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Stuttgart: Miese Schlussphase

Am Ende war es dann doch einfach nur ein schlimmer Abend für die Stuttgarter. Nachdem die Schwaben im Spiel gegen die Gladbacher lange eine gute Leistung zeigen konnten, ging ihnen am Ende die Luft aus. Die Fohlen markierten noch drei Treffer. Zu allem Überfluss mussten die Stuttgarter dann auch noch personelle Rückschläge hinnehmen. Besonders bitter war der Abend von Verteidiger Benjamin Pavard, der mit einer Verletzung weiter auf dem Feld blieb, dann aber auch noch ein Eigentor fabrizierte. 

Die letzten Minuten der Partie mussten die Schwaben mit 9 Mann überstehen. Erik Thommy wurde erst in der Pause eingewechselt, zupfte dann aber Thorgan Hazard am Trikot und wurde beim Stand von 0:3 schon in der 83. Minute mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. Es kam hart auf hart, denn der sonst so sichere Pavard lenkte eine Hereingäbe von Lars Stindl unglücklich in den eigenen Kasten und musste dann mit einer Verletzung vom Platz. Wie nach dem Spiel kommuniziert wurde, hatte sich der französische Weltmeister schon bei der Entstehung des 0:1 verletzt, wollte aber weiter auf die Zähne beißen. „Wir wollten ihn vorher schon runterholen, er wollte die Mannschaft aber nicht im Stich lassen“, so Reschke. Fakt ist nun, dass Pavard den Schwaben in der Hinrunde nicht mehr zur Verfügung stehen wird, denn er hat sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen.

Der Franzose konnte in der Schlussphase allerdings nicht mehr ausgewechselt werden, denn Trainer Markus Weinzierl musste zuvor schon zweimal verletzungsbedingt tauschen. Dennis Aogo hatte unter der Woche schon mit Wadenproblemen zu kämpfen und musste schon nach nur 26 gespielten Minuten vom Platz. Nach dem Halbzeitpfiff war dann für Andreas Beck aufgrund von Knieproblemen Feierabend. Der Rechtsverteidiger wird sich heute noch einer Kernspinuntersuchung unterziehen, die darüber Aufschluss geben soll, ob er in diesem Jahr noch einmal eingreifen kann. Sowohl bei ihm als auch bei Aogo haben die Schwaben noch eine Resthoffnung. „Heute ist sehr viel zusammengekommen, so etwas habe ich selten erlebt“, so der enttäuschte Weinzierl im Interview: „70 Minuten haben wir es ordentlich gemacht, standen defensiv stabil und haben gut verteidigt.“

Tatsächlich haben die Stuttgarter über weite Strecken sehr gut verteidigt und kaum etwas zugelassen, bis dann das 1:0 durch Raffael fiel. „In dem Augenblick waren wir einfach nicht eng genug am Mann dran“, so Torwart Ron-Robert Zieler: „Gladbach hat die Qualität, um das eiskalt auszunutzen. Das tut natürlich brutal weh, weil das definitiv der Knackpunkt war.“ Weinzierl wollte keine Ausreden finden, sah aber einen großen Faktor in den beiden Verletzungen von Aogo und Beck. „Wenn wir personell nicht so angeschlagen gewesen wären und nicht schon zweimal hätten wechseln müssen, wäre mehr möglich gewesen“, so der VfB-Coach: „So hat die Borussia mit ihrem Doppelwechsel (Florian Neuhaus und Raffael kamen, Anm. d. Red.) neuen Schwung reingebracht und wir könnten nichts mehr dagegensetzen. Zum Schluss war es natürlich unheimlich schwer“, so der Übungsleiter.

Dabei hätte alles ganz anders laufen können, wenn Mario Gomez nach knapp 30 Minuten frei vor Yann Sommer das 1:0 markiert hätte. „Wenn du eine hundertprozentige Chance hast, ist es gut, wenn sie auch drin ist“, so Weinzierl: „Du brauchst die glücklichen Momente für dich, die Effizienz hat in der Situation nicht gepasst.“ Gomez hat bisher erst drei Saisontore auf dem Konto und wartet schon seit 7 Spielen auf einen weiteren Treffer. Immerhin Manager Reschke ist sich sicher, dass der ehemalige Nationalspieler diese Flaute aber noch vor der Winterpause beenden kann: „Wir werden bis Weihnachten noch ein wichtiges Gomez-Tor erleben.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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