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Hertha: Torunarigha mit einem Ausrufezeichen

Beim Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim durfte sich Jordan Torunarigha in Herthas Startelf  nicht blicken lassen, doch beim Spiel gegen Hannover 96 war er an diesem Wochenende wieder mit von der Partie. Das Comeback ließ sich durchaus sehen, denn am Ende stand für ihn ein Tor und ein Assist auf der Haben-Seite. Gleichzeitig zeigte er auch in der Verteidigung einen soliden Job. Kein Wunder, dass er dafür von seinem Trainer Pal Dardai nach der Partie noch ein Extra-Lob kassierte: „Das war der richtige Jordan.“

Drei Wochen zuvor, beim 1:4 in Düsseldorf, sah es um die Hertha nicht wirklich gut aus, unter anderem auch weil Torunarigha nach seiner Einwechslung zur Pause keinen guten Tag erwischte. „Wir haben die Niederlage ein bisschen eingewechselt“, so Dardai damals. Gegen Hannover holte er dann den etwas verunsicherten Derrick Luckassen aus der Startelf und gab Torunarigha eine neue Chance. Dieser ließ sich nicht lumpen und zahlte das Vertrauen mit einer tollen Leistung zurück. „Respekt“, so Dardai: „Beim letzten Mal habe ich Jordan genannt, als er nicht gut ausgesehen hat. Jetzt nenne ich ihn wieder. In Hannover war er der Gewinnertyp. Er muss dranbleiben und gesund bleiben, dann ist er ein wichtiger Teil der Mannschaft.“

Dabei war der Verteidiger sehr gut in die Saison gestartet, bevor ihn eine Achillessehnenverletzung und dann eine Wadenblessur aus der Spur brachten. Das Spiel gegen Düsseldorf kam definitiv eine Nummer zu früh, doch gegen Hannover konnte er sich dann eindrucksvoll wieder in den Fokus spielen. Nach einem Eckball von Valentino Lazaro konnte er die alte Dame per Kopf in Führung bringen. Das 2:0 durch Ibisevic konnte er dann selbst mit einer Flanke vorbereiten. Mittlerweile ist Torunarigha der einzige Innenverteidiger in der Bundesliga, dem in einem Spiel zwei Scorerpunkte gelungen sind. Bei den Berlinern gelang das einem Innenverteidiger das letzte Mal vor mehr als 14 Jahren. Der Name des Glücklichen damals ist Arne Friedrich, der beim 3:2 in Freiburg am 14. Februar 2004 ebenfalls einen Treffer und eine Vorlage zustande gebracht hatte. „Ich wusste, dass ich eine Reaktion zeigen muss“, so Torunarigha: „Ich habe mehr Gas gegeben und mehr mit unserem Athletiktrainer Henrik Kuchno gemacht.“

Für ihn soll es nun genau mit solchen Leistungen weitergehen und dann dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Herthaner seinen 2020 auslaufenden Vertrag verlängern werden. Pal Dardai will die Spannung bei seinem Eigengewächs in der Trainingspause nun hoch halten: „Jordan ist jetzt einen Tick zufrieden, er hat das (die Leistung in Düsseldorf, d. Red.) ausgebügelt. Aber das Leben geht weiter. Ich komme aus Ungarn. Wenn du dort so ein Spiel gemacht hättest, spazierst du bis Donnerstag durch die Stadt, alle klopfen dir auf die Schultern, und weil du zufrieden bist, spielst du das nächste Spiel bestimmt schlecht. Das geht in Deutschland nicht. Jetzt ist Jordan noch der Held, Montag ist frei, Dienstag ist alles wieder vergessen. Da kommt ein neuer Gegner, eine neue Vorbereitung – dann geht es darum, die Leistung zu bestätigen.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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