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Dortmund: Bürkis Rituale

Bei den Dortmundern will es in dieser Saison einfach noch nicht wirklich rund laufen. Sinnbildlich für die Situation des BVB sind auch die Leistungen von Keeper Roman Bürki. In der Hinrunde hatte er vor allem in der Champions League immer wieder Patzer und auch beim 3:2-Sieg über die Kölner am vergangenen Wochenende sah er beim ersten Gegentor alles andere als gut aus. Insgesamt hat er seine Leistungen in den letzten Wochen aber wieder stabilisieren können. Das macht der in die Kritik geratene Schweizer unter anderem an einem neuen Ritual fest.

Wenn man sich in Fachkreisen umhört, dann heißt es immer, dass Keeper und Linksaußen im Fußball etwas anders ticken, als ihre Kollegen. Auch Roman Bürki ist da keine Ausnahme, denn er hat eine eigene Angewohnheit, die sicher nicht alltäglich ist. Vor jedem Spiel schnappt er sich den Ball, während die Kapitäne und die Schiedsrichter zur Seitenwahl am Mittelkreis stehen. Dabei hat er so manche Hürde zu überwinden, sei es nun einem Balljungen das Spielgerät zu klauen oder zwischen den Beinen der Unparteiischen hindurch zuzulangen. In der vergangenen Wochen ging ein Video durchs Netz, dass alle Ballklau-Aktionen des Schweizers vereinte. Das Video ist mit Abstand das erfolgreichste des klubeigenen TV-Senders „BVB Total“, denn er wurde bereits mehr als eine Million Mal abgerufen.

Während man diesen Tick auch von Manuel Neuer kennt, hatte Bürki noch ein weiteres Ritual, denn er kickte immer seinen Kaugummi über die Linie und schwor sich dabei, dass es das einzige sein würde, was er heute über die Linie lassen würde. Noch zu Beginn der Saison lief das ganz gut, denn in den ersten 5 Spielen blieb er gänzlich ohne Gegentor. Doch dann folgte zusammen mit der kompletten Mannschaft ein Einbruch, der bis heute seine Auswirkungen nach sich zieht. Zwar hat er aktuell zusammen mit Bernd Leno und Sven Ulreich die meisten „Zu-Null-Spiele“ in der Liga, in den letzten 15 Partien schaffte er das aber gerade nur zweimal, während er selbst sich mehrere Patzer leistete. In der Champions League bestätigten sein Notenschnitt von 3,42 und die Patzer gegen Tottenham und Nikosia den Abwärtstrend des Schweizers. In nur 6 Gruppenspielen musste Bürki stolze 13 Mal hinter sich greifen, was für den Anspruch des BVB natürlich deutlich zu oft ist. „Ich bin in letzter Zeit durch eine schwierige Phase gegangen, vor allem in der Hinrunde“, so Bürki, der auch gestand, dass er zumindest das Kaugummi-Ritual verworfen hat: „Ich habe stattdessen etwas Neues ausprobiert.“

Inspiration holte er sich dabei von Tennisprofi Andy Murray, der dafür bekannt ist, dass er sich für jedes Match einen Spickzettel schreibt, auf dem die wichtigsten Aufgaben des Spiels notiert sind. „Ich schreibe ihn vor jedem Spiel neu, denn es kommen auch immer neue Dinge hinzu“, so der 27-Jährige, „und dann klebe ich ihn in die Kabine an meinen Spind.“ Was genau er aufschreibt, behielt Bürki derweil für sich, auch wenn sein übergeordnetes Saisonziel allen hinlänglich bekannt sein sollte: „Unser Ziel ist es nicht nur, in die Champions League zu kommen“, sagte der BVB-Keeper, „wir wollen zugleich so weit wie möglich oben landen. Ich glaube, das hat mir geholfen, aus der Negativspirale herauszukommen.“

Die 5 Gegentore aus den ersten 4 Spielen des neuen Jahres sind zwar noch keine herausragende Bilanz, allerdings haben die Dortmunder immerhin seit dem Amtsantritt von Trainer Peter Stöger noch keine Partie verloren. Das soll dann wenn möglich auch am kommenden Samstag so bleiben, wenn es vor heimischer Kulisse gegen den Hamburger SV zur Sache geht.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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