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Dortmund: Reus über die Saison und die Neuzugänge

Marco Reus ist aktuell mit der Nationalmannschaft unterwegs und wird im Rahmen der EM-Qualifikation gegen Weißrussland und Estland antreten müssen. In einem Interview äußerte er sich nun darüber, wie er mit der verpassten Meisterschaft umgeht und was er über die Transfers denkt, die im Hinblick auf die kommende Saison bisher getätigt wurden. Derweil hat der mittlerweile 30-Jährige auch eine klare Meinung zur terminlichen Ansetzung der Länderspiele. 

Vor allen Fragen äußerte sich Reus dazu, wie es aktuell erstmals ohne den Bundestrainer läuft. Aufgrund eines Sportunfalls ist Jogi Löw noch immer nicht mit von der Partie, sodass nur die beiden Assistenten Marcus Sorg und Antonio di Salvo derzeit die Einheiten leiten. „Löw hat vor uns ein gewisses Auftreten. Das fehlt natürlich. Und es ist für Spieler generell nie einfach, wenn der Cheftrainer nicht da ist. Ob nun im Klub oder bei der Nationalelf. Umso wichtiger ist es, dass wir genau das umsetzen, was Marcus und Toni uns auf den Weg geben“, so Reus, der aber die beiden Spiele jetzt als durchaus problematisch ansieht: „Ich finde die aktuellen Termine sehr unpassend. Meiner Meinung nach sollte spätestens nach dem Champions-League-Finale für alle wirklich Schluss sein, wenn im Sommer kein Turnier gespielt wird. Viele von uns standen am 18. Mai zuletzt in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Seitdem müssen wir einerseits regenerieren, dürfen aber andererseits auch die Fitness nicht vernachlässigen. Das ist sowohl für den Kopf als auch den Körper extrem schwierig.

Mental schwierig war für alle Profis des BVB sicherlich auch die Endphase der abgelaufenen Saison. Reus steuerte am Ende insgesamt 17 Tore und 12 Vorlagen bei, doch die Borussen verpassten den Titel gegen die Bayern. „So richtig werde ich damit erst abschließen können, wenn ich nach der Zeit mit dem Nationalteam in den Urlaub gehe. Es tat richtig weh, weil die Chance diesmal einfach unglaublich groß war. Es war viel mehr drin für uns. Das hängt schon noch ein bisschen nach“, so Reus mit einem kurzen Rückblick. Ganz bitter ist, dass es nicht unbedingt an der Stärke der Bayern sondern eher an der Schwäche der Dortmunder lag, dass der Titel am Ende in München landete: „Ich habe mich sogar doppelt geärgert, denn wir haben den Titel nicht nur verpasst, sondern müssen uns dieses Versäumen auch selbst zuschreiben, weil wir zwischenzeitlich deutlich vorne lagen.“ 

Für jeden Dortmunder natürlich ein herber Nackenschlag, doch der Routinier geht davon aus, dass alle ihre Lehren daraus ziehen und stärker zurückkommen werden. „Jeder hat jetzt seine Erfahrung gemacht. Wir haben uns bereits gut verstärkt (Thorgan Hazard, Julian Brandt, Nico Schulz; Anm.d.Red.). Unser Ziel muss es deshalb sein, bis zum Ende ganz oben zu bleiben und den Titel dann auch zu holen“, so der Offensiv-Allrounder. Brandt und Schulz kennt Reus schon aus der Nationalmannschaft. Natürlich ist der Dortmunder von diesen Transfers sehr angetan: “Wenn du große Ziele hast – und die haben wir, dann brauchst du viele hochkarätige Spieler. Und die bekommen wir mit ihnen fraglos dazu.“

Mit 30 Jahren hat Reus wohl nicht mehr allzu viele Chancen, seinen persönlichen Titelschrank weiter zu füllen. „Meine Gier ist seit meinem ersten Tag beim BVB extrem ausgeprägt. Aber je näher das Ende der eigenen Karriere rückt, desto intensiver liegt das Augenmerk darauf. Seit ich in Dortmund dabei bin, waren wir etliche Male kurz davor. In den nächsten zwei, drei Jahren muss es jetzt dann aber auch mal klappen“, so Reus, der auch aufgrund von seinen vielen Verletzungen bisher nie den Sprung zu einem der großen Topklubs machen konnte.  

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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