0

Frankfurt: Barkok im Aufwind

In der Hinrunde 2016 konnte Aymen Barkok mit seinem steilen Aufstieg schon für jede Menge Aufsehen sorgen. Bei seinem Debüt für die Frankfurter in der Liga konnte er direkt mit einem Traumtor das 2:1-Siegtor gegen die Bremer markieren, doch danach wurde es ruhig um das 19-jährige Eigengewächs. In dieser Saison war er bisher kaum gefragt, doch mittlerweile scheint er sich aus diesem Loch wieder herausgekämpft zu haben.

In Sachen fußballerischem Talent bringt Barkok wirklich alles mit, was ein guter Spieler haben muss, um ggf. sogar eine internationale Karriere in Angriff zu nehmen. Vor allem technisch bringt der gebürtige Frankfurter wirklich alles mit. Fakt ist aber auch, das nur Talent noch niemanden zu einem erfolgreichen Profi gemacht hat. Nach einem tollen Start ins Profileben kam der tiefe Fall und dann musste er sich erst einmal fangen, was er nun wohl geschafft hat. In der Sommervorbereitung konnte er noch keine Werbung für sich selbst betreiben. In einem Testspiel gegen Benevento Calcio (1:1) bekam er die Chance von Beginn an zu spielen, was dann aber gründlich in die Hose ging. Er wollte sich kaum vom Ball trennen, was immer wieder zu leichtfertigen Ballverlusten führte.

Am 8. Spieltag wurde er von seinem Trainer Niko Kovac erstmals in Hannover als Joker gebracht, kurz darauf durfte er beim Pokalspiel in Schweinfurt in der Startelf ran. Gegen den Regionalligisten spielte der Youngster aber so schlecht, dass Kovac bereits zur Pause reagieren musste und ihn auswechselte. Dennoch nahm er seinen Schützling nach der Partie aus der Schussbahn: „Aymen ist eigentlich ein Spieler, der über die linke Seite kommt, wenn man mit zwei Außenstürmern spielt. In der Mitte ist es nicht ganz einfach, das ist nicht seine natürliche Position, das muss er aber lernen, das gehört zum Reifeprozess dazu. Er wird wieder seine Möglichkeiten bekommen. Wir werden ihm nicht den Kopf abreißen, sondern ihn weiter stützen. Er wird noch sehr viele gute Spiele für uns machen.“

Seine nächste Chance erhielt Barkok am 14. Spieltag in Berlin, als er in der zweiten Halbzeit eine ordentliche Leistung brachte. Der Lohn folgte sogleich, denn im folgenden Spiel gegen die Bayern durfte er wieder Startelf-Luft schnuppern und in den letzten beiden Spielen der Hinrunde wurde er zumindest eingewechselt. Damit dürfte auch ein Vereinswechsel vom Tisch sein, der immer wieder über dem 19-Jährigen schwebte. “Ich hatte mal ein paar Überlegungen im Kopf, wenn ich das ganze Jahr nicht zum Einsatz gekommen wäre“, so Barkok, dem eine Ausleihe in die 2. Liga wohl mehr Spielpraxis beschert hätte, doch nun will er sich endgültig in Frankfurt durchsetzen. Das Trainingslager in Spanien soll er nun genutzt haben, um sich wieder für die Startelf zu empfehlen.

Mittlerweile hält er den Ball nicht mehr so lange und bringt mit seiner Technik die positiven Eigenschaften in den Vordergrund. “Wenn man etwas mehr Selbstvertrauen hat, spielt man lockerer, dann klappen im Spiel auch die einfachen Sachen“, so der deutsche U-20-Nationalspieler, der trotz seiner längeren Talfahrt ein positives Fazit zog: „Für mich war das ein erfolgreiches und lehrreiches Jahr. Ich bin ich selbst geblieben und nicht abgehoben“, so Barkok, der auch weiß, dass er sich bei seinen Eltern bedanken muss: „Sie haben noch stärker aufgepasst und mir gesagt, dass ich nicht so oft rausgehen soll.“

 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

Ähnliche Artikel

Antwort hinterlassen

Antwort eintragen
© 2018 Soccer-Fans.de. All rights reserved.