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Kaiserslautern: Stimmungscheck und Abrechnung

Der 1. FC Kaiserslautern befindet sich mitten in den finalen Vorbereitungen auf den Ligastart am kommenden Montag gegen die Münchner Löwen. Die Mannschaft scheint gut drauf zu sein, allerdings kann man das vom Pfälzer Umfeld nicht behaupten. Doch aus welchem Grund werden die Fans immer pessimistischer? Ein Los, das wohl auch die ein oder andere Mannschaft aus der Bundesliga gezogen hat.

fckAls Fan des 1. FC Kaiserslautern hatte ich es in den letzten Jahren nicht immer leicht. Die zweite Liga will kein roter Teufel auf Dauer sehen, allerdings wurden die Erwartungen zu oft nicht erfüllt. So richtig angefangen hat der große Frust unter Franco Foda, dessen Transferpolitik meiner Meinung nach sehr fragwürdig war. „Ausgelutschte“ Frankfurter Ersatzspieler sind überwiegend einfach auch für einen Topklub der zweiten Liga nicht gut genug. Unter Runjaic soll nun der Umbruch beginnen, allerdings wollen viele Fans davon nichts hören.

„Platz 5-10!“ „Ein Platz im Mittelfeld mit Blick nach unten.“… So oder so ähnlich lauteten heute die meisten Facebook-Antworten auf die Frage, auf welchem Platz die Fans den FCK in dieser Saison sehen. Die letzte Spielzeit hat wohl Spuren hinterlassen, denn das Team ließ zu oft den altbewährten Kampfgeist vermissen, den der Pfälzer Anhang vor allem auf dem heimischen Betzenberg sehen will. Doch wieso stecken nun alle den Kopf in den Sand? Auch ich bin seit ich denken kann ein roter Teufel und werde immer einer sein, doch was bringt es mir, nach einem verpassten Aufstieg so gegen meinen Verein zu wettern? Auch wenn wir wieder zweitklassig Spielen hatte ich viele schöne Erlebnisse im DFB-Pokal und auch die Liga-Spannung hat mich in den Bann gezogen.

Weniger Qualität? Fehlanzeige.

Viele argumentieren so, dass der FCK nominell schwächer aufgestellt ist, als noch vor wenigen Wochen – doch mit welcher Begründung? Ein Idrissou ist weg, allerdings überzeugte der in der Rückrunde eher neben dem Platz. Ein Florian Dick ist weg, aber bei allem Kämpferherz fehlt ihm einfach die Qualität für einen Spitzenklub und erst recht für die erste Liga. Ein Zoller wird uns natürlich fehlen, doch wer hatte ihn vor der Saison auf dem Zettel? Ein Drittliga-Kicker der noch vor 10 Monaten als Fehleinkauf abgestempelt wurde, da er als No-Name aus dem Unterhaus kam. Wieso sollte ein Hofmann oder ein Mugosa nun nicht diese Rolle übernehmen? Runjaic hat den ein oder anderen jungen Spieler geholt und im Kern ist die Mannschaft geblieben, die in der letzten Saison nur knapp den Aufstieg verpasst hat.

Viele Favoriten – wir gehören nicht dazu?

Fakt ist, dass es in dieser Saison deutlich mehr Favoriten geben wird. Braunschweig und Nürnberg zählen als Absteiger automatisch dazu, Fürth will wieder oben mitmischen, mit Leipzig kommt ein finanzstarker Klub auf dem „Weg zur Meisterschaft und mit Düsseldorf, München, Union und Co. gibt es einige Teams mit denen immer zu rechnen ist. Nicht rechnen tun „Experten“ derzeit mit dem FCK, allerdings sehe ich das nicht unbedingt als Nachteil. Im letzten Sommer galten wir als absoluter Topfavorit und man hat gesehen, wo der Druck unsere Truppe hingeführt hat. Die Teufel als Underdogs – es könnte die Chance sein um unbekümmert wieder den Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans zu forcieren. Schon die ersten Spiele könnten für die Saison-Stimmung sehr entscheidend werden.

Mein Fazit

Natürlich bin ich Realist genug um zu wissen, dass der FCK in dieser Saison nicht der große Favorit ist und dass der Aufstieg ein sehr schweres Unterfangen wird. Andererseits bin ich Optimist genug um an den Trainer und meine Mannschaft zu glauben. Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich mich wieder wie ein kleines Kind auf den Ligastart freue – die elend lange Fußballpause seit der WM kann also endlich zu Ende gehen.

Kategorie: 2. Bundesliga, News Tags: 
 
 

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