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Bremen: Wohin mit Kruse?

Bei den Bremern hat Florian Kohfeld nun unmissverständlich klargestellt, dass Angreifer Max Kruse weiterhin ein Schlüsselspieler für ihn ist. Die Frage ist nur, in welcher Rolle der flexible Offensivallrounder auftreten wird. Auch für das kommende Spiel gegen Hannover 96 ist wohl wieder ein 4-3-3-System gefragt. Kruse könnte hier wie schon gegen Frankfurt als zentraler Angreifer agieren, allerdings wäre er auch als offensiver 8er im Mittelfeld denkbar. Diese Rolle konnte er am Montagabend beim 4:1 im Test gegen Regionalligist Rehden erfolgreich ausfüllen.

Kruse selbst ist mehr oder weniger egal, wo er aufläuft. Zumindest bei eigenem Ballbesitz gibt es hier auch keinen großen Unterschied, denn der ehemalige Nationalspieler ist so oder so oftmals im eigenen Mittelfeld zu finden, wo er sich die Bälle abholt. Als Angriffseinleiter genießt Kruse alle Freiheiten im Bremer Spiel, die er auch aktiv nutzen soll, selbst wenn er auf dem Papier als Mittelstürmer aufgestellt ist. Dadurch ergeben sich aber auch Probleme, denn wenn Kruse vorne agiert und sich fallen lässt, fehlt im gegnerischen Strafraum oft die Präsenz bzw. ein Abnehmer. Dass die Box der Bremer zu oft nicht gut genug besetzt ist, zieht sich schon durch die komplette Saison. Das wäre für den Trainer zumindest ein logisches Argument, neben dem Deutschen noch einen waschechten Strafraumstürmer aufzustellen.

Stellt sich nur noch die Frage, wer diesen Job ausführen könnte. Da wäre Aron Johannsson, der unter dem ehemaligen Trainer Nouri noch komplett aussortiert wurde. Kohfeldt hat den Amerikaner zwar wieder auf dem Zettel, allerdings konnte er sich zuletzt weder im Training noch im Testspiel gegen Rehden nachhaltig für einen Stammplatz empfehlen. Bisher konnte er in der Bundesliga auch noch nicht nachweisen, dass seine Klasse für mehr als eine Jokerrolle reicht. Dann haben die Bremer noch ihre Nachwuchshoffnung Johannes Eggestein, der aber noch etwas Zeit braucht und sich aktuell die nötige Wettkampfhärte bei der U23 holt. Die letzte Option ist Ishak Belfodil, der sich selbst aber eher als Zehner sieht und das auch schon an die Öffentlichkeit getragen hat. In dieser Situation macht es also durchaus Sinn für Kohfeld und Manager Frank Baumann, im kommenden Winter zumindest die Augen auf dem Transfermarkt offen zu halten. Bei einem möglichen Erfolg könnte das gleichzeitig schon das Aus für Belfodil bedeuten, der nur einen Leihvertrag bis zum kommenden Sommer hat.

Das alles ist aber noch Zukunftsmusik und sollte die Bremer in diesen Tagen weniger beschäftigen. Am Sonntag steht nun Kohfelds Heimpremiere beim Spiel gegen die Hannoveraner an. Sollte Kruse ins Mittelfeld rücken, würde es dort relativ eng werden. Eigentlich sind hier Eggestein, Thomas Delaney und Zlatko Junuzovic gesetzt, doch in diesem Fall müsste ein Teil des Trios auf der Bank Platz nehmen oder auf den Flügel ausweichen. Für die zweite Variante wäre sicherlich Junuzovic die richtige Wahl, der auf dieser Position aber wohl auch nicht seine 100% abrufen kann. Einige offene Fragen, die Kohfeldt bis zum Wochenende klären muss. Fakt ist, dass die Bremer dringend den ersten Saisonsieg einfahren müssen, wenn man vor der Winterpause nicht noch mehr Rückstand auf das rettende Ufer aufbauen will.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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