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Hoffenheim: Neue Rolle für Gnabry?

Gleich zum zweiten Mal in Folge saß Pavel Kaderabek von Beginn an nur auf der Bank. Sowohl gegen Mainz als auch schon gegen Berlin ließ Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann die rechte Außenbahn von Serge Gnabry beackern. Für den 22-Jährigen ist das eine eher ungewohnte Position, die er dennoch spannend findet:“Ich bin schon ein Spieler, der eher vorne spielt, der offensiv seine Qualitäten hat“, so der Nationalspieler, „aber wenn mich der Trainer rechts hinten aufstellt, wird er sich seine Gedanken gemacht haben und eine Idee haben.“

Die hatte Nagelsmann auf jeden Fall, auch wenn er vor allem zu Beginn des Spiels auffällig oft versuchte, seinen Schützling fernzusteuern. „Er war am Anfang immer zu tief und hat die Rolle zu defensiv interpretiert“, so der Trainer der TSG, „er hat ein bisschen zu vorsichtig gespielt, da hätten wir größere Chancen kreieren können.“ Dabei konnte Gnabry mit einem tollen Solo den Führungstreffer von Adam Szalai gekonnt vorbereiten. Auch er selbst hatte gute Gelegenheiten, die letztendlich aber nicht zu einem Tor führten. „Er hatte gute Aktionen, das hätte ich mir noch einige Male mehr gewünscht, deswegen habe ich ihn versucht anzutreiben, in eine offensivere Position zu schicken“, so Nagelsmann.

Grundsätzlich ist der 30-Jährige aber davon überzeugt, dass Gnabry eine gute Option für den Flügel ist, zumal er auf ein extrem hohes Tempo zurückgreifen kann. „Ich glaube schon, dass er das kann, ich sehe da sehr großes Potenzial für seine Zukunft“, so Nagelsmann: „Es ist immer gut, wenn ein Spieler polyvalent ist und mehrere Positionen spielen kann. Und besonders aus einer etwas tieferen Position hat er dann viel Raum für sein Tempo. Er ist kein gnadenloser Killer vor dem Tor, sondern eine Mischung aus einem Abschlussspieler und einem Vorbereiter, der auch Aktionen einleitet. Deshalb ist die Position sehr geeignet. Er muss nicht immer nur in der vordersten Spitze spielen.“

Dieses Experiment birgt natürlich auch die eine oder andere Gefahr, denn vor allem in der Defensivbewegung gegen die Berliner Hertha ließ Gnabry seinem Gegenspieler Kalou zu oft zu viel Raum. So erzielte der Ivorer unter anderem das entscheidende Kopfballtor und besiegelte damit die Niederlage der TSG in der Hauptstadt. Gnabry selbst dürfte sich aber darüber freuen, dass er deutlich öfter am Ball ist, als er es in der Defensive wäre. Zu einer Dauerlösung wird diese Variante vermutlich nicht, allerdings hat die TSG damit eine wirkungsvolle Alternative mit einem offensiven 3-5-2-System. Zumindest dafür konnte Gnabry gegen Mainz viele positive Argumente liefern.

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