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Schalke: Tedescos Stuhl wackelt

Domenico Tedesco hat es auf Schalke seit dieser Saison nicht leicht, doch eine solche Demütigung hat er in seiner bisherigen Zeit als Trainer noch nicht hinnehmen müssen. Das 0:4 vor heimischer Kulisse gegen Düsseldorf ist der Tiefpunkt einer schlechten Saison für ihn und die Königsblauen. Die Knappen wollen sich nun im morgigen Spiel gegen die Bremer so gut es geht aus der Krise schießen. Für den Trainer könnte es schon die letzte Chance auf seinen Job sein. 

„Ich kann es auch nicht mehr hören“, so Tedesco über seine eigenen Durchhalteparolen: “Ich möchte nicht jede Woche das Gleiche erzählen. Ich könnte immer sagen, wie gut die Gespräche und das Training waren.“ Aber es bringt ihn auch nicht weiter, dass die Spieler sich nach einem 0:4 gegen einen Aufsteiger hinstellen und sagen, dass er der richtige Trainer sei. „Das braucht kein Mensch. Wir müssen es auf dem Platz zeigen“, so der 38-Jährige, der zumindest weiter vom seinem Kader überzeugt ist und denkt, dass man die Saison im Endspurt doch noch retten kann. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es im Vergleich zum Spiel gegen Düsseldorf in Bremen einige Änderungen in der Startelf geben wird. 

Derweil wollte sich der Trainer nicht zu Gerüchten äußern, laut denen es schon Grüppchenbildungen im Kader und Verein geben soll, die einen negativen Einfluss auf alle haben. „Manchmal gibt es Situationen und Dinge, die nicht so laufen, wie sie laufen sollten“, so der Trainer, der das aber nicht auf Gruppendynamiken schieben wollte: „Das wäre zu einfach, auf diesen Zug aufzuspringen.“ In erster Linie will er vor den nächsten Aufgaben nur auf sich und seine Mannschaft schauen, eine kleine Einschätzung zu den Bremern gab er dann aber dennoch ab: „Sie haben Spielintelligenz, mündige Akteure und eine nahezu perfekte Entscheidungsfindung aber sie sind nach vorne nicht die Schnellsten. Das kompensieren sie durch Timing, Passschärfe und -genauigkeit.“

Gegen Bremen soll endlich die Trendwende erfolgen, allerdings war das in dieser Saison schon oft der Fall und bisher hat es noch nicht nachhaltig funktioniert. Vor allem appelliert er an den Charakter seiner Mannschaft, die sich als amtierender Vizemeister derzeit im Abstiegskampf befindet. Qualität ist wichtig, doch im Moment braucht man auf Schalker eher Malocher- und Teamfähigkeiten. „Alles andere sind Nuancen“, so Tedesco, der auch noch sehr deutliche Worte fand: „Entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, aber wir haben uns in diese Scheiße hineingeritten und müssen da auch gemeinsam rauskommen.“ 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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