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Leverkusen: Wenig Training unter Bosz

Auch in seinem ersten offiziellen Trainingslager mit den Leverkusenern lässt sich Trainer Peter Bosz nicht beirren und zieht weiter sein Ding durch. Insgesamt eine Woche gastieren die Rheinländer in Österreich, doch der Coach will in dieser Zeit mit seinen Kickern nur 6 Trainingseinheiten absolvieren. Der Ablauf ähnelt damit eher einer normalen Woche in der Liga statt einer knallharten Vorbereitung auf die neue Saison. 

Dass die Vorbereitung unter Bosz etwas anders laufen wird, als es sonst die Regel ist, haben die Profis von Bayer 04 schon vor dem Trainingslager zu spüren bekommen. „Letztes Jahr haben wir am Anfang eine dreitägige Radtour gemacht. Das war schon extrem heftig. Jetzt hatten wir nach zwei Tagen direkt einen Tag frei. Das ist gut für die Erholung. So kann man jeden Tag wirklich 100 Prozent abrufen“, so Mitchell Weiser über die Herangehensweise von Boszs im Vergleich mit der dessen Vorgänger Heiko Herrlich. Der Kontrast ist nicht zu übersehen.

Das gilt auch jetzt im Trainingslager, denn lediglich am Donnerstag wird es zwei Einheiten geben, ansonsten wird jeweils nur einmal am Tag trainieren. Vor den beiden Testspielen am Samstag wird es lediglich ein Anschwitzen geben und am Sonntag vor der Abreise findet dann noch eine kleine Einheit im Hotel statt. Macht alles in allem nur 6 Einheiten auf dem Platz in 7 Tagen Trainingslager. 

Der Niederländer bleibt mit dieser Trainingshäufigkeit seiner ganz eigenen Strategie treu. Er will in erster Linie eine hohe Intensität in jeder Einheit und verzichtet in diesem Zusammenhang auf eine zu hohe Anzahl an Einheiten. Lediglich am Donnerstag wird es zwei Einheiten geben, doch bei einer werden lediglich Standards eingeübt. „Einmal 100 Prozent bringt mehr als zweimal 60 Prozent“, so Bosz und erklärt: „Bei uns ist die Vororientierung der Spieler auf dem Platz sehr wichtig. Je höher das Niveau ist, desto weniger Zeit bekommt man. Wenn man nur mit 60 Prozent trainiert, bekommen die Spieler mehr Zeit als im Spiel. Da lernen sie nichts. Ich versuche, es im Training sogar schwieriger zu machen. Dann wird es einfacher im Spiel.“

In Dortmund sah man das 2017 eher kritisch. So könnte es sehr gut sein, dass er diese Herangehensweise vorgehalten bekommt, wenn die Leverkusener im Laufe der Hinrunde konditionelle Probleme bekommen sollten. Das ist dem Niederländer jedoch herzlich egal. „Es gibt verschiedene Wege nach Rom. Ich weiß nicht alles, aber ich glaube, dass mit unserer sehr intensiven Spielweise auch sehr intensives Training notwendig ist, bei dem die Spieler keine Zeit haben, nachzudenken. Das ist vom Körper her intensiv, aber auch vom Kopf her. Es ist wissenschaftlich untersucht: Wenn man von diesen intensiven Einheiten zwei pro Tag hat, verletzt man sich. Das ist unmöglich“, so der Coach. 

Immerhin gibt es am Abend für die Profis immer noch 10 bis 15 Minuten Theorie-Stunden. So werden verschiedene Videosequenzen aus dem Training oder aus Testspielen analysiert und erläutert. „Ich fordere die Spieler, maximal nachzudenken. Da erwarte ich, dass sie maximal fokussiert sind. Dadurch wird das Gehirn angesprochen. Das ist auch ein Training“, so Bosz. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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