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Gladbach: Sippel-Serie gerissen

Wer das letzte Tor gegen ihn erzielt hat, wusste Tobias Sippel beim besten Willen nicht mehr. Zumindest den Zeitpunkt konnte der Keeper aber noch relativ genau eingrenzen. „Es müsste mein letztes Spiel für den 1. FC Kaiserslautern gewesen sein“, so der Torhüter der damit Recht hatte, denn das 1:1 im Zweitligaspiel zwischen den Roten Teufeln und dem FC Ingolstadt musste Sippel das letzte Mal in einer Pflichtbegegnung einen Ball aus dem Netz fischen. Es war der 24. Mai 2015 und der Torschütze war damals Max Christiansen.

So konnte Sippel von sich behaupten, über 27 Monate und 27 Tage keinen Gegentreffer kassiert zu haben. Der Grund ist aber eher traurig, denn seit seinem Wechsel vom FCK zu den Gladbachern stand der Keeper nahezu immer nur hinter Stammkeeper Yann Sommer. Insgesamt 4 Einsätze konnte er verzeichnen und jedes Mal gewannen die Gladbacher ohne auch nur einen einzigen Gegentreffer zu kassieren.

Gestern konnte er durch Sommers Verletzung wieder einmal in der Liga ran und zeigte dabei gegen Stuttgart eine durchaus ansprechende Leistung. Gleich mehrfach konnte er sich mit guten Paraden auszeichnen und vor allem beim Beck-Schuss in der Nachspielzeit zeigte er noch einmal seine ganze Klasse. „Tobi hatte die letzten eineinhalb Jahre auch Handschuhe an. Er hat nicht irgendwo in der Ecke gestanden“, so Trainer Dieter Hecking und schob dennoch ein dickes Lob hinterher: „Wie er den Ball von Andreas Beck am Ende aus dem kurzen Eck holt, das war schon klasse. Er hat viel Sicherheit ausgestrahlt. Ich wusste, dass ich mich zu hundert Prozent auf Tobi verlassen kann.“

Sippel selbst wusste schon vor seinem Wechsel nach Gladbach, welche Position ihn dort erwarten würde. Sommer war schon damals die unangefochtene Nummer 1 und ist es bis heute geblieben. “Mir war bewusst, welche Rolle auf mich zukommt, als ich von Lautern zur Borussia gewechselt bin. An dem Tag, an dem ich gebraucht werde, muss ich da sein und meine Leistung abrufen. Und darauf bereite ich mich in jedem Training vor“, sagte der mittlerweile 29-Jährige. 395 Tage Pause waren es bis zum gestrigen Abend. Eine sehr lange Zeit, die nun aber spontan ein Ende gefunden hat: „Ich habe mich natürlich gefreut, dass ich wieder spielen durfte, auch wenn es nicht schön ist, dass Yann sich verletzt hat.“

Schon am Samstag könnte Sippel wieder gefragt sein, denn bisher ist noch offen, ob Sommer gegen Dortmund wieder mitwirken können wird. Aktuell hat er seinen Innenbanddehnung noch nicht auskuriert. „Yann sagt, er fühlt sich schon wieder relativ gut“, so Sippel, „aber wir müssen abwarten. In den nächsten Tagen wissen wir mehr.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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