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Hoffenheim: Nagelsmann und die Ambitionen

Julian Nagelsmann hat sich noch nie gerne auf einen konkreten Ziel-Tabellenplatz festgelegt, bevor die Saison überhaupt begonnen hat. Das hat er bisher sowohl intern als auch extern vermieden. Eher war dabei immer die Rede von Tabellenregionen, wo er seine Mannschaft ansiedeln und gerne sehen würde. Nachdem man in den letzten beiden Jahren Vierter und Dritter geworden ist, ist gleichzeitig auch klar, dass die Ansprüche im Kraichgau mitgewachsen sind. Das weiß auch der junge Trainer nur zu gut. 

Es ist bei einem Klub mit sehr kurzer Bundesliga-Historie fast schon Normalität, dass es so läuft. Durch solche Erfolge haben manche Fans den Bezug zur Realität etwas verloren. So gab es eben auch die Saison, in der man enttäuschend aus der Europa League ausgeschieden und sich mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden geben musste. Das quittierte der eine oder andere Fan zum Beispiel beim Heimspiel nach dem EL-Aus gegen Freiburg mit Pfiffen gegen die eigene Mannschaft. Das ärgerte vor allem Nagelsmann, der das nicht unkommentiert im Raum stehen lassen wollte.

Im weiteren Verlauf der Saison demonstriert der gerade einmal 30-Jährige dann aber, dass er mit der Erwartungshalter und der sportlichen Leistungsfähigkeit definitiv umzugehen weiß. „Druck war letztes Jahr auch da, da sind wir dann Dritter geworden“, so der Coach, der wie immer ein Grinsen im Gesicht hatte: „Die logische Reihenfolge wäre, jetzt Zweiter zu werden. Ich glaube, das wird eng. Aber wir probieren’s.“ Im Kraichgau erwartet nun niemand todernst den 2. Platz, allerdings bezeugen auch Aussagen wie zuletzt von Leo Bittencourt das aktuelle Standing der TSG in der Liga. Der Neuzugang wurde nach der Konkurrenz auf der Position des Achters gefragt, wo neben ihm auch Vincenzo Grifo, Kerem Demirbay und Nadiem Amiri zum Zug kommen wollen. Selbst Steven Zuber, Dennis Geiger, Lukas Rupp und Florian Grillitsch können dort spielen. „Wenn du bei einem großen Verein spielen möchtest, gehört sich das so“, so Bittencourt.

Ein großer Verein, das hört man in Hoffenheim gerne. Bittencourt ist trotz seiner erst 24 Jahr in dem Zusammenhang kein unbeschriebenes Blatt, spielte er doch immerhin schon für Borussia Dortmund, Hannover 96 und den 1. FC Köln in der Bundesliga. So dürfte mittlerweile klar sein, dass zumindest die Mehrheit die TSG dauerhaft im oberen Drittel der Tabelle ansiedelt. Gefördert wird dieser Gedanke dadurch, dass die TSG sich erneut für Europa qualifiziert hat. Das kann durchaus beflügeln, wenn die Stimmung in einer schlechten Phase nicht wieder wie im Freiburg-Spiel derart schlagartig umkippt. Bleibt abzuwarten, wo die TSG sich in diesem Jahr einordnen kann.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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