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Kaiserslautern trauert und feiert Sippel

Beim 1. FC Kaiserslautern sitzt die Enttäuschung noch sehr tief. Nach dem 1:1 im Saisonfinale gegen den FC Ingolstadt verpasste der FCK gleich zum dritten Mal in Folge den Aufstieg ins Oberhaus. Immerhin ging nach dem Abpfiff die Stimmung durch die Verabschiedung von Tobi Sippel noch einmal nach oben. Der Keeper wird die Pfälzer nach insgesamt 17 Jahren verlassen und sich den Gladbachern anschließen.

fckUm 17:20 war es am Sonntag soweit. Das Spiel gegen Ingolstadt wurde abgepfiffen und die Spieler des FCK sanken auf den Rasen im Fritz-Walter-Stadion, wohlwissend, dass sie den Aufstieg wieder nicht geschafft haben. Nach der verlorenen Relegation 2013 musste man sich nun wie im Vorjahr mit dem vierten Platz abfinden. Auf den Rängen blieb jedoch weitestgehend alles ruhige. Das ausverkaufte Fritz-Walter-Stadion zeigte sich zuvor von seiner besten Seite. Die knapp 50.000 Fans bereiteten ihrer Mannschaft einen furiosen Empfang und standen über die vollen 90 Minuten hinter dem Team auch wenn zwischenzeitlich die Ergebnisse von den anderen Plätzen immer wieder den Weg zu den Fans fanden.

Nach dem Schlusspfiff wurde nicht getrauert denn noch rund 10 Minuten wurde Keeper Tobias Sippel lautstark gefeiert. Immerhin gehört dieser seit 1998 zum Verein und spielte insgesamt 205 Mal als Profi für die Pfälzer. „Das ist schwer in Worte zu fassen. So verabschiedet zu werden, ist nicht normal in der Liga. Deshalb freue ich mich, irgendwann mal wieder das Trikot des FCK tragen zu dürfen“, so Sippel, der auch seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Das anschließende „You’ll never walk alone“ gehört auf dem Betzenberg auch schon zum guten Ton und danach ging es trotz der Enttäuschung für die komplette Mannschaft zum Abklatschen in die Westkurve. „Tobi hat das verdient, die Mannschaft auch. Schade, dass wir den geilen Fans nicht das geben konnten, was sie sich gewünscht haben“, so Vize-Kapitän Markus Karl.

Die Fans hatten eigentlich auch keinen Grund wirklich sauer zu sein, denn die jüngste Mannschaft der Liga spielte eine gute Saison. Lediglich am Ende war vielleicht der Druck etwas zu groß, denn aus den letzten 4 Partien gab es nur schlappe 2 Zähler, was am Ende mindestens den Relegationsplatz gekostet hat. „Über das ganze Jahr haben wir es einfach nicht verdient“, so die sachliche Analyse von Ruben Jenssen. Neuzugang Erik Thommy, der gegen Ingolstadt auch den einzigen Pfälzer Treffer markierte, wurde schon deutlicher: “Das ist kein Abschluss, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Aber damit müssen wir jetzt leben.“ Durch die Siege von Darmstadt und Karlsruhe hätte auch ein Dreier über den Meister der 2. Liga nichts mehr gebracht. Die fehlenden Punkte hat man in anderen Spielen verloren, was auch Chris Löwe in einem Interview betonte. „Wir haben nicht in diesem letzten Spiel die Saison aufs Spiel gesetzt, sondern gegen St. Pauli. Jetzt sind wir natürlich alle enttäuscht, dazu kann man auch nicht mehr viel sagen“, so der Linksverteidiger.

Das 0:2 gegen den Kiezklub am 32. Spieltag kostete den FCK den zweiten Tabellenplatz und damit hatte man es nicht mehr in der eigenen Hand. Sicherlich war auch das 0:0 gegen Erzgebirge Aue am vorletzten Spieltag nicht das Optimum, die Pfälzer schauen nun aber schon wieder optimistisch in die Zukunft. „Jetzt gehen wir in Urlaub, dann kommen wir wieder zusammen und spielen nächstes Jahr besser“, so Ruben Jenssen.

Kategorie: 2. Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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