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Hoffenheim: Kramaric auf der Bank

Die meisten Experten waren schon erstaunt, dass Julian Nagelsmann in der Schlussphase des Spiels gegen Frankfurt nicht auf seinen Torjäger Andrej Kramaric setzte. Gab es hier eventuell einen Vorfall oder schlechte Trainingsleistungen im Kreise der Hoffenheimer? Der tatsächliche Grund war dann aber wesentlich umspektakulärer, als sich alle Journalisten erhofft hatten.

Am Sonntag gab es das große Wiedersehen der beiden Vize-Weltmeister Andrej Kramaric und Frankfurts Ante Rebic. Die Vorzeichen waren allerdings schon unterschiedlich, denn während Rebic in der Startformation stand, musste Kramaric von der Seitenlinie aus zuschauen. Rebic hatte mit einem Treffer einen guten Tag, bevor er sich mit einer Gelb-Roten-Karte selbst aus der Bahn warf. Kramaric hingegen bekam über 90 Minuten nicht die Chance, seine Mannschaft doch noch auf die Siegerspur zu bringen.

Selbst in der Schlussphase kam er nicht, obwohl die Hoffenheimer gegen einen dezimierten Gegner aus Frankfurt eigentlich auf bedingungslosen Offensive hätten setzen müssen. Nagelsmann hingegen brachte Reiss Nelson, Joelinton und Vincenzo Grifo und ließ den Vize-Weltmeister Kramaric auf der Bank, was für alle Beteiligten wohl eher ungewöhnlich erschien. Doch wodran lag es nun genau? Schon unter der Woche setzte Nagelsmann in der Champions League gegen Manchester City auf Adam Szalai, Joelinton und Ishak Belfodil und erklärte sich danach wie folgt: „Die drei machen es derzeit im Training auch am besten“, so der Coach. Oder hat es da eventuell doch einen anderen Vorfall mit Kramaric gegeben, den der 31-Jährige nicht öffentlich machen wollte? Denn eigentlich war der Stürmer bisher unter Nagelsmann – zumindest als Einwechselspieler – immer gesetzt.

Letztendlich ist die Erklärung eher unspektakulär. Kramaric fehlt im Moment schlicht und ergreifend die Frische. Der 27-Jährige kommt nach der anstrengenden WM und der kurzen Sommerpause einfach noch nicht richtig in Fahrt. Trotzdem hat er derzeit schon 7 von 10 Pflichtspielen bestritten. So geht der Kroate aktuell auf dem körperlichen Zahnfleisch und bekommt von seinem Trainer eine Pause verordnet. Rebic hingegen scheint damit besser klarzukommen. Schon im Supercoup gegen die Bayern war er erfolgreich und das Spiel gegen Hoffenheim war das zweite Saisonspiel von Anfang an.

Der Terminkalender lässt aber für beide Teams nicht viel offen, denn beide Angreifer sind in der Länderspielpause schon wieder mit Kroatien unterwegs. Gegen England steht in der Nations League nach einer 0:6-Klatsche gegen Spanien der nächste Kracher an. Rebic hingegen kann sich nach seiner Gelb-Roten-Karte zumindest sicher sein, dass er in der nächsten Liga-Partie nicht mitwirken können wird.

 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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