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Wolfsburg: Van Bommel als Leader

Die Wolfsburger haben sich mit Mark van Bommel eine echte Kultperson als neuen Trainer engagiert. Der sog. Aggressive Leader war schon als Spieler als harter Hund bekannt und will so nun auch als Trainer bei den Wölfen agieren.

Zwischen dem VfL und van Bommel gab es vor einigen Jahren schon einmal eine Geschichte. Vor 10 Jahren sollte er als Spieler zu den Niedersachsen, allerdings blockierte sein damaliger Berater Mino Raiola den Wechsel: „Mark geht nicht zum VfL“, so die knappe Aussage des Beraters im Jahr 2011. Die Wolfsburger wurden 2009 Meister, gerieten danach aber ordentlich in Schieflage. Damals hätte der Mittelfeldspieler gut ins System gepasst, obwohl er schon 33 Jahre alt war und bei den Bayern keine sportliche Zukunft mehr hatte:  „Er war ein Thema damals“, so Ex-Manager Dieter Hoeneß heute. Damals ging von Bommel zum AC Milan in die Serie A, doch nun kam es also mit 10 Jahren Verspätung doch noch zum Deal mit dem VfL.

„Ein guter Typ“, so VfL-Boss Jörg Schmadtke, allerdings ist auch dieser nicht gerade als einfacher Mensch eingestuft und so muss sich noch zeigen, wie die beiden Alphatiere im Arbeitsalltag miteinander funktionieren werden. Immerhin ist Trainer Oliver Glasner trotz des Erfolgs gegangen, weil das Verhältnis zum Geschäftsführer nicht mehr tragbar war. „Es hilft nicht“, so Schmadtke aus Erfahrung, „wenn man sich immer nur in den Armen liegt.“

Van Bommel wird auch nicht immer seiner Meinung sein, zumal er schon zu aktiven Zeiten immer alles für den Sieg gegeben hat. Grenzen gab es damals für ihn nicht und das scheint sich nicht geändert zu haben. „Ich war manchmal weit über der Grenze“, so der Niederländer, der natürlich Spielertypen mag, die ähnlich ticken wie er es früher getan hat. Davon findet er bei den Niedersachsen unter anderem Maximilian Arnold und Wout Weghorst. „Die Gefahr ist“, sagt van Bommel, „dass ich mich mit Spielern beschäftige, die ähnlich sind wie ich. Aber die anderen sind genauso wichtig.“ Nun muss sich erst noch zeigen, ob der erfolgreiche Spieler auch ein erfolgreicher Trainer sein kann. Bisher agierte er nur bei der PSV Eindhoven als Cheftrainer bei den Profis. In seinem zweiten Jahr wurde er dort entlassen.

Erfahrungen hat er mittlerweile als Co-Trainer der niederländischen U 17, in Saudi-Arabien und Australien als Assisten bei seinem Schwiegervater Bert van Marwijk assistierte und bei der PSV vor den Profis auch schon als Chef die U 19 gesammelt. Fraglich, ob das für den Posten als Cheftrainer bei einem Champions-League-Teilnehmer ausreicht. Schmadtke hingegen ist von seiner Verpflichtung sehr überzeugt. „Als Spieler hat Mark extrem viel Erfahrung gesammelt„, so der Manager, der weiß, dass der Niederländer unter anderem schon bei Trainer wie van Marwijk, Gerets, Hiddink, Rijkaard, van Gaal, van Basten, Advocaat, Magath, Hitzfeld, Klinsmann, Heynckes und Allegri zuschauen konnte. Ein harter Spieler wie van Bommel hat aber oft privat einen weichen Kern. „Der Umgang mit den Spielern und das Training ist das Schönste“, erzählt van Bommel über seinen Job: „Ich glaube, dass das meine Stärke ist.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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