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Bremen: Wie geht es weiter?

Die Bremer haben durch den Abstieg nicht nur sportliche sondern auch sehr große finanzielle Sorgen. Nun gab Finanzchef Klaus Filbry im kicker ein Interview und sprach eben genau über diese Probleme und seine Meinung zu etwaigen Investoren, die dem Verein helfen könnten.

Durch eine Mittelstandsanleihe werden die Bremer zumindest kurzfristig neue Mittel generieren können. Hierzu ist aber von Nöten, dass die Grün-Weißen alle sechs Monate ihre Finanzen offenlegen, was in diesen Tagen noch einmal untermauert hat, wie schlecht es um die Nordlichter bestellt ist. „Die Anleihe ist auch jetzt nicht dazu da, um Löcher zu stopfen, weil wir die Spielergehälter sehr variabel gestaltet haben. Sie reduzieren sich im Durchschnitt um mindestens 40 Prozent, teilweise um 60 Prozent. Schon damit können wir die aus dem Abstieg resultierenden Mindereinnahmen zu einem sehr großen Teil kompensieren“, sagt Filbry gegenüber dem kicker: „Letztlich geht es uns in diesem Kontext um Beinfreiheit.“

Dabei haben die Bremer gerade zu Corona-Zeiten gespart, wo es nur ging: „Wir haben Investitionen zurückgefahren, Stellen nicht neu besetzt, hatten Gehaltsverzicht von Spielern, Trainerteam und leitenden Angestellten. Als Geschäftsführung leisten wir einen dauerhaften Gehaltsverzicht“, so der Finanzchef weiter: „Wir haben zuletzt den Lizenzspieleretat um knapp zehn Prozent reduziert. Kommende Saison werden wir weiter nach unten gehen.“ Eine große Frage ist natürlich, wann die Fans endlich wieder ins Stadion dürfen, denn diese bringen immer einen großen Anteil an finanziellen Mitteln mit.

Doch selbst wenn wieder Zuschauer erlaubt sein werden, wird es nicht auf eine Vollauslastung hinauslaufen, sodass man erst einmal von Schadensbegrenzung reden muss. „Dank der Fortschritte bei Impfen, Testen und digitaler Kontaktnachverfolgung plus dem bewährten Hygienekonzept bin ich zuversichtlich, dass wir in der neuen Saison wieder vor Zuschauern spielen können – hoffentlich ab Oktober unter Vollauslastung“, so Filbry, der aber genau wie´, wie nötig alle Vereine diese Einnahmen im Moment haben. So kommen auch bei den Bremern zwangsläufig immer wieder Fragen nach möglichen Investoren auf: „Wir verschließen uns nicht davor“, sagt Filbry, macht jedoch deutlich: „Investoren müssten zum Verein passen, eine langfristige Strategie verfolgen und die Rolle als Minderheitsgesellschafter akzeptieren. Das macht es schwierig, weil gerade viel amerikanisches Geld nach Europa kommt mit dem Ziel, Mehrheitsanteile zu übernehmen. In den anderen Ligen können Sie 100 Prozent der Anteile kaufen. Das macht Bundesligisten weniger attraktiv.“

Die Bremer stehen vor sehr schweren Zeiten. Rein finanziell wäre der direkte Wiederaufstieg natürlich Gold wert, denn ein längerer Verbleib in der 2. Liga würde dem Verein mehr und mehr Schaden zufügen. Was mit anderen großen Vereinen passiert ist, kann man sich an Beispielen wie z.B. dem 1. FC Kaiserslautern anschauen, die momentan meilenweit von einer Rückkehr in die Bundesliga entfernt sind.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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