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Stuttgart: Aogos Engagement

Bei dieser Verpflichtung war es kein Wunder, dass der eine oder andere Skeptiker sich zu Wort melden würde. Die Rede ist von Dennis Aogo, der vereinslos war und sich dann den Schwaben vom VfB Stuttgart anschloss. Mittlerweile konnte der ehemalige Hamburger aber zeigen, dass die Zweifel an seiner Person nicht gerechtfertigt waren und die Stuttgarter sich mit ihm durchaus verstärkt haben. Der zwölfmalige Nationalspieler konnte sich beim Aufsteiger schnell zu einem Führungsspieler entwickeln und trug beim letzten Spiel gegen die Frankfurter Eintracht als Neuzugang sogar die Kapitänsbinde. Vor allem im Bereich soziales Engagement konnte er sich in wenigen Wochen bereits auszeichnen. 

Christian Gentner ist eigentlich der gesetzte Kapitän bei den Stuttgartern, muss aber aktuell nach seinen Gesichtsfrakturen pausieren. Sein Stellvertreter Simon Terodde wurde kurz vor dem Anpfiff auf die Ersatzbank gesetzt und so bekam Aogo die Binde an den Arm. „Wir haben viele Spieler, die Verantwortung tragen können“, so Trainer Hannes Wolf, der sich letztlich gemeinsam mit seinem Trainerteam „auf Dennis und Ron (Zieler, d. Red.) als Kapitäne geeinigt“ hat. Für den Linksverteidiger spricht laut dem Trainer in erster Linie „seine Persönlichkeit und dass er sportlich bei uns angekommen ist“.

Aogo konnte sofort helfen und seine Professionalität sowie Erfahrung einbringen. Die Stuttgarter haben eine insgesamt sehr junge Mannschaft und können daher den einen oder anderen erfahrenen Eckpfeiler durchaus gut gebrauchen. Mittlerweile will der ehemalige Schalker aber auch zum Nachdenken anregen und hat sich daher der „Common-Goal“-Bewegung angeschlossen. Diese will das soziale Engagement von Fußballprofis fördern. Die Grundidee ist dabei, dass die Profis ein Prozent ihres jeweiligen Gehalts an soziale Projekte auf der ganzen Welt spenden. Unter anderem haben sich hier schon Bundesligakollegen wie Mats Hummels oder Serge Gnabry angeschlossen. Aogo setzt dabei noch einen drauf und spendet sogar spontan zwei Prozent seines Jahresgehalts, „weil ich mich einfach gefragt habe: Warum eigentlich nur ein Prozent?“

Der Deutsch-Nigerianer hat sich schon früher immer wieder sozial engagiert und „möchte etwas zurückgeben. Ich, als Junge mit Migrationshintergrund, weiß, wie es ist, aus einer unterprivilegierten Familie zu kommen. Aber ich hatte das Glück, Talent zu haben und Fußballprofi zu werden. Jeder weiß, dass die Gelder im Fußball ins Unermessliche steigen. Davon will ich etwas abgeben“, so Aogo, der mit seiner Spende vor allem Kindern „Wege aufzeigen möchte, aus ihrem Leben das Bestmögliche zu machen. Durch Bildung und Integration. Profisportler, vor allem die Fußballer, können unfassbar viel bewegen in einer schwierigen, ja sogar gefährlichen Welt. Die Kluft wird größer. Es gehen Werte flöten, die mir wichtig sind.“ Welche Projekte der Verteidiger genau unterstützen will, ist derweil noch unklar: “Wir sind gerade dabei, das für mich und zu mir Passende zu finden.“ Letztendlich ist es aber egal, wohin und wie viel Geld fließen wird, denn jede Hilfe wird benötigt und ist willkommen. „Wir wollen etwas Gutes tun“, sagt der 30-jährige Familienvater, der hofft, dass sich seinem Beispiel noch viele andere anschließen werden.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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