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Dortmund: Piszczek sagt auf Wiedersehen

Einen besseren Abschied hätte man sich wohl nicht denken können. Nach insgesamt 11 Jahren verlässt Lukasz Piszczek die Dortmunder und das als frisch gebackener Pokalsieger. Nach dem letzten Spieltag am Wochenende blickte er nun mit einer gehörigen Portion Wehmut auf seine lange Zeit beim BVB zurück.

Piszczek war nie ein Spieler, der sich durch viele Worte bemerkbar gemacht hat. In der Regel gab der Pole mit seinen Taten auf dem Platz ein Statement ab. Dass ein Spieler einem Verein über 11 Jahre lang treu bleibt, ist in der heutigen Zeit natürlich nicht mehr die Regel. Mit 5 Titeln in der Tasche verlässt die Schwarz-Gelben damit eine echte Ikone. Etwas traurig ist es natürlich, dass beim 3:1 über Leverkusen im letzten Heimspiel keine Fans vor Ort waren, um Piszczek gebührend zu verabschieden.

Um nicht still von der Bühne abzutreten, gab er dann am Dienstag doch noch ein kleines Interview in einer Medienrunde und schilderte dabei, wie die letzten Wochen für ihn waren und was er nun in der Zukunft geplant hat. „In den ersten zwei Tage hatte ich ein komisches Gefühl, da war auch Wehmut da, dass diese Zeit jetzt vorbei ist. Ich brauche jetzt erst einmal Urlaub. Danach kann ich dann wieder angreifen. Ich habe ein paar Pläne, was ich künftig machen möchte“, so der Pole über seinen Abschied.

Natürlich hat er sich sehr darüber gefreut, dass die Fans der Dortmunder ihm auf der Südtribüne einen persönlichen Abschiedsgruß hinterlassen haben. „Das war sehr emotional für mich, als ich auf den Platz rauskam und die Plakate gesehen habe. Die ganze Südtribüne war von den Fans vorbereitet worden. Das war überraschend für mich. Generell macht es mich sehr stolz, dass ich bei so einem Verein so einen Abschied bekomme habe. Ich kann mich dafür nur bedanken“, so Piszczek, der sich natürlich gewünscht hätte, dass seine letzte Partie vor vollen Rängen stattgefunden hätte: „Ich wusste ja, dass es kommen wird. Ich hoffe allerdings, dass ich irgendwann wieder vorbeikommen und im vollen Stadion Danke sagen kann. Ich habe die Überlegungen mitbekommen, im kommenden Sommer ein Abschiedsspiel zu veranstalten. Aber ich habe noch zu wenige Informationen darüber, um näheres dazu zu sagen.“

Immerhin konnte er sich mit dem DFB-Pokal im Gepäck verabschieden, was natürlich kaum besser hätte laufen können. Seine ganze Familie hat mit ihm gefiebert und sich gefreut, dass eine bewegte Karriere nun ein solches Ende genommen hat. Dabei war der mittlerweile 35-Jährige auch in dieser Saison weiter voll gefragt. „Ich wollte einfach auf dem Platz zeigen, dass ich es noch kann. Wir waren als Mannschaft in keiner einfachen Situation und durften uns keinen Punktverlust mehr erlauben. Ich wusste, dass ich erfahren genug bin, dass in Ruhe anzugehen und meine Aufgaben auf dem Platz so zu erfüllen, dass ich der Mannschaft helfe“, so der Außenverteidiger, der auch die Leistung der gesamten Borussia im Endspurt der Saison noch einmal hervorheben wollte: „Wir sind als Mannschaft noch enger zusammengerückt. Man kann das nicht mit der Zeit vor zehn, elf Jahren vergleichen. Die Jungs heute sind ein bisschen anders als wir damals. Aber Edin Terzic hat es geschafft, aus uns eine Mannschaft zu bauen, obwohl er es nicht einfach hatte. Wir haben es gut hinbekommen, stabil zu stehen, geduldig zu bleiben und die Ruhe nicht zu verlieren. Und vorne hatten wir sehr viel Qualität, um die Spiele entscheiden zu können.“

Gerade von den Fans bekam er natürlich immer wieder zu hören, dass er gerne noch ein Jahr weiterspielen könne, doch nach reiflicher Überlegung kam er dann doch zu dem Entschluss, dass in diesem Sommer Feierabend ist. Immerhin hatte Piszczek vermehrt mit Verletzungen zu kämpfen und es fiel ihm immer schwerer, seine Leistung konstant auf höchstem Niveau zu halten: „Ich habe viel Zeit außerhalb des Platzes investiert. Mit den Physios, im Kraftraum, seit sechs Jahren auch mit einem Sportpsychologen. Gerade auch diese mentale Vorbereitung auf ein Spiel war ein wichtiger Baustein für mich, um bis 35 auf diesem Niveau spielen zu können“, so der Routinier.  

Natürlich fragen sich nun viele, wie es für ihn privat weitergehen wird. Fakt ist, dass er die Fußballschuhe noch nicht komplett an den Nagel hängen möchte und auch eine Karriere als Trainer ist alles andere als ausgeschlossen: „Ich mache jetzt erst einmal eine Woche Urlaub mit der Familie, dann kümmere ich mich um ein paar Sachen bei meinem polnischen Heimatklub LKS Goczalkowice – und dann steht dort die Vorbereitung an. Denn ich möchte dort noch ein wenig aus Spaß kicken. Ob ich danach Trainer werde? Das muss ich mir noch überlegen, das habe ich noch nicht entschieden. Ich lasse mir alles offen.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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