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Bayern: Nagelsmann-Serie reißt

Die Bayern haben nun nach 11 Pflichtspielen die erste Niederlage unter Julian Nagelsmann als Trainer hinnehmen müssen. Das 1:2 gegen Die Frankfurter sitzt vermutlich heute noch tief. Vor allem die Anzahl der Chancen sprach eigentlich für einen Sieg, der aber dann nicht kam. Nagelsmann deutete bereits an, dass es hier noch sehr viel zu analysieren gibt.

Spätestens nach 73 Minuten hätten die Bayern merken müssen, dass ihre offensiven Bemühungen auch ein großes Risiko mitbringen, denn Manuel Neuer konnte fast an der Mittellinie nur noch knapp die Führung der Frankfurter verhindern, die ansonsten gleich mit zwei Spielern alleine auf das Tor zugelaufen wären. Es ging noch einmal gut, doch 10 Minuten später war es dann doch soweit, als Filip Kostic die Hessen zum Sieg schoss. Neuer, der bis dahin noch der beste Münchner war, patzte dabei sogar noch.

Im Nachhinein bestätigte Frankfurts Trainer Oliver Glasner, dass sie die Bayern vorher ganz genau unter die Lupe genommen haben, nachdem Nagelsmann nun das Zepter in die Hand genommen hat. „Wir wussten, dass wir diese Kontersituationen bekommen werden“, so der Trainer nach der Partie, „wir wollten die Bayern locken.“ Das klappte zwar spät, hätte aber auch schon vorher funktionieren können: „Wenn wir es gut machen, können wie noch drei-, vier- oder fünfmal alleine auf Manuel Neuer laufen“, so Glasner.

Das bemerkte natürlich auch Nagelsmann, der aber auch noch nicht beantworten konnte, warum der Gegentreffer nicht verhindert werden konnte. Die Bayern hatten regelmäßig ein sehr ausgeprägtes Loch im Mittelfeld, wodurch die Frankfurter etwas Luft hatten, bevor die Münchner ins Gegenpressing gekommen sind. „Das Tor hat sich abgezeichnet“, so Nagelsmann daher. Dem Trainer waren diese Lücken schon bei den Siegen in Fürth (3:1) und Kiew (5:0) aufgefallen, behoben werden konnte die Schwäche unter der Woche aber noch nicht. Dennoch hätten die Bayern nach ihren Chancen das Spiel eigentlich gewinnen müssen. Serge Gnabry traf das leere Tor nicht und einige Bayern scheiterten am überragenden Kevin Trapp im Kasten der Eintracht. Unter anderem ließ auch Robert Lewandowski den Sieg liegen. „Die Niederlage wäre vermeidbar gewesen. Wir hatten sehr vieles in der Hand, deshalb kann man auch Lehren daraus ziehen“, so Nagelsmann.

Die Schwächen gab es auch schon vorher, allerdings hatten Fürth, Kiew und Bochum einfach nicht die Klasse, die Bayern für ihre Nachlässigkeiten zu bestrafen. Barcelona ist schon lange nicht mehr das Barca der vergangenen Jahre und gegen die Leipziger haben die Münchner schlichtweg einen Sahnetag erwischt. Ein großes Fragezeichen steht aktuell hinter Dayot Upamecano, der immer wieder grobe Böcke in sein Spiel einbaut und damit statt Stabilität eher für Anfälligkeit sorgt. Am Sonntag war der Franzose an beiden Gegentoren direkt beteiligt. „Es gibt viel aus den letzten drei Spielen rauszuziehen, wo wir ähnliche Dinge besser machen können, wollen und werden“, so sein Trainer.

Mit dem Team kann er die Pleite nicht direkt untersuchen, denn fast alle Stars sind in den kommenden Tagen mit ihren Nationalteams unterwegs. Die Niederlage erinnert den einen oder anderen an die Schlappe gegen Leverkusen im November 2019, damals noch unter Hansi Flick, der gerade seine Arbeit aufgenommen hatte. Der nächste Gegner heißt nun wieder Leverkusen, die mit ihrem tollen 4:0 über Bielefeld mit den Bayern nach Punkten gleichziehen konnten. Damit geht es im Spitzenspiel des nächsten Spieltags um nicht weniger als die Tabellenführung.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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