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Leverkusen: Die Bailey Debatte

Eigentlich war geplant, dass Leon Bailey in der Nacht von Sonntag auf Montag sein erstes Länderspiel für Jamaikas A-Nationalelf bestreitet. Doch dann verweigerte der Leverkusener seinen Einsatz. So soll der Verband angeblich gewissen Absprachen nicht eingehalten haben. Letztendlich gab es aber nichts als Ärger durch die Aussagen, die der gerade einmal 21-Jährige in seiner Heimat gegenüber einer Zeitung trag. Nun ist es an seinem Trainer Heiko Herrlich, Bailey wieder auf den richtigen Weg zu bekommen. 

Auch am Dienstag war die Verweigerung des ersten Spiels für Jamaika noch ein Thema. Die Leverkusener sind alles andere als zufrieden mit der Begründung des Spielers, warum er auf den Einsatz verzichtet hatte. Gegenüber der Zeitung „Jamaica Gleaner“ erklärte er seine Entscheidung so: „Ich stimmte zu, aufgrund einer Vereinbarung, die wir hatten, zu kommen. Aber als ich hier ankam, war es ein völlig anderes Szenario. Sie haben ihr Wort nicht gehalten, daher habe ich beschlossen, diese Partie nicht zu spielen.“

Bei dieser Vereinbarung ging es wohl um Baileys Stiefbruder Kyle Butler (20), der aktuell für den Kooperationsverein FC Juniors OÖ des österreichischen Erstligisten Linzer ASK spielt. „Ich brauche Spieler, die mich verstehen, ich muss auch an meine Interessen denken. Wenn ich ohne geeignete Unterstützung für Jamaika spiele, kann das meiner Karriere schaden“, so die haarsträubende Erklärung des wohl etwas abgehobenen Mittelfeldspielers. Durchaus fraglich, denn Baileys Stiefbruder hat gerade einmal 10 Erstligaeinsätze für den maltesischen Klub St. Andrews FC absolviert, was sicherlich keine herausragende Leistung ist. Trotzdem ist das die Bedingung für einen zukünftigen Einsatz für Jamaika. Wenn der Verband „bis November bereit ist, das zu machen, was wir verlangt haben, bin ich bereit, mein Land zu vertreten“, so der Leverkusener Profi.

Im Grunde ist es nur ein weitere Beweis für das zerrüttete Verhältnis zwischen Baileys Berater und Stiefvater Craig Butler und dem jamaikanischen Verband, von dem sich Butler nicht angemessen behandelt fühlt. Letztendlich ist der Leverkusener der Leidtragende, denn seine künftigen Teamkollegen in der Nationalmannschaft werden diese Situation wohl nicht mit Wohlwollen gesehen haben. Letztendlich weiß wohl auch der 21-Jährige selbst nicht, welche Folgen sein Handeln noch haben könnte. Nicht nur für ihn, sondern auch für seinen Stiefbruder, dem er eigentlich etwas Gutes tun wollte. 

Herrlich wollte sich gestern derweil noch nicht zu dieser Thematik äußern. “Das sind Dinge, die ich erst alleine mit ihm besprechen möchte, bevor ich mir eine Meinung bilde“, so der 46-Jährige. Fakt ist aber, dass er diesen Wirbel nicht gutheißen kann, nachdem Bailey schon seit Monaten auf der Suche nach seiner Form ist. „Wie gesagt, ich möchte das erst alleine mit dem Spieler besprechen. Da kennen Sie eigentlich meine Meinung. Das muss ich nicht nochmal beantworten. Was vorn auf dem Trikot draufsteht, ist wichtiger, als das, was hinten draufsteht“, so das Credo des Trainers. Doch was wird nun aus Bailey? Der 21-Jährige, der in der Mannschaft selbst nicht als Stinkstiefel bekannt ist, muss zumindest einen Denkzettel bekommen um zu erkennen, dass er für seine Fehler auch Verantwortung tragen muss. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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