0

Freiburg: Gesunde Psyche für den Endspurt

Die Freiburger stecken nach nur einem Punkt aus sechs Spielen wieder mitten im Abstiegskampf fest. Mittlerweile ist Christian Streich also nicht nur als Trainer sondern auch als Psychologe gefragt. Am Wochenende steht mit dem Spiel gegen den HSV gleich der nächste Abstiegskracher auf dem Zettel. Dabei will der Übungsleiter bei seinem Team auf bewährte Mittel setzen und erwartet einen Gegner mit einer forschen Gangart. 

„Hamburg ist offensiv ausgerichtet, agiert nach vorne gewandt und hat viele technisch gute Spieler, die Fußballspielen wollen“, so Streich bei einer ersten öffentlichen Gegneranalyse: „Sie werden sehr aggressiv auftreten und versuchen, uns mit ihrem Pressing zu Fehlern zu zwingen und an die Wand zu drücken. Der HSV wird wahrscheinlich wieder im 4-3-3 auflaufen, mit Ito und Kostic auf den Außen und Hunt als schwimmender Neun. Zudem stoßen die beiden Achter in die Halbräume rein. Das ist schwierig zu verteidigen.“

Ein Gegenmittel hat der emotionale Coach natürlich zumindest auf dem Papier auch schon parat: „Wir müssen auch aggressiv und vorwärtsgewandt sein“, der von seinem genauen Spielplan nichts verraten wollte. Wie in jeder Woche stellt sich für ihn die Frage nach dem System. Die Freiburger fühlen sich in ihrem 4-4-2 am wohlsten, was man gegen Mainz beobachten konnte, als eine Änderung nicht die gewünschten Erfolge mit sich brachte sondern einzig und allein dazu führte, dass man zu tief stand und den Gegner kommen ließ. Wenn man sich aber anschaut, dass die Offensive derzeit kaum qualitativ besetzt werden kann und die Hamburger wohl mit drei Offensiven und zwei Achtern auflaufen werden, spricht aktuell vieles für eine erneute Fünferkette.

Neben den taktischen Fragen muss sich Streich zusammen mit seinen Trainerkollegen in diesen Tagen auch um die Psyche seiner Spieler kümmern. In sechs Spielen gelang dem SC nur ein Tor und ein Punkt, was in dieser Phase der Saison natürlich eine tödliche Bilanz ist. „Das geht schon im Kopf herum“, so Manuel Gulde im Hinblick auf die Abstiegszone. Mit Einzelgesprächen versuchen die Trainer nun, den Druck möglichst gering zu halten. Vor allem Dinge wie beispielsweise die Schiedsrichterentscheidungen im Spiel gegen die Mainzer dürfen nun keine Rolle mehr spielen, wenn man im Endspurt noch den Klassenerhalt schaffen will. „Die einzigen, die uns helfen können, sind wir selbst in der Gruppe. Es gibt keine Ausreden. Das schlimmste, was wir machen könnten, wäre, irgendwelche Alibis zu suchen. Egal, wie hart, abstrus oder ungerecht sich manches auch manchmal anfühlt, das hat keine Relevanz für unsere Spielleistung. Es geht nicht um irgendwelche Entscheidungen, die wir nicht beeinflussen können oder Verletzte, die man immer mal hat. Verantwortlich sind nur wir selbst“, so Streich.

Fakt ist, dass die Freiburger aktuell langsam aber sicher Richtung Relegation taumeln. Ob sie der Situation gewachsen sind, wird sich morgen im Spiel gegen den Hamburger SV zeigen. Streich kennt sich mit solchen Situationen natürlich bestens aus. Mittlerweile ist er seit sechseinhalb Jahren Trainer in Freiburg und fühlt sich persönlich für den Endspurt gut gewappnet. „Ich bin vorbereitet, weil ich weiß, dass solche Situationen kommen können“, so Streich.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

Ähnliche Artikel

Antwort hinterlassen

Antwort eintragen
© 2018 Soccer-Fans.de. All rights reserved.