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Hertha: Duda außen vor

Im Sommer letzten Jahres war Ondrej Duda der unangefochtene Königstransfer der Berliner. Rund 4 Millionen Euro ließ man sich den Spielmacher von Legia Warschau kosten, doch das erste Jahr in der Bundesliga verlief für den slowakischen Nationalspieler alles andere als erfreulich. In der aktuellen Saison könnte er nun endlich durchstarten, wurde von seinem Trainer zuletzt aber weniger berücksichtigt. Das hat aber auch noch andere Gründe.

Morgen steht für die Hertha das wichtige Heimspiel gegen die Frankfurter an. In welcher Besetzung die Hauptstädter hier auflaufen werden, wollte Trainer Pal Dardai auf der gestrigen Pressekonferenz noch nicht verraten. Gute Nachrichten gab es derweil in Sachen Sachen Sebastian Langkamp. Der Innenverteidiger hatte sich in der letzten Woche im Spiel gegen Köln an der Hüfte verletzt, konnte dann aber gestern schon wieder mit der Mannschaft trainieren. „Er hat heute voll mittrainiert. Wenn er morgen das Training überlebt, kann er spielen“, so Berlins Trainer.

Dardai weiß natürlich über die Konterstärke der Hessen Bescheid. Der Trainer der Frankfurter ist dem Ungar jedenfalls gut bekannt, denn er hat früher bereits mit Niko Kovac zusammen gespielt. Die Berliner wollen von Anfang an offensiv agieren. „Frankfurt ist sehr, sehr gut organisiert, sie stehen gut, warten auf Fehler und wollen kontern. Trotzdem gehen wir Risiko und wollen Offensiv-Fußball spielen“, kündigte Dardai an und erklärte: „Wenn sie uns auskontern, sind wir selber schuld, aber wir wollen unbedingt gewinnen und nach vorne spielen – nicht weil ich unerfahren bin, sondern weil ich nicht warten will. Wir wollen Anfang an Dampf machen.“ Trotz der Offensive wird Duda wohl wieder keinen Platz in der Startelf bekommen. Wegen eines Knochenmarködems musste der Slowake fast die komplette letzte Saisnon pausieren und spielte bis zuletzt noch keine richtige Rolle im Kader: „Vor der vorletzten Länderspielpause hat er bei uns ganz gut gespielt, aber dann kommt er zurück (von der Nationalmannschaft, Anm. d. Red.), und ich weiß nicht, was passiert ist“, so Dardai über den 22-Jährigen: „Vielleicht ist er in ein körperliches Loch gefallen. Er konnte nach 60 Minuten nicht mehr so laufen.“

Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Duda noch nicht zum Zug kommt. Neben den Fitness-Defiziten ist die Gesamtsituation derzeit nicht vorteilhaft, denn die Berliner spielen ein System mit zwei Stürmern und dort ist kein Platz für einen klassischen Zehner. Dardai probierte es mit zwei Sechsern und zwei Außen oder einer offensiven Mittelfeld-Dreierreihe in der Zentrale mit Neuzugang Valentino Lazaro. Der Österreicher ist flexibel und „durch seine Schnelligkeit ein Umschaltspieler als Zehner“, wie Dardai erklärte. Diese Art von Spieler wird von Dardai derzeit bevorzugt, denn „die Situation spricht im Moment nicht für einen klassischen Zehner, sondern mehr für das Umschaltspielt, mehr für Anlaufen, mehr für Aggressivität. Dafür ist Tino der bessere Spielertyp“.

Duda ist deswegen aber noch lange nicht weg von der Bildfläche. Vielmehr betonte Dardai, dass er sich im Training immer wieder positiv hervortut: „Er hat ein richtig gutes Fitnessprogramm gekriegt. Und er ist ein wichtiger Spieler bei Hertha BSC, er kann eine sehr wichtige Rolle spielen. Es wird der Moment kommen, in dem Ondrej wieder von Anfang an spielt, dann muss er sich zeigen“, so der Coach: „Momentan funktioniert die Mannschaft. Jetzt braucht du nichts ändern. Das ist Pech für Ondrej. Er hat momentan schlechte Karten.“

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