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Wolfsburg: Keine Zufriedenheit

Die Wolfsburger konnten endlich den ersten Saisonsieg unter Martin Schmidt einfahren. Herrscht also jetzt durchweg gute Laune bei den Niedersachen? Nein, denn der Trainer hat trotz des Erfolgs auch wieder etwas Kritik an seiner Mannschaft geäußert. „Wenn man gewinnt“, so der Schweizer, „ist es einfacher, kritisch zu sein.“

Normalerweise müssten sich bei den Wolfsburgern in diesen Tagen alle in den Armen liegen. In der Bundesliga konnte man nach unzähligen Unentschieden erstmals in der zweimonatigen Amtszeit von Martin Schmidt einen Sieg einfahren und das nicht nur auf dem Papier, sondern auch nach einer überzeugenden Leistung beim 3:1 über den SC Freiburg. Sowohl Trainer als auch Spieler machten aber gleich wieder Druck, denn man will sich auf den Lorbeeren nicht ausruhen, da man nach insgesamt 2 Siegen den eigenen Erwartungen noch weit hinterherhinkt. „Das Konstrukt“, so Schmidt, „ist noch nicht hundertprozentig stabil. Wir müssen hart im Training und hart miteinander sein.“

Die Wölfe Siegen, doch Schmidt bleibt kritisch. Diese Charaktereigenschaft hatte auch der damalige Meistertrainer Felix Magath zu seiner Zeit beim VfL. Fakt ist, dass hier eine klare Methode dahintersteckt, die Schmidt auch gerne der Öffentlichkeit erörtert. „Wenn wir verlieren dann lobe ich viel mehr. Wenn wir gewinnen, lobe ich tendenziell weniger“, so der Coach, der zuvor nach 7 Remis in Folge wohl etwas mehr gelobt als kritisiert haben dürfte. Natürlich hätte er davon gerne mehr Spiele gewonnen, doch die Rückschläge haben bei den Spielern im Kopf die richtigen Reaktionen in Gang gebracht: „Wir haben wunderbare Spiele gezeigt, ich konnte trotzdem immer herrlich kritisch sein.“

Schmidt will nun dafür sorgen, dass in Wolfsburg nicht der Gedanke an Zufriedenheit aufkommt. Gleichzeitig will der mittlerweile 50-Jährige vermeiden, dass zu viele Kicker unzufrieden werden, weil sie nicht so viel spielen, wie sie gerne würden. Der Kader wird komplett genutzt und deswegen überraschte der Übungsleiter immer wieder mit erstaunlichen Entscheidungen und mit positionellen Verschiebungen. So will er in den Köpfen seiner Schützlinge verankern, dass jeder dicht am Kader dran ist und dass man sich jederzeit mit guten Leistungen im Training einen Einsatz verdienen kann. „Ich liebe es, zu tunen, zu optimieren, zu ändern. Das sind qualitativ alles Topspieler. Es sind noch zwei, drei Spieler da, die wir aufbauen, die demnächst reingeworfen werden. Ich bin überzeugt, dass sie dann auch ihre Leistung zeigen“, so Schmidt, der sich dabei unter anderem auf Landry Dimata, Kaylen Hinds und Paul-Georges Ntep bezieht: „Es ist schön, diese Breite zu haben.“

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