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Mainz: Zittern bis zum Schluss

Bei den Mainzern hatte gestern niemand wirklich die Ruhe weg. Am Ende standen vor allem zwei Franzosen und ein Schweizer im Fokus, die in den Katakomben des Stadions einfach nur auf den Abpfiff in Wolfsburg warteten. Durch ein Gewitter wurde das Spiel der Wölfe gegen Gladbach kurzzeitig unterbrochen. Nach dem Schlusspfiff war klar, dass die Mainzer mit höchster Wahrscheinlichkeit nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben werden.

Vor allem bei Jean-Philippe Gbamin, den verletzten Gaetan Bussmann und Fabian Frei brachen die Dämme nach dem Pfiff in Wolfsburg. Sie stürmten auf den Rasen und feierten nicht nur den Sieg der Mainzer über Frankfurt sondern damit auch den quasi sicheren Klassenerhalt. Am letzten Spieltag treffen die Wolfsburger auf die Hamburger. Es gibt Konstellationen, bei denen die Mainzer noch in die Relegation müssten. Sollten die Hamburger beispielsweise mit 1:0 gewinnen, dann müssten die Rheinhessen in Köln schon mit 0:10 verlieren, damit die Wolfsburger das bessere Torverhältnis hätten. „Das ist unmöglich, es sei denn, wir kommen betrunken nach Köln – aber das hat auch keiner vor“, so Innenverteidiger Leon Balogun.

Trotz der theoretischen Möglichkeit durften die Mainzer nach dem Spiel feiern. „Es war so viel Druck auf dem Kessel“, so Rouven Schröder, der auch weiß, was seine Jungs nach dem Rückstand gegen Frankfurt noch geleistet haben: „Diese Gefühlsschwankungen sind nicht ohne. Beim 0:2, da fährt es einem schon in den Bauch“, so der Sportdirektor. Es folgte ein Doppelschlag durch Jhon Cordoba (allerdings nach vorherigem Abseits) und Stefan Bell, ein toller Kopfball von Yoshinori Muto nach ebenso feiner Flanke Bojans sowie ein Strafstoß von Pablo De Blasis. „Schon nach dem 2:2 war das Stadion am Toben, ich habe mein eigenes Wort nicht mehr gehört“, so Danny Latza.

Bussmann, Gbamin und Frei zitterten vor dem TV-Bildschirm mit, als ein Angriff der Wölfe auf das Gladbacher Tor zurollte. Frei rief zu seinem Landsmann Sommer auf dem Schirm: „Yann, mach bloß keinen Mist!“ Der Schweizer beschreibt das Warten: „Du kannst nix beeinflussen, es ist ein bisschen Ohnmacht dabei – aber wenn es so ausgeht, soll es mir recht sein.“ Balogun blieb nach eigenem Ermessen komplett ruhig: „Ich weiß ja, dass es nach den zwei Nackenschlägen nicht so gut für uns aussah. Aber wir waren zu jedem Zeitpunkt im Spiel, ich wusste irgendwie, dass wir es noch packen. Keine Ahnung, woher das kam. Ich habe den Kollegen gesagt: Das ist wie auf die Bahn zu warten, die 15 Minuten später kommt. Du weißt: Der Zug kommt, aber er kommt halt etwas später.“

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