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Frankfurt mit Haller einig

Bei den Frankfurtern konnte man mit einem Grinsen im Gesicht beobachten, wie Neuzugang Sebastien Haller heute in einer munteren Presserunde über seinen Wechsel zur Eintracht sprach. Er äußerte sich unter anderem zu seinen Zielen aber auch zu seinem bisherigen Werdegang in der Profiwelt. Vor ein paar Jahren war es für ihn noch völlig denkbar, irgendwann für die Hessen auf Torejagd gehen zu können.

„Wenn sie mir vor zweieinhalb Jahren gesagt hätten, dass ich in Frankfurt unterschreiben würde, hätte ich gesagt, sie sind verrückt“, so der Neuling, der in der Saison 2014/15 mit seiner Karriere beim französischen Zweitligisten AJ Auxerre nicht mehr weiter voran kam. In der kleinen Stadt nahe Paris spielte er insgesamt knapp 8 Jahre. „In der Jugend war alles leicht und gut, ich brachte meine Leistung, bei den Profis wurde es dann schwieriger“, so der mittlerweile 23-Jährige: „Ich will keine Entschuldigungen suchen, weil ich weiß, dass ich nicht so gut gespielt habe. Aber innerhalb von drei Jahren wurde drei- oder viermal der Trainer gewechselt, und jeder Trainer sagte etwas anderes zu mir. Manchmal spielte ich, manchmal nicht.“

In der Hinrunde der Saison 2014/15 konnte er lediglich dreimal in der ersten Elf mitwirken und wurde weitere fünfmal eingewechselt. Dabei konnte er keinen einzigen Treffer markieren. Kein Wunder, dass er nach 50 Einsätzen im Unterhaus und nur 6 Toren eine neue Herausforderung gesucht hat, die er nun überraschend in der Bundesliga bei den Frankfurtern gefunden hat. „Ich bekam die Möglichkeit, nach Utrecht zu gehen“, so Haller, der diesen Schritt gut zwei Monate lang durchdenken musste. In den Niederlanden konnte der 1,90 Meter große Stürmer auf ganzer Linie überzeugen und erzielte in 82 Ligaspielen stolze 41 Tore. Hinzu kommen 13 Treffer in 20 U-21-Länderspielen für Frankreich. Haller ist vor allem ein physisch starken Teamplayer, der vorne die Bälle festmachen kann. Die Eintracht muss für den Neuzugang mindestens sieben Millionen Euro auf den Tisch legen, womit der Angreifer Frankfurts Rekordtransfer ist.

Viel Druck für einen jungen Mann, der sich daran aber nicht messen lassen möchte. „Die Ablöse ist etwas zwischen den Klubs. Nur weil ich der teuerste Transfer bin, werde ich nicht wie Messi oder Ronaldo sein. Ich will 100 Prozent für den Klub, meine Mannschaftskameraden, den Trainer und die Fans geben“, so Haller, der die komplette Runde bestens unterhalten konnte: „Wenn sie mir vor zweieinhalb Jahren gesagt hätten, dass ich in Frankfurt unterschreiben würde, hätte ich gesagt, sie sind verrückt.“ Dabei kann der Stürmer bisher noch kein Deutsch, da er in der Schule nie wirklich aufgepasst hat, wie er scherzend behauptete. Niederländisch hat er hingegen nicht einmal versucht. Er würde es zwar nie aussprechen, allerdings kann man schon den Gedanken bekommen, dass Haller die Eredivisie in erster Linie als Sprungbrett für einen weiteren Schritt genutzt hat: „Ich habe kein Niederländisch gelernt, da ich nicht sicher war, in Holland zu bleiben. Es gab alle sechs Monate die Möglichkeit zu wechseln. Niederländisch wäre für meine Zukunft nicht nützlich gewesen.“

Man konnte dem Angreifer die Vorfreude auf die neue Aufgabe förmlich anmerken. Unter anderem berichtete er von sehr guten Gesprächen mit Trainer Niko Kovac und lobt den Teamspirit, den er in den Spielen, die er in der Rückrunde bereits angeschaut hat, ausgemacht habe. „Das Stadion, die Stadt, hier ist alles perfekt. Auch meine Familie hat ein gutes Gefühl“, so Haller, der mit seiner Frau und der dreieinhalb Monate alten Tochter noch im Hotel wohnt. Zum August wird er dann aber eine Wohnung in der Nähe von Frankfurt beziehen. „Ich bin wirklich glücklich, dass ich hier bin und freue mich auf die ersten Spiele“, so der Stürmer, der den Frankfurtern hoffentlich noch viel Freude bereiten wird.

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