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HSV: Heiße Luft und Krise?

Bei den Hamburgern ist man schon wieder darauf bedacht, die Leistungen etwas besser wirken zu lassen, als sie eigentlich waren. So versuchte es auch André Hahn, der sich „überhaupt keine Sorgen“ angesichts des Hamburger Auftretens macht und auch Trainer Markus Gisdol verkündet, dass seine Mannschaft „mit diesen Leistungen ihre Punkte machen wird.“ Zweifel sind aber durchaus berechtigt, denn nach dem guten Start gab es zuletzt drei Niederlagen mit 0:7 Toren, die den HSV zurück in die Keller-Region beförderten. Vor allem das ausgedünnte Personal deutet aktuell nicht auf die große Wende hin.

So konnte die „Notelf“ nur gute 60 Minuten mit den Dortmundern mithalten, doch schon zuvor hätten die Schwarz-Gelben bereits unaufholbar in Führung liegen können. Bei allem Bemühen, dass man den Nordlichtern ansehen konnte, war man am Ende dann doch chancenlos gegen den BVB. „Zwei dieser drei Gegner“, so Hahn über die letzten Niederlagen, „waren Champions-League-Teilnehmer.“

Bei den Hamburgern mangelt es vor allem an der Vorwärtsbewegung und dem Umschaltspiel. In erster Linie geht nicht mehr viel, wenn die Hanseaten selbst das Spiel machen müssten. Gerade bei diesen Situationen fehlt es dem Kader aktuell an Personal und auch die Konter werden nicht wie von Gisdol erwünscht ausgespielt. Auch durch die Umstellung auf ein 4-3-3-System können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Spieler wie Nicolai Müller, Aaron Hunt und Filip Kostic nicht einsatzbereit sind. Gisdol bilanziert dennoch halbwegs zufrieden: „Auch wenn es sich nach einem 0:3 blöd anhört, haben wir ein gutes Spiel gemacht.“

Der 48-Jährige hat aktuell aber nicht nur eine Baustelle offen. Unter anderem läuft der erhoffte Heilsbringer Bobby Wood seit Monaten seiner Form hinterher. Sein Treffer gegen Köln brachte jedenfalls nicht die ersehnte Erlösung und ließ den Knoten offensichtlich nicht platzen. Aktuell hat er noch ein paar Knieprobleme, allerdings ist noch offen, inwiefern sich diese auf seine Leistungen auswirken. „Wenn ich spielen kann, ist mein Knie auch okay“, so Wood selbst, doch Gisdol betonte, dass er das Knie noch nicht überlasten will und daher nicht bis ins letzte Risiko geht, was die Hamburger derzeit aber sehr gut gebrauchen könnten.

Gleiches gilt derweil für Gotoku Sakai. Der Japaner stand in dieser Saison erstmals in der Startformation, zeigte sich aber wie schon in der Vorbereitung auf die Saison eher in schwacher Verfassung. Schon nach 48 Minuten ging er vom Platz, was Gisdol eher als Vorsichtsmaßnahme beschrieb, aber die Leistung passte ebenfalls dazu: „Der Schiedsrichter hat uns darauf hingewiesen, dass er beim nächsten Foul runter muss“, so Gisdol, der auch erklärte, warum er den Japaner überhaupt nach dem Wechsel noch auflaufen ließ: „Douglas Santos war noch nicht so weit.“

Vor dem Spiel gegen Leverkusen am kommenden Sonntag hat Gisdol nun das Problem, dass er gleich zwei verunsicherte Linksverteidiger hat, die gegen Dortmund nicht verstecken konnten, dass sie noch nicht in Form sind. Bleibt abzuwarten, ob die Beteiligten nach dem Spiel gegen die Leverkusen ebenfalls wieder von einem guten Spiel reden, dass dann aber verloren wurde…

 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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