0

Leverkusen: Aggressive Elf?

Wenn man an den Spielstil von Bayer Leverkusen denkt, denkt man fast automatisch auch ein eine temporeiche Offensive mit viel technischer Feinheit und einem blitzschnellen Umschaltspiel. Das Team vom neuen Trainer Gerardo Seona liegt aber noch in einer anderen Statistik ganz weit vorne, und zwar bei den persönlichen Strafen.

Insgesamt 13 Gelbe und eine Rote Karte stehen bei Bayer schon zu Buche und sorgen dafür, dass die Werkself in der Fair-Play-Tabelle auf dem letzten Platz rangiert. Oftmals galt Leverkusen als etwas zu brav, was sich durch diese Statistik wohl erledigt haben dürfte. Ein falsches Bild will gerade Seoane nun aber nicht von seinen Jungs aufkommen lassen: „Nein, ich sehe da keine Relation. Was ich weiß ist, dass wir bei der Anzahl der Fouls ganz unten sind und andere ganz oben. Diese Tabelle spiegelt also nicht die ganze Wahrheit wider“, so der Schweizer.

Mit gerade einmal 44 Fouls hat Leverkusen die drittwenigsten der gesamten Liga und z.B. nur fünf mehr als die Bayern, die aktuell die Fair-Play-Tabelle anführen. Gerade aber das harte Foul von Robert Andrich in Stuttgart hat die Wahrnehmung etwas verändert. „Die Rote Karte rückt das Ganze in den Fokus, das verstehe ich“, so Seoane, „aber ich denke nicht, dass wir eine unfaire Mannschaft sind. Allerdings schon, dass wir eine Mannschaft sind, die eine gewisse Physis mitbringt und auch in die Zweikämpfe geht. Und wenn du in die Zweikämpfe gehst, gewinnst du sie im Idealfall, und manchmal gibt es eben auch ein Foul.“

Auf keinen Fall will er den Irrglauben aufkommen lassen, dass seine Mannschaft zu aggressiv oder gar unfair agiert: „Ich finde, es ist ein gutes Attribut, wenn wir griffiger sind“, so der 42-Jährige, der auch die eine oder andere Erklärung für eine Verwarnung parat hat: „Alle Spielphasen sind wichtig. Vor allem, wenn man den Ball verliert, dann zu versuchen, rechtzeitig beim Mann zu sein und diesen Konter zu unterbinden – am besten ohne Foul. Und Fouls gegen das Umschalten geben halt auch oft Gelbe Karten – das ist uns bewusst“, so Seoane, der den großen Vorteil in der guten Kaderplanung sieht: „Wir haben Spieler nach diesem Profil gesucht: ein bisschen mehr Physis, die Stärke ein bisschen anders ausgerichtet als nur Dribbling und Tore, sondern auch Wucht, Zweikampfstärke und Körpergröße“, erklärt der Trainer, „wir hatten in der Analyse festgestellt, dass da ein bisschen fehlt. Da wollten wir dagegen steuern.“

Mit Spielern Odilon Kossounou, Mitchel Bakker, Piero Hincapie oder eben Andrich kam ein Quartett, das insgesamt als „unangenehm“ angesehen werden kann. Körperliche Spieler, die den Gegnern das Leben im Mittelfeld schwer machen können: „Am Schuss ist die Frage: Wie trainieren wir? Was sprechen wir an? Was zeigen wir? Was verlangen wir? In der Hoffnung, dass es irgendwann mal fruchtet“, so Seoane, „dass du die Spieler überzeugst, dass man damit erfolgreich sein kann. Dass die Spieler spüren, dass da in diesem Bereich noch etwas gehen muss.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

Ähnliche Artikel

Antwort hinterlassen

Antwort eintragen
© Soccer-Fans.de. All rights reserved.