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Bremen: Mentalitäts-Problem?

Eigentlich ist man von Frank Baumann eher zurückhaltende Worte gewöhnt, doch dieses mal wurde er ungewohnt deutlich. Als „pomadig“ bezeichnete Werders Geschäftsführer den Auftritt seiner Profis beim 1:2 gegen die Mainzer vor der deutlich zu späten kommenden Schlussoffensive. Nicht nur der Manager, auch der Trainer Florian Kohfeldt wusste nicht, woher diese Mentalität kommt. Doch welche Maßnahmen werden nun an der Weser ergriffen. 

Während Kohfeldt die 2:6-Blamage vor einer Woche gegen Leverkusen schon nicht wirklich verstehen konnte, musste er diesmal einräumen: „Wenn ich wüsste, woran es lag, hätte ich schon vorher etwas anders gemacht“, so der Trainer, der natürlich auch weiß, dass die Mentalität im Verlauf einer langen Saison durchaus variieren kann, allerdings hatte er sich natürlich nach dem Leverkusen-Spiel eine deutliche Reaktion seiner Truppe erhofft. „Das Spiel gegen Leverkusen hat in den Köpfen keine Rolle mehr gespielt. Sonst hätte ich erwartet, dass wir übermotiviert gewesen wären. Aber das war nicht der Fall“, so Kohfeldt weiter.

Natürlich äußert er nicht zu offensiv Kritik an seinen Spielern, doch indirekt kann man zwischen den Zeilen schon etwas lesen. Intern wird er aber wohl deutliche Worte für seine Spieler finden, denn nach dem Leverkusen-Spiel wollte man sich gegenseitig starkreden und damit eine Sicherheit verleihen, doch statt der Sicherheit war man auch gegen Mainz schon nicht mehr so aufmerksam, wie zu Saisonbeginn. So wäre es wohl sinnvoller gewesen, schon nach dem 2:6 deutliche Worte zu finden und darauf aufmerksam zu machen, dass etwas nicht mehr rund läuft. Gleichzeitig sucht Kohfeldt aber auch bei sich eine Lösung, vor allem ob er in personeller Hinsicht stärkerer Akzente und diese ggf. auch schon früher im Spiel setzen müsste. So hätte er gegen Leverkusen schon beim Stand von 0:1 merken müssen, dass Marco Friedl einen schwarzen Tag erwischt hatte. Kohfeldt ließ ihn jedoch bis zur Pause auf dem Platz, um den jungen Österreicher nicht frühzeitig zu bestrafen, doch letztendlich stand man im Anschluss mit einem 0:3 da.

Gegen die Mainzer änderte er nun schon vor dem Seitenwechsel sein System von einem 4-3-3 auf ein 4-4-2 in Form einer Raute. Eigentlich rechnete man schon zur Pause unter anderem mit der Auswechslung von Yuya Osako, doch das passierte wieder einmal erst, nachdem es schon 0:2 stand. Generell könnte es nun dazu kommen, das die Bremer ihr bisher so erfolgreiches 4-3-3 auf den Prüfstand stellen werden. Vor allem auf den offensiven Flügeln hat man die Idealbesetzung noch nicht gefunden. Osakos Leistungen machen klar, dass er sich in der Zentrale deutlich wohler fühlt. Gleiches gilt im übrigen auch für Martin Harnik. So hat man mit Florian Kainz einen klassischen Flügelspieler, der auch in Einzelaktionen überzeugen kann. Allerdings trifft dieser im Kombinationsspiel zu oft die falschen Entscheidungen. Für das Spiel gegen Gladbach kann man also davon ausgehen, dass die Bremer es eher mit einem 4-4-2 oder gar einem 3-5-2 Probeiren werden.

In beiden Varianten wäre wohl auch Johannes Eggestein eine gute Option, denn der Youngster konnte sich in den letzten Wochen immer wieder mit guten Leistungen hervorbringen und das, obwohl er immer auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt wurde. Kohfeldt hat dadurch die Möglichkeit, ihn von Beginn an zu bringen und dem einen oder anderen Stammkicker eine Denkpause zu verpassen.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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