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Hannover: Sorg endlich angekommen

Oliver Sorg hatte es zwischendurch nicht leicht. 2015 wechselte er aus dem Schwarzwald zu Hannover 96 und machte eine schwere Zeit durch. Mittlerweile ist er bei den 96ern eine gestandene Größe und kann zufrieden auf die letzten Jahre blicken. 

„Die Öffentlichkeit suchen ist nicht mein Ding“, so Oliver Sorg, der sich ohne großes Tamtam auf der rechten Seite als Außenverteidiger in Hannover zu einem Leistungsträger gemausert hat. Aktuell geht er bereits in die 4. Saison mit den 96ern. “Es gibt ja inzwischen Mitspieler, die zehn Jahre jünger sind als ich“, so der 28-Jährige über sein Standing bei den Niedersachsen: „Da rutscht man automatisch in eine Verantwortung und hilft den jüngeren oder neuen Spielern, die sich noch nicht so auskennen. Ich habe das Gefühl, dass die Jungs dafür dankbar sind. Habe ich es einmal nicht, dann lasse ich denjenigen auch in Ruhe. Wenn sie nach einem Tipp fragen, bin ich dafür gut. Ich habe mit 18 ja auch anders über Dinge gedacht als jetzt mit 28. Ich habe mir die Dinge mehr zu Herzen genommen als heute. Das war immer Thema. Auch wenn ich abschalten wollte, hat es mich heruntergezogen.“

Sorg hat hier definitiv seine Erfahrungen gesammelt, als er 2015 den Schwarzwald verließ und vom FC Freiburg nach Hannover wechselte. Sorg kam als Nationalspieler und fand entsprechend hohe Erwartungen an seine Person vor. Das Ganze, obwohl er im Mai 2014 gerade einmal ein Spiel unter Joachim Löw gemacht hatte. „Das Trikot und die Medaille, die es für jeden Nationalspieler zu einem Länderspiel gibt, habe ich noch zu Hause“, so Sorg über die Erinnerung an dieses kurze Kapitel: “Ich konnte es einordnen, andere vielleicht nicht. Die Erwartungen waren hoch. Ich weiß nicht, ob die Leute dachten: Die holen jetzt David Alaba, der ein Tor und zwei Assists in jedem Spiel macht.“

Entsprechend waren dann auch die Reaktionen, als Sorg in der Saison 2015/16 bei Hannover 96 nicht zu seiner Topform finden konnte. Das bekam dann sogar seine Familie zu spüren. „Eine wichtige Informationsquelle meiner Großeltern war, dass sie in der Zeitung gelesen haben, was mit mir in Hannover so los ist. Mein Opa hat mich einmal in den Arm genommen und gefragt: Junge, was ist denn nur los? Ich lese ja immer nur, wie schlecht es dir gehen muss. Für ihn war das so“, so Sorg, der aber auch weiß, dass es in Wahrheit nicht ganz so tragisch gewesen ist: „Manche Leute haben mich als einen anderen Spieler gesehen als ich war. Ein Feuerwerk abzubrennen, ist halt einfach nicht mein Spiel. Es ist ein bisschen vergleichbar mit dem Mobbing in den sozialen Medien. Irgendjemand schreibt einen Käse und bedenkt nicht, was er damit für Wirkungen erzielt.“

Sorg schaffte die Trendwende und hat aktuell wohl seine beste Phase überhaupt. „Seit ich Profi bin, bin ich ein solider und verlässlicher Spieler. Ich mache meine Arbeit, erfülle meine Aufgabe. Ich brauche da nicht zu zaubern und es ist völlig okay, wenn nach dem Spiel andere die Interviews geben“, so der Verteidiger, für den selbst aber auch andere Dinge zählen: „Für mich ist es wichtig, dass ich meinen Job gut gemacht habe. Dann gehe ich nach Hause und dann ist für mich alles okay. Meine Stärke ist die Defensive. Das war schon immer so und ist es heute auch noch. Ich bin auch taktisch ein flexibler Spieler.“

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