0

Bremen: Endlich die Erlösung

Bei den Bremern herrscht in dieser Woche wohl besonders gute Laune, denn es gelang endlich der erste Sieg. Am Sonntag konnten die Grün-Weißen vor heimischer Kulisse den Aufsteiger aus Hannover mit 0:4 nach Hause schicken. Nicht nur das, denn durch den Sieg konnten sich die Nordlichter an den punktgleichen Freiburgern vorbeischieben und bis auf weiteres den 16. Platz einnehmen. Der erste Sieg nach saisonübergreifend 14 erfolglosen Partien lässt alle Beteiligten erst einmal aufatmen. Vor allem Nationalspieler Max Kruse dürfte nach seinem lupenreinen Hattrick erleichtert sein. Es passte gut ins Bild, dass ihm dies nur zwei Tage nach seinen Aussagen gelang, in denen er sich über seine WM-Hoffnungen äußerte.

Am Sonntagabend ließ der 29-Jahre seinen hoffnungsvollen Worten direkt Taten folgen. Binnen 23 Minuten erzielte er im Spiel gegen Hannover drei Treffer. Damit beendete er gleich zwei Leidenszeiten, nämlich die der Bremer und seine eigene. Aufgrund von einigen Verletzungen kam der Angreifer in dieser Saison noch nicht richtig ins Rollen, allerdings wurde er nun auf einen Schlag innerhalb von knapp einer halben Stunde zum aktuellen Bremer Topscorer. „Natürlich bin ich zufrieden“, so Kruse nach dem Spiel mit einem Grinsen im Gesicht: „Die Mannschaftsleistung hat heute gestimmt, wir haben richtig guten Fußball gespielt. Wir haben all das, was wir uns vorgenommen hatten, umgesetzt. Da sieht man, was die Mannschaft für ein Potenzial hat.“

Er selbst kann sich nicht erklären, warum die Werderaner eben dieses Potenzial in den letzten Wochen nicht wirklich abrufen konnten. „In den letzten Wochen hat das alles nicht geklappt, da war der Wurm drin. Heute dagegen hat alles funktioniert“, so Kruse, „der Sieg kann uns hoffentlich Selbstvertrauen geben“. Sein neuer Trainer Florian Kohfeldt weiß auf jeden Fall, wie wichtig ein Kruse in Topform für die Bremer in dieser Saison noch sein kann. Vor der gesamten Mannschaft soll er dem Stürmer ein Lob ausgesprochen haben. „Max ist ein unheimlich wichtiger Spieler, der nicht nur Tore schießt, sondern auch ein Spiel und den Rhythmus bestimmen kann. Die Fähigkeit, Überzahl zu schaffen und dann in die Tiefe zu gehen, macht ihn zu einem absolut wichtigen Spieler“.

Kruse selbst weiß natürlich was in ihm steckt und ist daher nach außen hin wenig überrascht von seiner Leistungsexplosion: „Ich habe heute alles in die Waagschale geworfen“, so der 14-malige Nationalspieler, der laut eigener Aussage bei 100 Prozent angekommen ist und dem das Zusammenspiel mit seinem Sturmpartner Fin Bartels sehr gut gefallen hat: „Sonst soll man die Tabelle ja ausblenden, aber heute kann man ruhig mal draufschauen.“ Bartels hatte das brustlösende 1:0 auf Vorlage von Kruse erzielt und konnte sich im Nachgang gleich mit zwei Vorlagen bei seinem Kumpel revanchieren.

Bartels war noch nie in einem Spiel an drei Toren direkt beteiligt, was bei der Freude über den Sieg und der Kruse-Show etwas unterging. Für Bartels war das natürlich kein Problem: „Wenn man einen lupenreinen Hattrick macht, gibt es keine zwei Meinungen. Er hat das verdient“, so der 30-Jährige, der auch noch einen kühnen Wunsch äußerte: „Ich hoffe, das war erst der Anfang.“ Die Bremer dürfen nun trotz der ganzen Freude nicht vergessen, dass man mit 8 Punkten noch immer tief im Tabellenkeler festsitzt. 8 Punkte nach bereits 12 Spielen sind eine schwache Bilanz, was auch die beiden Bremer Helden wissen: „Wir müssen auf dem Teppich bleiben. Wir haben acht Punkte – mehr nicht.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

Ähnliche Artikel

Antwort hinterlassen

Antwort eintragen
© 2017 Soccer-Fans.de. All rights reserved.