0

Hertha: Trendwende gegen Wolfsburg?

Beim Hinspiel gegen den VfL Wolfsburg konnten die Berliner mit dem 1:1 eine der besten Leistungen der gesamten Saison zeigen, was bei der aktuellen Tabellensituation allerdings auch nicht besonders schwer zu sein scheint. Die Hertha steht kurz vor der Abstiegsregion und damit auch unter großem Druck vor dem Rematch gegen den VfL. Trainer Pal Dardai bleibt derweil gewohnt optimistisch und schwärmt von einem Leistungsträger, den er bei seiner ersten Amtszeit schon gerne in den eigenen Reihen gehabt hätte.

2017 bekundete Dardai schon sein Interesse an einer Verpflichtung des damals bei Mainz 05 spielenden Jhon Cordoba. „Ich habe mit ihm im Olympiastadion gesessen“, so der Coach, der vor einem Monat seine zweite Amtszeit als Trainer in Berlin begonnen hat: „Jhon war mein Wunschspieler. Ich wollte ihn zu uns locken, aber damals hatten wir nicht so viel Geld.“ Damals ging der Kolumbianer für rund 17 Millionen Euro von Mainz nach Köln, bevor es dann im September 2020 doch mit einem Wechsel in die Hauptstadt klappte. Seit Dardais nächstem Versuch spielte Cordoba aber keine Rolle, da er noch mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel zu kämpfen hat.

Jetzt kommt der Stürmer zurück und will mit seinen Toren helfen, die Berliner aus der Krise zu schießen. Die Aufgabe könnte gegen Wolfsburg aber kaum schwerer sein, denn neben den Frankfurtern sind die Niedersachsen das Team der Stunde und wandern fast unbemerkt in Richtung Champions League. „Bestimmt kommt seine Zeit auf dem Platz – ob von Anfang an oder von der Bank werden wir noch bewerten“, so Dardabei über Cordoba: „Ich muss sehen, wie sein körperlicher Zustand ist. Wir reden über zwei Jhon Cordobas: einen, der topfit ist – und einen, der gerade aus der Reha kommt. Wir können ihm jetzt helfen, mit ihm gut arbeiten, ihn einführen. Wenn Jhon topfit ist, macht er den Unterschied. Er kann Bälle halten, ist torgefährlich, hat eine positive Ausstrahlung. Er ist ein Krieger. Er will immer gewinnen und tut 90 Minuten alles für seine Mannschaft: defensiv und offensiv.“

In seinen bisher 12 Spielen traf Cordoba immerhin fünfmal und gleichzeitig hilft er der Mannschaft immer mit seinem ständigen Anlaufen der gegnerischen Abwehr. Sein Fehlen wurde schmerzhaft bemerkt, denn in den letzten acht Spielen gab es lediglich drei Tore für Berlin. „Wir werden Zielwasser trinken, was nicht als Doping zählt. Ich werde mit dem Doktor reden, er soll die Mischung machen“, so Dardai gewohnt lässig: „Natürlich machen wir Torschusstraining und versuchen, die Jungs stark zu machen. Wir machen jeden Tag Spielformen, so dass es viele Abschlüsse gibt und oft klingelt. Das ist das, was man machen kann.“

Wolfsburg schwer zu knacken

Die Wolfsburger werden allerdings eine richtig dicke Nuss und das was auch Dardai sehr gut einzuschätzen. „Die sind gerade gut – aber wir steigern uns. Wir hatten auch gegen Top-Mannschaften wie Bayern und Leipzig gute Momente und klare Torchancen. Deswegen sind wir sehr positiv und gehen nicht mit Angst dahin“, so der Coach. Das Hinspiel war mit einem 1:1 erfolgreich für die Hertha, allerdings war das lange vor dem aktuellen Lauf, den die Hessen hinlegen. „In Wolfsburg wurde in den letzten Jahren sehr viel Ruhe bewahrt und sehr gut gearbeitet“, so Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich, der als aktiver Profi auch bei den Wolfsburgern aktiv war: „Die Mannschaft spielt zu einem Großteil schon sehr lange zusammen. Man sieht eine klare Handschrift, viel Intensität und klare Abläufe, die Mannschaft ist unglaublich kompakt.“

Immerhin meint es die Statistik gut mit der alten Dame, denn in den letzten sieben Spielen der beiden konnte die Heimmannschaft nie gewinnen. Die Berliner sind seit vier Spielen in Wolfsburg ungeschlagen und würden aktuell wohl auch einen Punktgewinn unterschreiben.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

Ähnliche Artikel

Antwort hinterlassen

Antwort eintragen
© Soccer-Fans.de. All rights reserved.