von Heidel selbst zu verantworten, es gäbe da Vereine, die ohne Investoren nie in der Bundesliga spielen würden. Wenn überhaupt, nehmen die Schalke oder dem HSV den Platz weg, aber nicht Heidenheim, Freiburg, Bochum oder eben die 05er.
 

Detti04

The Count
Schalke kann derzeit keine Ambitionen auf die Spitze der Bundesliga haben, weil durch den Abstieg der Verein finanziell auf Kleckerklub zusammengeschrumpft wurde. Dazu reicht ein einziger Abstieg. Dasselbe gilt beispielsweise fuer Bremen und Stuttgart - das sind 3 Vereine, die vor 16 Jahren noch den Meistertitel unter sich ausgespielt haben. Falls Du nicht weiss, was ich damit meine:


Zum Vergleich die Tabelle der PL aus demselben Jahr:


An der Spitze United, Chelsea, Liverpool, Arsenal, Tottenham... Die sind auch heute noch (in der Regel) in der oberen Tabellhaelfte zu finden.

Italien 06/07:


Inter, Roma, Lazio, Milan - auch die sind heute noch oben dabei. (Juve fehlt 06/07 wegen des Zwangsabstiegs.)

Findest Du nicht, dass da in der Buli irgendwas schief laeuft ist, wenn anderswo Spitzenklubs auch auf Jahrzehnte Spitzenklubs bleiben koennen, in der Buli aber nicht?

Das Buli-Jahr 06/07 war auch kein Ausreisser, denn in den Jahren drumherum sah es auf den ersten 6 Plaetzen so aus:

04/05: Bayern, Schalke, Bremen, Hertha, Stuttgart, Leverkusen
05/06: Bayern, Bremen, Hamburg, Schalke, Leverkusen, Hertha
06/07: Stuttgart, Schalke, Bremen, Bayern, Leverkusen, Nuernberg
07/08: Bayern, Bremen, Schalke, Hamburg, Wolfsburg, Stuttgart
08/09: Wolfsburg, Bayern, Stuttgart, Hertha, Hamburg, Dortmund

Wie kann es sein, dass alle hier aufgezaehlten Vereine - mit Ausnahme von Bayern, Dortmund und den Werksvereinen - in der Zwischenzeit durch einen Abstieg komplett kaputt gemacht wurden? Koennen die etwa alle mit Geld schlechter umgehen als die entsprechenden englischen oder italienischen Spitzenvereine? Oder laeuft da in der Bundesliga nicht doch vielleicht ganz grundlegend etwas falsch?
 

powerhead

Pfälzer
Es läuft ja nicht nur in der Bundesliga etwas falsch in Deutschland, aber ja, es läuft einiges verkehrt.
Zum Beispiel die Verteilung der Fernsehgelder. Bayern und Dortmund kassieren seit Jahren die größten Anteile, wenn ich dann den Fatzke nach dem gescheiterten Einstieg der Investoren höre, ihm bräuchte keiner mehr mit Solidarität zu kommen, könnte ich kotzen. Welche Solidarität denn? Dortmund nimmt es doch insgeheim in Kauf, nur die zweite Geige zu spielen, nur um die eigene Position nicht zu verlieren.
Wenn ich mir dann ausländische Ligen wie England ansehen, in denen Araber sich die großen Klubs als Hobby halten, oder Spanien, wo Real und Barca allein über 2 Milliarden Schulden haben, ist mir die derzeitige Situation in der Bundesliga doch eindeutig lieber.
Ich denke , es wird die Zeit kommen, da diese Blase platzen wird, dass die Unsummen für TV Rechte und irrsinnige Ablösen und Gehälter nicht mehr gezahlt werden.
Jedenfalls hoffe ich es zumindest. Möglicherweise steht dann die Bundesliga am Besten da.
 

Rupert

Friends call me Loretta
Solange sich damit Geld verdienen lässt bzw. political "green" washing betrieben werden kann, platzt da nichts was die Summen betrifft, die in den Profifußball gesteckt werden, mein' ich.
 
Kurze Antworten zu langem Posting:

1. Zu den Stars: Dann kommen halt neue Stars oder es werden andere Spieler zu Stars aufgebaut. Mal rein aus Dortmunder Sicht: Dortmund hat in den letzten Jahren Dembele, Sancho und Pulisic fuer viel Geld verkauft, und keiner dieser Spieler hat seither seinen Marktwert verbessert. (Nicht jeder Abgang ist wie Haaland.) In der Zeit, in der diese Spieler Marktwert verloren haben, hat der BVB neue Spieler zu Stars gemacht.

2. Zum internationalen Abschneiden bzw. den internationalen Aussichten: Das ist erstens unabhaengig von Punkt 1 und zweitens so gewollt. Okay, richtiger: Nicht gewollt, aber zwangslaeufig. Ich erfahre hier ja immer und immer wieder, dass Vereine wie Freiburg und Mainz usw. als sympathisch angesehen werden, waehrend Vereine, die Ambitionen haben, vielen anscheinend als Grosskotzklubs gelten. Es ist dann unvermeidlich, dass die Liga international wenig reisst, sobald grundsaetzlich ambitionslose Vereine mal aus Zufall in den internationalen Wettbewerb gelangen.
Ich finde es für meine Frage eigentlich völlig unerheblich, wie sich aus der BuLi abgewanderte Spieler danach schlagen. Hier und jetzt bilden sie jedenfalls die Speerspitze der Liga. Und da ist der Lochfraß dieses Jahr nach meinem subjektiven Eindruck größer als sonst. Kann aber natürlich sein, dass ich mich täusche. Ich hab's jetzt nicht extra statistisch ausgewertet. So oder so ist das der Qualität der Liga jedoch erst mal abträglich.

Warum ist ein Abfluss an Leistungsträgern unabhängig vom Abschneiden in den internationalen Wettbewerben? Den Gedanken verstehe ich nicht. Je weniger Leistungsträger ein Klub hat bzw. ersetzt bekommt, desto größer ist doch die Wahrscheinlichkeit, dass er international scheitert oder zumindest einbricht, oder?
Diese Neiddebatte, die du da ansprichst, finde ich durchaus interessant und wäre bestimmt einen eigenen Thread wert. Ernsthaft: Mach das mal, wenn du Lust hast. Da würde ich gerne mitlesen. Mit meiner Frage hat sie aus meiner Sicht allerdings wenig zu tun, denn ob Union (als aktuelles Beispiel) sympathisch oder als Großkotz wahrgenommen wird, hatte keinerlei Einfluss auf ihre Platzierung als Nummer 4 der Tabelle. Diese wird ja nicht nach Sympathiewerten gewählt, sondern erstellt sich allein durch sportliches Abschneiden. Oder umgekehrt auch durch das "Nichtabschneiden" der sportlich stärker erwarteten Klubs.

Um das vielleicht noch mal zu präzisieren: Ich frage mich eben, ob das Anzeichen dafür sind, dass wir uns aktuell in eine Art Sackgasse bewegen, wo wir als (Fußball-)Nation zu groß sind, um ernsthaft Gefahr zu laufen, hinter die kleineren Ligen wie Portugal oder die Niederlande zu rutschen, aber - vielleicht auch wegen des übermächtigen Primus' - heimlich, still und leise derart an Qualität einbüßen, dass wir den Anschluss an die großen Konkurrenzligen verlieren. Im Falle Englands, dürfte das schon eingetreten sein, zu den Spaniern klafft doch zumindest schon eine ordentliche Lücke und die Italiener schicken sich an, uns Rang 3 abzulaufen. Womit wir bei den Franzosen angelangt wären, die ich in einer ähnlichen Situation sehe. Täuscht mich das oder ist das schwarz gemalt? Ich bin ehrlich, ich habe darauf keine Antwort. Aber mich interessiert, wie andere das wahrnehmen.
 

Detti04

The Count
[...]
Warum ist ein Abfluss an Leistungsträgern unabhängig vom Abschneiden in den internationalen Wettbewerben? Den Gedanken verstehe ich nicht. Je weniger Leistungsträger ein Klub hat bzw. ersetzt bekommt, desto größer ist doch die Wahrscheinlichkeit, dass er international scheitert oder zumindest einbricht, oder?
[...]

Um das vielleicht noch mal zu präzisieren: Ich frage mich eben, ob das Anzeichen dafür sind, dass wir uns aktuell in eine Art Sackgasse bewegen, wo wir als (Fußball-)Nation zu groß sind, um ernsthaft Gefahr zu laufen, hinter die kleineren Ligen wie Portugal oder die Niederlande zu rutschen, aber - vielleicht auch wegen des übermächtigen Primus' - heimlich, still und leise derart an Qualität einbüßen, dass wir den Anschluss an die großen Konkurrenzligen verlieren. Im Falle Englands, dürfte das schon eingetreten sein, zu den Spaniern klafft doch zumindest schon eine ordentliche Lücke und die Italiener schicken sich an, uns Rang 3 abzulaufen. Womit wir bei den Franzosen angelangt wären, die ich in einer ähnlichen Situation sehe. Täuscht mich das oder ist das schwarz gemalt? Ich bin ehrlich, ich habe darauf keine Antwort. Aber mich interessiert, wie andere das wahrnehmen.
Aber die Stars werden doch ersetzt. Oder anders: Die Stars, die jetzt abwandern, waren ja selber nur Ersatz fuer abgewanderte Stars. Vor Kolo Muani gab es bei Frankfurt Andre Silva, davor Haller, Jovic und Rebic, und Bas Dost war zwischendrin auch noch da. Irgendwer muss schliesslich die Tore schiessen, und der ist dann eben der neue Star. Und wenn der neue Star nicht Kolo Muanis Nachfolger in Frankfurt ist, dann ist es eben ein neuer Stuermer sonstwo. Um es auf den Punkt zu bringen: Stars werden durch die Ligaspiele gemacht, nicht durch (je nach Klub) moeglicherweise nur wenigen internationale Spiele. Und die Zahl der Ligaspiele bleibt ja unveraendert.

Was das internationale Abschneiden der deutschen Klubs angeht: Die deutschen Mannschaften unterperformen im Vergleich zu englischen und spanischen Vereinen meiner Meinung nach seit Jahrzehnten in der EL, waehrend sie in der CL ganz ordentlich abschneiden, glaube ich. Das hat meiner Meinung nach damit zu tun, dass die deutschen Klubs selten bereit sind, eine Saison lang wirklich auf die Karte EL zu setzen und ein schlechteres Abschneiden in der Liga in Kauf zu nehmen. Hertha in den 2000-ern war da fuer mich immer das Musterbeispiel dafuer, wie man es nicht macht: Wenn es im Fruehjahr darum ging, sich in KO-Runden im UEFA-Cup durchzusetzen, Hertha aber gleichzeitig in der Liga um die erneute Qualifikation fuer den UEFA-Cup kaempfen musste, dann konzentrierte die Hertha ihre Bemuehungen in erster Linie auf die Liga und schied im UEFA-Cup relativ bereitwillig aus. Statt Risiko und Ambition auf den Titelgewinn (oder zumindest bestmoegliches Abschneiden) waehlte man "Hauptsache naechstes Jahr wieder dabei". Aus Sicht der Buli ist ein Verein mit diesem Verhalten natuerlich ein verschwendeter Startplatz. Es reicht halt eben nicht, wenn man erst ab dem Halbfinale bereit ist, sich wirklich auf den internationalen Wettbewerb zu konzentrieren, denn dann kommt man wahrscheinlich erst gar nicht so weit.
 
Ich gehe mit den beiden letzten Beiträgen von Noir und Detti mit, wobei ich schon einen Unterschied zwischen "Stars" und "Leistungsträger" mache. Union hat Leistungsträger wie Robin Knoche oder Rani Khedira. Stars hat Union aber nicht. Die vermisst auch Keiner.
Ich denke auch nicht, dass sich deutsche Mannschaften unter Wert verkaufen. Mannschaften anderer Länder können auch Fußball spielen.
Union hat sich auch nicht hängen lassen. St.Gilloise war einfach besser. Sie spielten den gleichen Stil wie wir, bloß eben cleverer.
Unser Ziel für die neue Saison steht schon: 40 Punkte. das wird schwer genug.
 

Hendryk

Forum-Freund
wobei ich schon einen Unterschied zwischen "Stars" und "Leistungsträger" mache.
Da mache ich auch einen Unterschied. Werder hat auch keinen Star, trotz Fülle. Der ist für mich ein Leistungsträger.
Stars werden gefühlt eher von den Medien gemacht. Da ist jeder Spieler der beim FC Bayern unterschrieben hat, gleich ein Star.
 
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