0

Wolfsburg: Witz-VAR

Die Wolfsburger wollten gegen Sevilla unbedingt den ersten Sieg in der Champions League diese Saison holen und waren sehr nah dran. Am Ende sorgte aber ein falscher Elfmeter dafür, dass man sich ärgern und mit einem Punkt zufrieden geben musste.

Die Emotionen waren nur verständlich, als Schiri Georgi Kabakov nach dem Spiel gegen Sevilla in die Kabinen verschwand. Von der Tribüne wurde er beleidigt und mit Gegenständen beworfen, denn die Entscheidung für einen Elfmeter der Spanier war ein Witz und sorgte für krasses Entsetzen bei allen Wolfsburgern.

Nach einer völlig normalen Klärungsaktion im eigenen Strafraum touchierte Josuha Guilavogui den selbst in diese Aktion gehenden Gegenspieler Erik Lamela. Niemand dachte sich viel dabei, doch dann wurde der Schiri zur Überprüfung in den Videobereich berufen. Der 35-Jährige entschied danach tatsächlich auf Strafstoß für Sevilla, was selbst die Spieler der Spanier nicht so recht glauben wollten. Auch VfL-Boss Jörg Schmadtke hatte nach der Partie nicht mehr viel dazu zu sagen: „Diese Entscheidung war schlicht falsch. Wie der Schiedsrichter zu dem Schluss kommt, dass dies ein Elfmeter war, kann ich mir nicht erklären.“ Bei einem Standbild sieht es so aus, als hätte Guilavogui die offene Sohle auf Lamelas Schienbein, allerdings sprechen die bewegten Bilder klar dagegen. „Wenn er nur das Standbild bewertet hat, hätte es demzufolge nicht Gelb-Rot sondern Rot geben müssen“, so Schmadtke weiter. Letztendlich gab es Gelb-Rot für den Wolfsburger und den Ausgleich noch obendrauf.

Das gesamte Spiel der Unparteiischen wurden mit einer Note 6 bewertet. Unter anderem wurde Wolfsburgs Verteidiger Lacroix schon in der ersten Minute fragwürdig verwarnt. Des Weiteren gab es gleich mehrere Videoüberprüfungen von sehr harmlosen Szenen. „Dieses inflationäre Checken kann ein Spiel und auch die Schiedsrichterleistung beeinflussen“, so Schmadtke, der herausstreicht: „Dieser Pfiff kostet uns Geld und Punkte.“ Statt der 2,8 Millionen Euro für einen Sieg gibt es nun nur 930.000 Euro für den Punkt, also insgesamt 1,87 Millionen Euro weniger. Man stelle sich nur vor, was los ist, wenn den Wölfen am Ende zwei Punkte fürs Weiterkommen fehlen. Eine Qualifikation fürs Achtelfinale spült nämlich erneut knapp 10 Millionen Euro in die Kassen.

Schmadtke ist entsprechend bedient, will nun aber schnell wieder den Fokus auf die nächsten Aufgaben legen. „Die Sache ist ärgerlich, das Thema muss für uns mit dem heutigen Tage aber auch erledigt sein, wir dürfen uns damit nicht länger aufhalten“, so der Verantwortliche wohlwissend, dass am Wochenende mit den Gladbachern ein schwerer Gegner zu Gast sein wird. In der Champions League stehen nach zwei Unentschieden immer noch alle Türen offen. Letztendlich könnte man aufgrund der Leistung mit einem Punkt zufrieden sein. Zwar verteidigten die Wölfe meist gut, in der Offensive war aber nicht viel los. „Wir hatten zwei, drei gute Aktionen, die wir nicht mit aller Konsequenz ausgespielt haben und in der zweiten Hälfte gute Umschaltmomente“, so Schmadtke, der aber auch das Ballbesitzverhältnis von 30:70 für die Spanier registriert haben dürfte: „Ich hätte mir etwas mehr Mut gewünscht. Es ist aber auch schwierig, dies gegen eine technisch versierte und erfahrene Mannschaft wie Sevilla aufs Parkett zu bringen.“

Der Manager hat natürlich dennoch eine ganz klare Forderung: „Wir müssen unser Spiel weiter forcieren, wir sind in einem Prozess. Wir müssen uns unabhängiger machen von Schiedsrichter-Entscheidungen.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

Ähnliche Artikel

Antwort hinterlassen

Antwort eintragen
© Soccer-Fans.de. All rights reserved.