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Bremen: Groß als Trainer?

Christian Groß ist erst ungewöhnlich spät zum Bundesliga-Spieler geworden. In seiner kurzen Zeit als Profi hat er aber einige Dinge mitgenommen, die er dann auch in die Zeit nach der aktiven Karriere mitnehmen möchte. Allerdings will er daran noch nicht zu stark denken, da er die aktive Zeit genießen möchte so gut es geht.

Als Christian Groß im Sommer 2018 vom VfL Osnabrück aus der 3. Liga in die U 23 der Bremer kam, hatte er durchaus einen Hintergedanken, auch wenn dieser Wechsel für ihn in Sachen Liga einen Rückschritt bedeutete. Als Kapitän sollte er nicht nur die Talente der Bremer an die Hand nehmen, sondern sollte auch als eine Art Co-Trainer auf dem Platz fungieren. Damit wurde bereits angestoßen, dass er auch nach der aktiven Zeit dem Fußball erhalten bleiben wird. „Ich bin ja überhaupt erst zur U 23 gewechselt, um hinter diese Kulissen gucken zu können“, so Groß, der damals noch nicht ahnen konnte, dass alles ganz anders kommen würde. Aufgrund einer personellen Engpasssituation bei den Bremern rutschte er im Alter von 30 Jahren zu den Profis in den Kader und war am Sommer-Trainingslager beteiligt. Hier hinterließ er einen so guten Eindruck, dass er in der Bundesliga debütieren durfte und seitdem fest zum Kader gehört.

Das hatte natürlich einen Einfluss auf seine Trainer-Arbeit, denn die Kooperation mit Florian Kohfeldt sieht natürlich etwas anders aus, als es bei den Amateuren der Fall gewesen ist. „Jetzt liegt der Fokus klar darauf, aktiv in der Bundesliga zu spielen“, so der mittlerweile 32-Jährige, der sein Debüt am 1. September 2019 gab. Dennoch kann er natürlich auch jetzt viel mitnehmen, was ihm später einmal helfen wird: „Auf Profi-Niveau kann ich natürlich Dinge für mich herausziehen, die ich in der Besprechung und im Training sehe und die ich nachträglich bearbeite und durchdenke“, so Groß, der während seiner Zeit bei der U23 auch noch ein einjähriges Praktikum im Scouting absolviert hat und in dem Rahmen bei der U20-WM dabei war.

Doch auch eine Trainer-Karriere will er absolut nicht ausschließen: „Sag niemals nie. Dinge zu verstehen, die Trainer vorgeben, weil ich immer über deren Sinn nachdenke, macht mir ebenfalls Spaß“, so der Kicker, der das beste Beispiel vor Augen hat, denn Kohfeldt selbst ist noch ein sehr junger Trainer und hat es eher überraschend so schnell in die Bundesliga geschafft: „Der Trend in der Bundesliga zeigt zumindest, dass es möglich ist und klar ist das auch für mich ein Weg, um zu gucken, wo die Reise hingehen kann“, so Groß weiter. Zunächst einmal hat er aber mindestens noch bis zum Ende der nächsten Saison einen Vertrag an der Weser. „Ich bin jetzt 32 und ich weiß, dass es nicht mehr acht Jahre so weiterlaufen wird“, so Groß, der sein Alter aber nicht als Nachteil interpretiert: „Ich gehe die Spiele mittlerweile anders an als nach dem Motto: Ich habe heute was zu verlieren oder zu gewinnen. Daraus entsteht eine gewisse Gelassenheit. Ich will noch so viele Spiele in der Bundesliga machen wie möglich.“

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