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Bayern: Vidal in der Bringschuld

Noch Mitte November wurde Arturo Vidal von Jupp Heynckes öffentlich kritisiert. Diese Maßnahme scheint gefruchtet zu haben, denn kurze Zeit später zeigte sich der Chilene wesentlich professioneller und konzentrierter. Letztendlich konnte er sich aber dennoch nicht uneingeschränkt für eine Vertragsverlängerung empfehlen.

Wenn man Arturo Vidal so beobachtet, könnte man meinen, dass an ihm noch ein Bodenturner verloren gegangen ist. Egal ob in einem Pflichtspiel oder wie jetzt aktuell im Münchner Trainingslager in Doha – der Mittelfeldspieler kennt keine Gnade und grätscht in jeden Zweikampf, bei dem er sich davon Erfolg verspricht. Dass er für seine rustikale Spielweise bekannt ist, weiß Vidal genau. Allerdings macht ihn dieser Spielstil auch aus, daher gibt es keinen wirklichen Grund daran etwas zu ändern. Vor allem jetzt im Trainingslager kann man sehr genau sehen, dass Vidal extrem motiviert ist und sich voll in die Vorbereitung auf die kommende Rückrunde reinhaut.

Dabei verstand er sich im November noch nicht wirklich gut mit Jupp Heynckes, der ihn erst unter vier Augen, danach aber auch öffentlich an den Pranger stellte und ihn anschließend auf die Ersatzbank bat. Vidal wirkte zu dieser Zeit etwas untrainiert und schwerfällig. Heynckes bestand darauf, dass der Chilene schleunigst an seiner Form arbeiten soll. Vidal reagierte zunächst verärgert, verstand dann aber den Wink und zahlte es seinem Coach mit Leistung zurück. Zwischen den 12. und 15. Spieltag erzielte er in jedem Spiel ein Tor (Augsburg, Mönchengladbach, Hannover und Frankfurt). So hat er in dieser Hinrunde schon 5 Treffer beisteuern können, was natürlich auch sein Coach bemerkt hat: „Schon in den vergangenen Wochen hat er sich sehr konzentriert präsentiert. Ich finde diese Einstellung notwendig, weil er ein Topspieler ist, mit ihm in einer guten Verfassung sind wir noch besser“, so Heynckes.

Einen Vidal in Höchstform braucht es gerade dann, wenn es in den kommenden Wochen und Monaten in der Champions League zur Sache geht. Dort konnte er sich auch in Diensten von Juventus für die Bayern interessant machen, sodass man ihn im Juli 2016 für stolze 37 Millionen unter Vertrag genommen hat. Vor allem in der Königsklasse sollte er mit seiner körperbetonten Spielweise den Bayern ein bis dahin fehlendes Element geben, dem Gegner Angst einjagen. Leider gerät er dabei auch immer wieder etwas außer Kontrolle wie beispielsweise im Viertelfinale gegen Real Madrid in der letzten Saison, als er in Madrid eine völlig unnötige Gelb-Rote Karte sah. Im Hinspiel in München hatte er einen Elfmeter über das Tor gedroschen.

In der Rückrunde ist Vidal nun gefordert wie nie, zumal sein Vertrag bei den Bayern nur noch bis zum 30. Juni 2019 läuft. Bei einem Kicker seiner Kategorie was den Preis betrifft, läuft es in der Regel so, dass der Kontrakt vorzeitig verlängert, oder ein Jahr vor Ende gestrichen wird. Rein statistisch hat er mit 21 Toren und 17 Vorlagen in 112 Pflichtspielen eine sehr gute Bilanz vorzuweisen, letztendlich hat er aber auch die Klubführung noch nicht zu 100% von sich überzeugt. Fakt ist, dass der eine oder andere Konkurrent – wie beispielsweise Leon Goretzka – wohl schon in den Startlöchern steht. Sollte Vidal aber die Leistung gegen Ende der Hinrunde weiter bestätigen können, führt wohl auch in Zukunft kein Weg an ihm vorbei.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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