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Bremen geht nach China

Bei den Bremern war der heutige Montag komplett auf das Thema China fixiert. Zunächst konnte man die Verpflichtung von Yuning Zhang eintüten und dann wurde auch noch bekanntgegeben, dass man mit einem chinesischen Wett- und Gaming- Anbieter eine Kooperation eingehen konnte. Es handelt sich um einen Zweijahresvertrag, der den Grün-Weißen wohl rund 800.000 Euro pro Jahr in die Kassen spült.

Zhang (20) ist in Bremen nicht unbedingt als direkte Verstärkung gedacht. Der chinesische Nationalspieler gilt eher als Hoffnungsträger für die Zukunft, auch wenn er bei Vitesse Arnhem auch schon Erfahrung auf europäischem Boden gesammelt hat. In den vergangenen beiden Saisons brachte er es auf insgesamt 24 Einsätze in der Eredivisie und markierte dabei drei Treffer. Sein Wechsel an die Weser ist bis auf weiteres aber nur auf Leihbasis angesetztt, da Zhang zunächst von Westbromwich Albion unter Vertrag steht. Die Engländer haben ihr Talent nun für die kommenden zwei Spielzeiten in die Bundesliga verliehen. Ob eine Kaufoption vereinbart wurde, wollte Geschäftsführer Sport Frank Baumann nicht sagen.

Doch warum nur eine Leihe? Die Ablöse wäre wohl nicht zu stemmen gewesen, da die Engländer derzeit bekannterweise in Sachen Ablösesummen in anderen Regionen unterwegs sind. So backen in dieser Hinsicht alle im Moment eher kleine Brötchen. „Er wird ganz bestimmt nicht sofort die Liga rocken“, so Baumann, der aber dann nur wenige Stunden später die Zusammenarbeit mit „heji18.com“ bekanntmachen konnte. Der chinesische Wett- und Gaming-Anbieter wird Co-Sponsor und ab sofort im Weser-Stadion mit mehreren Werbeflächen unterwegs sein. In China ist die Bundesliga sehr beliebt, daher ist es kein Wunder, dass sich auch hier bei uns gut Werbung für fernöstliche Unternehmen schalten lässt.

Das Unternehmen nutzt damit eine Marktlücke, denn es will seine Bekanntheit steigern, allerdings darf man in China selbst als Wettanbieter noch nicht werben. „Die Bundesliga und auch Werder Bremen haben vor allem in China eine sehr große Präsenz“, so Klaus Filbry, seines Zeichens Vorsitzender der Geschäftsführung, auf der vereinseigenen Website. Das sieht auch Unternehmenssprecher Keane Wong identisch: „Die Bundesliga ist eine der drei großen europäischen Fußballligen mit starkem Einfluss in Asien. Somit ist sie die geeignete Marketingplattform, unsere Marke zu bewerben.“ Neben dem Geld können die Bremer mit diesem Deal auch ihre Internationalisierung weiter vorantreiben.

Durch die zeitliche Nähe zum Zhang-Transfer kam natürlich die Frage auf, ob es hier einen Zusammenhang gibt. Vor allem stellen sich Fragen, ob die Bremer in China nun vermehrt aktiv werden wollen, was Baumann aber verneinte: „Es ist eine in erster Linie sportlichen Entscheidung. Derartige Überlegungen kommen erst an dritter oder vierter Stelle.“ Es soll aber trotzdem nicht nur bei einem chinesischen Sponsor bleiben. In den kommenden Wochen soll noch ein weiterer Deal unter Dach und Fach gebracht werden. Seit Wochen verhandeln die Bremer schon mit Yunyi Guokai Sport Development Limited, einer Unternehmensgruppe, die dem Shanghaier Geschäftsmann Guochuam Lai angehört. Es ist eben dieser Lai, der auch Eigentümer von Westbromwich Albion ist, wo Zhang unter Vertrag steht. Diese Kooperation soll den Bremern neben guten Geschäftsbeziehungen auch einen Betrag im hohen einstelligen Millionenbereich einbringen. Die Chinesen erhoffen sich derweil, durch die Zusammenarbeit noch mehr Know-How im Fußball zu bekommen, gerade auch im Hinblick auf Bereich wie die Nachwuchsleistungszentren, Kooperationen mit Schulen und Ähnlichem.

In Sachen Sponsoring verlief die Bekanntgabe eher unglücklich, denn als die Bremer es offiziell machten, wussten alle bereits Bescheid. Nach der Pressekonferenz blieben noch ein paar Journalisten im Medienraum, was eigentlich in Bremen nicht üblich ist. Diese bekamen dann mit, dass der Raum in kurzer Zeit umgestaltet und mit chinesischen Werbetafeln bestückt wurde. Aus den Bremer Lokalzeitungen konnte man also schon vorher etwas davon erfahren.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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