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Freiburg: Spitz und seine Herzensangelegenheit

Alle Vereine in der Bundesliga haben sich die soziale Verantwortung als Tugend ganz groß auf die Fahne geschrieben. Alexander Spitz hat es beim SC Freiburg hautnah erlebt, wie dort diese Tugend zelebriert wird. Nach vielen Jahren gibt er nun die Unterstützung zurück und das erneut mit Hilfe des Vereins. 

Die Autostrecke von seinem Heimatort Menzenschwand nach Freiburg kennt Alexander Spitz nur zu gut, allerdings verbindet er damit nicht nur gute Erinnerungen. So lag er im Alter von gerade einmal 11 Jahren in den 70er Jahren in Freiburg in der  Kinderklinik, da er ab Knochenkrebs litt. Seine Mutter musste jedes mal die rund 50 Kilometer zwischen dem südlichen Schwarzwald und der großen Stadt zurücklegen, wenn sie ihren Sohn besuchen wollte. Dann aber, vor gut 2 Wochen, war genau diese Strecke ein großes Symbol für das Leben, denn insgesamt 18 Teilnehmer machten sich am ersten Samstag des Oktoberfestes auf, um diesen Weg mit dem Fahrrad zu absolvieren. Erst einmal nichts Besonderes, allerdings beinhaltet die Strecke auch einen Anstieg von gut 1000 Höhenmetern in Richtung Feldberg.

Der Clou dabei war, dass Spitz die Strecke nur mit einem Bein absolviert, um damit auf die Spendenaktion aufmerksam zu machen, die es für den Neubau der Kinder- und Jugendklinik der Uniklinik gibt. Die Zeit dort hat ihn bis heute zu dem Menschen gemacht, der er ist. Mittlerweile ist aus dem kranken Jungen ein fröhlicher Familienvater geworden, der nicht nur ein erfolgreicher Athlet sondern auch ein Botschafter ist. Wegen seiner Erkrankung musste man ihm damals ein Bein abnehmen. Was zunächst für den leidenschaftlichen Skifahrer ein Niederschlag war, entpuppte sich im Nachhinein als große Chance, denn er ist mittlerweile mehrfacher Ski-Paralympicsieger und -Weltmeister.

Eine seiner größten Motivationsfaktoren war Anfang der 80er ein Besuch des damaligen SC-Torhüter Günther Wienhold, der ihm ein Trikot schenkte. „Das war ein irrsinniger Schub“, so Spitz, der trotz der Amputation seines Beins und der Chemotherapie nie den Spaß am Sport verloren hat, ganz im Gegenteil: „Eigentlich war es mir wegen der Chemotherapie damals verboten, Sport zu treiben. Ich habe es trotzdem gemacht“, so der mittlerweile 50-Jährige: „Als die Ärzte gemerkt haben, dass es mich psychisch gestärkt hat, haben sie es mir erlaubt. Heute bin ich überzeugt, dass die Liebe zum Sport mir unheimlich geholfen hat.“ Wenn dann am Montag der Spatenstich zur neuen Kinder- und Jugendklinik stattfindet, wird unter anderem ein gemeinsamer Speiseraum, Alltagsstrukturen mit eigenen Räumen und Klassenzimmern entstehen, die den ganz jungen Patienten helfen sollen, schnell wieder in das normale Leben eintreten zu können. Der SC Freiburg unterstützt nicht nur diese Aktion sondern ist schon seit vielen Jahren für die Klinik aktiv. Vor allem Spitz freut sich darüber ganz besonders: „Das zeigt, welche Strahlkraft Vereine haben und was sie bewirken können.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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