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Hertha: Wechselt Dardai seinen Sohn ein?

Das erste Mal seit nunmehr 31 Jahren könnte es in der Liga dazu kommen, dass ein Vater seinen Sohn einwechselt. Herthas Trainer Pal Dardai hat seinen 17-jährigen Sohn Palko erstmals in den Kader berufen. Dabei hat Dardai selbst offenbar auch Bedenken, was die Karriere seines Sohnes angeht und auch über die Entscheidung, die ihm bald bevorsteht.

Palko Dardai muss seinem Vater mittlerweile nicht mehr erzählen, wie es im Training war, denn Pal ist wieder einmal sein Übungsleiter. „Wenn Palko bei uns mittrainiert hat, fahren wir gemeinsam nach Hause. In den fünf, sechs Minuten reden wir dann“, so der Coach, der seinen Schützling nun auch das erste Mal auf einer Bundesliga-Auswärtsfahrt dabei hat. Auch seine beiden jüngeren Söhne Marton und Bence spielen bereits in Herthas Jugend. Erst vor zweieinhalb Wochen hatte Palko in der Regionalliga sein Debüt gegeben und gleich mit einem Treffer überzeugt. Könnte nun schon direkt der erste Auftritt in der Liga folgen? Das letzte Mal wechselte ein Vater August 1986 in Person von Fritz Fuchs seinen damals 20-jährigen Sohn Uwe Fuchs beim FC 08 Homburg ein.

Der junge Dardai wird in 3 Wochen 18 Jahre alt und kommt normalerweise in der Offensive der A-Jugend zum Einsatz. Mittlerweile hat er schon einiges an Trainingserfahrung bei den Profis sammeln können, doch sein Vater sieht wie gewohnt noch viel Luft nach oben. „Im Training bei mir wirkt er immer noch ein bisschen gehemmt, er will keine Fehler machen. Ich war anders: Als ich in seinem Alter unter meinem Vater trainiert habe, hat mich das beflügelt. Palko ist ein Offensivspieler, der vom Risiko lebt. Ich denke, er wird mit der Zeit freier im Kopf“, so sein Vater Pal: „Er und die anderen Jungs aus der U 19 wie Arne Maier, Florian Baak, Julius Kade oder Sidney Friede – das sind noch Babys. Aber sie müssen an der eigenen Haut spüren, was gut ist und was schlecht. Ich weiß noch genau, wie mir mein Vater vorm ersten Training bei der Männermannschaft von Pecs ein Paar neue Fußballschuhe gekauft hat – und Tamas Bodog hat sie mir gleich kaputt getreten.“

In diesem Alter kommt es laut Dardai in erster Linie darauf an, die älteren Spieler vom eigenen Talent zu überzeugen und dann von ihnen zu lernen. „Sie müssen den Mitspielern zeigen, dass sie da hingehören – und dem Trainer, dass sie Männer werden. Jede U-Mannschaft hat brave Jungs und ein paar Wölfe. Das war immer so. Ich mag die Wölfe“, so Dardai, der bald auch eine Entscheidung hinnehmen muss, denn sein Sohn hat mittlerweile einen deutschen Pass und könnte damit auch für den DFB auflaufen, obwohl Ungarns Verband schon länger seine Fühler ausgestreckt hat: „Ich will ihn zu nichts überreden, es ist seine Entscheidung. Seine Heimat, sein Umfeld, sein Alltag – das ist Berlin.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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