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Mainz: Schwarz bricht aus

Erst hatte Sandro Schwarz noch gute Laune, als er am heutigen Dienstag zum Gespräch erschien, doch nach einer kurzen Analyse des Spiels gegen Frankfurt änderte sich die Laune schlagartig, sodass der Trainer der 05er gar emotional wurde. Der 39-Jährige sprach eine halbe Stunde lang unter anderem über seine eigene Gefühlswelt in dieser schweren Situation. Unter anderem rechnete er dabei knallhart mit der Mannschaft ab und sprach von einem Neustart. „Alles, was bisher geschehen ist, können wir in die Tonne kloppen“, so der Übungsleiter.

Trotz der vielen Niederlagen hat man Schwarz in den letzten Wochen nur selten so ehrlich zu sich selbst aber gleichzeitig auch so aufgebracht und kritisierend erlebt. Vor allem das jüngste 0:3 gegen die Frankfurter haben das Fass nun aber zum überlaufen gebracht. Die Unzufriedenheit ist bei allem da, allerdings will er nun über eine neue Kämpfermentalität die Wende schaffen: „Man kann Spiele verlieren“, so Schwarz “aber es gehe um die Art und Weise, die in Frankfurt fürchterlich und frustrierend war“.

Zuerst sieht er sich selbst in der Rolle des Verantwortlichen für solche Auftritte, doch seine Spieler nimmt Schwarz ebenso in die Pflicht, denn immerhin müssen sie auf dem Platz die Leistung bringen: „Wenn ich mich hinterfrage, müssen die Spieler das auch tun. Bei dem einen oder anderen im Team fehlt mir die Selbstreflexion, der Ehrgeiz, das Engagement und der Widerstandsgeist Es gibt ein klares Gesamtbild, wo unsere Probleme liegen – auf und außerhalb des Platzes“, so Schwarz lauthals. Die Truppe scheint normal zu trainieren, doch mehr auch nicht. Es gibt keinen, der länger macht oder aus Eigenantrieb heraus noch einem Runde im Kraftraum hinzunimmt. „Es ist doch kein Zufall, dass wir keine zwei Spiele am Stück mit voller Intensität bestreiten“, so der Trainer weiter. So scheinen die Spieler der Mainzer nicht dazu bereit zu sein, den eigenen Körper im Sinne der Truppe leiden zu lassen.

Vor allem die fehlenden Emotionen im Team lassen den Trainer kochen, denn er selbst hat davon merklich nicht zu wenig: „Ich kann die Leute verstehen, die fragen: Was spielen die eigentlich? Was trainieren die eigentlich? Man sieht nicht unser wahres Gesicht, das bricht einfach weg“, so der Trainer, der ledglich in Heimspielen etwas Einsatz erkennt. Nun geht es in die Endphase der Saison und die Mainzer müssen noch einmal alles in die Waagschale werfen, wenn man am Ende nicht in der Relegation oder gar direkt in der zweiten Liga landen will. „Wir brauchen Mentalitätsspieler, Zuverlässigkeit, eine viel höhere Aktivität in der Arbeit gegen den Ball“, so Schwarz, der keine Softies sondern echte Kämpfer auf dem Platz sehen will: „Wenn wir eine Emotionalität hätten, würden unsere Spiele nicht so aussehen wie in Frankfurt.“

Jetzt gilt es für jeden einzelnen bei den 05ern die nötige Verantwortung zu tragen. „Wir können nichts mehr schönreden. Ich glaube trotzdem fest daran, dass wir den Klassenerhalt schaffen können, und sei es über die Relegation“. Mit seinem emotionalen Vortrag will Schwarz wohl in erster Linie an die Ehre der eigenen Kicker apellieren. Fragt sich nur, wie die Mainzer diese Ansage in den kommenden Partien umsetzen werden.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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