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Berlin: Dardais letzter Akt

Wenn man sich nur die sportlichen Aussichten anschaut, geht es für die Berliner am letzten Spieltag der Saison im Spiel gegen Leverkusen um nichts mehr. Fakt ist aber auch, dass es zumindest für drei Kicker, Trainer Pal Dardai und zwei Assistenztrainer das letzte Spiel im Olympiastadion sein wird, was doch noch einmal etwas Feuer in die Sache bringt. 

Nach insgesamt viereinhalb Jahren endet nun die erfolgreiche Amtszeit des Ungarn, der nebenbei auch noch Herthas Rekordspieler in der Bundesliga ist. Das Spiel gegen Leverkusen wird der letzte Auftritt an der Seitenlinie werden. Bei der Pressekonferenz präsentierte er sich den anwesenden Journalisten noch einmal angriffslustig aber gleichzeitig auch humorvoll. Diese Art hat ihn seit seinem Amtsantritt in Februar 2015 immer ausgezeichnet. In letzter Zeit wurde er natürlich immer wieder gefragt, ob das letzte Spiel für die Hertha für ihn auch ein besonderes sei. „Ich habe das gleiche Gefühl wie immer, ich spüre nicht, dass es was Besonderes ist“, so Dardai, allerdings hat er dieses Mal gleich 30 Freikarten für Familie, Freunde und Bekannte bestellt: „Diesmal war ich frech. Der Manager war nett. Alles, was ich bestellt habe, habe ich gekriegt – und ich musste es diesmal nicht kaufen“, so der Ungar. 

Dass er noch mit einer gehörigen Portion Humor ans Werk geht, zeigte der 43-Jährige auch an anderer Stelle, auch wenn er indirekt die Medien wieder an seinem Aus Schuld haben ließ. „Das Schönste waren die vergangenen vier Wochen. Die Medien haben uns in Ruhe gelassen, wir haben wie im Nachwuchsbereich gearbeitet. Das nehme ich mit. Diese vier Wochen waren traumhaft. Sogar meine Frau hat gesagt, du brauchst keine Pause, du siehst wieder gut aus. So sieht das aus ohne Medien“, so Dardai. Bleibt abzuwarten, ob ihm die Presse nicht doch fehlt, wenn er sein selbst angekündigtes Sabbatjahr komplett durchziehen sollte. „Ich bin Hertha BSC dankbar für diese Erfahrungen, ich habe sogar Geld dafür bekommen. Das ist ein Geschenk des Lebens. Ich habe gezeigt, dass ich Bundesliga kann. Pal Dardai ist jetzt ein ganz anderer Trainer als vor vier Jahren“, so der Ungar, den wir sicher früher oder später wieder an der Seitenlinie eines Bundesligisten begrüßen dürfen. 

Für das letzte Spiel haben die Berliner sich vorgenommen, der Werkself aus Leverkusen noch den Einzug in die Champions League zu vermasseln. Mit einem Dreier hätte die Hertha mit 22 Punkten die beste Rückrunde seit der Saison 2008/09 absolviert, was allerdings eher dafür spricht, dass die Hauptstädter in der Regel die Rückserie nicht besonders erfolgreich gestalten. „Dann könnt ihr nicht mehr schreiben, dass Hertha eine schlechte Rückrunde spielt. Dann habt ihr ein Thema weniger“, so Dardai mit einem Grinsen im Gesicht und der Hoffnung, dass seine Jungs mindestens 2 Tore schießen: „Das Ziel ist, diese Saison 50 Tore zu machen. Das wäre eine überragende Zahl. Zwei Tore müssen wir dafür noch machen.“ Allerdings haben die Berliner die letzten beiden finalen Heimspiele der Spielzeiten verloren: „Hertha BSC hat sich da leider zu Hause blamiert. Wir haben die Mannschaft eingeschworen, sie will es besser und ein gutes Spiel machen.“ 

Neben dem Trainer werden noch weitere Personalien am Samstag verabschiedet. „Das werden noch mal emotionale Momente“, so Manager Michael Preetz, der damit auf Fabian Lustenberger anspielt, der die Hauptstadt nach 12 Jahren verlassen und in seine Heimat zum Schweizer Meister YB Bern wechseln wird: „Fabian steht wie kein zweiter Spieler für eine Identifikation mit Hertha BSC.“ Zudem werden die beiden Co-Trainer Rainer Widmayer, der zum VfB Stuttgart geht, und Admir Hamzagic sowie Youngster Julius Kade (ablösefrei zu Union Berlin) verabschiedet. Gleichzeitig wird nach 2 Jahren auch der Vertrag von Keeper Jonathan Klinsmann (Sohn von Jürgen Klinsmann) nicht verlängert. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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