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Köln: Wende oder Absturz?

Für die Kölner läuft es einfach nicht mehr rund. Aus 10 Spielen gab es insgesamt nur 8 Punkte, was dem FC am Ende das Genick brechen könnte, wenn es um die internationalen Startplätze geht. Zwar liegt man immer noch auf einem beachtlichen 7. Platz, was in erster Linie aber auch daran hängt, dass alle im Rennen um die Europa League immer wieder Federn gelassen haben. Die 1:2-Niederlage beim FC Augsburg untermauerte noch einmal den Abwärtstrend in der Domstadt. Im Moment mangelt es an der nötigen Konstanz und vor allem an der Konzentration in der ersten Viertelstunde.

Schon 9 Gegentreffer mussten die Geißböcke in den ersten 15 Minuten hinnehmen. Das ist mit Abstand der höchste Wert in der Liga. Die Kölner kassierten rund 25% ihrer Gegentreffer in diesem Zeitraum, was erfolgreiche Spiele natürlich etwas schwerer macht, wenn man ständig mit einem derartigen Handicap starten muss. Vor allem in den letzten Wochen wurde dieses Problem offensichtlich, denn seit dem 21. Spieltag musste man gleich in 5 Partien direkt einem Rückstand hinterherlaufen.

Gegen Augsburg zeigten die Kölner wieder einmal zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten hatten es die Fuggerstädter relativ einfach, an 2 Tore zu kommen. Nach dem Seitenwechsel war der FC defensiv organisiert und vorne gefährlich, wie es sich Trainer Peter Stöger gerne über 90 Minuten wünschen würde. „In Augsburg hat man gesehen, dass es möglich ist, ein Spiel mit relativ einfachen Dingen aus der Hand zu geben, und dass es nicht einmal mit einem außergewöhnlich guten Spiel trotzdem möglich ist, mit einer gewissen Konsequenz den Gegner vom Tor wegzuhalten. Daran heißt es anzusetzen“, so der FC-Trainer: „Es gibt keinen Schalter, keine außergewöhnlich schlaue Erklärung, die dann funktioniert. Es geht nur über die Konsequenz.“

Eigentlich war gerade die Konstanz unter Stöger das große Plus für die Kölner. Eine Erklärung für diese Entwicklung zu finden, fällt den Verantwortlichen im Moment schwer, doch formulieren würde Stöger diese sowieso nicht öffentlich. „Ich fange jetzt nicht an, Erklärungen für etwas zu finden, was nicht funktioniert, weil sie dann für alle wie Ausreden wirken. Und ich möchte nicht als jemand dastehen, der Ausreden sucht“, so der Coach, der es unter anderem auf individuelle Fehler schieben könnte, „was dann vielleicht auch etwas mit Abstimmung zu tun hat.“ Unter anderem musste man im Winter den Verkauf des besten Abwehrspielers Mergim Mavraj zum HSV verkraften, doch die Misere an einem Spieler festzumachen wäre den Kölnern auch den einen oder anderen Schritt zu einfach. Fakt ist aber, dass der FC immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen hat. Leistungsträger fallen weg und in der Folge muss Stöger immer wieder ein System ändern. „Die Wahrheit ist auch, dass wir im Vergleich zu vor zwei Jahre höher stehen, mehr nach vorne spielen, mehr Tore erzielen. Jetzt haben wir ganz wenig Spiele, wo wir nicht getroffen haben. Dass das da oder dort zu Kosten der Grundstabilität und mehr Leuten hinter dem Ball geht, dafür muss man kein Professor sein“, so der Coach.

Zudem spielt mittlerweile wohl auch die Psyche eine wichtige Rolle, haben viele dem FC doch vor einigen Wochen schon die Teilnahme am Europapokal zugesagt. In solchen Phasen berufen sich die Verantwortlichen immer darauf, dass man weiter von Spiel zu Spiel schaue, doch wie es in den Köpfen der Spieler dann wirklich aussieht, können nur die Kicker selbst beurteilen. „Vieles im Fußball ist auch mit Strömungen und Entwicklungen verbunden, mit Selbstvertrauen und diesen Dingen, die einen gar nicht so unwesentlichen Einfluss darauf haben, wie du Situationen dann lösen möchtest“, so Stöger. Bleibt nun abzuwarten, ob die Geißböcke im Endspurt noch einmal die Kurve bekommen und eine gute Saison dann auch mit dem entsprechenden Lohn abschließen.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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