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Leverkusen: Erneute Blamage

Die Leverkusener hätten sich im ersten Spiel in der Zwischenrunde der Europa League wohl etwas mehr erhofft, doch am Ende wurde es immerhin „nur“ ein blaues Auge. Nachdem man gegen die Young Boys Bern zur Pause schon mit 0:3 hinten lag, stand am Ende nur ein 3:4 für die Schweizer auf der Anzeigetafel. Die Ausgangssituation für das Rückspiel könnte also deutlich schlechter sein. Vor allem Trainer Peter Bosz konnte nach der Partie aber nicht wirklich viel Positives erwähnen.

Nach dem schwachen Remis gegen den Tabellenvorletzten aus Mainz sprach Bosz von dem schlechtesten Spiel, das er von seiner Mannschaft seit dem Amtsantritt im Januar 2019 gesehen hat. Das es nun aber noch eine Steigerung gibt und das gerade einmal 5 Tage nach dem Mainz-Spiel, hätte er zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht gedacht. Vor allem die erste Halbzeit war von den Leverkusenern aber unter aller Sau. „Wir haben zwei Standards amateurhaft verteidigt. Und vor der Halbzeit noch ein Gegentor bekommen. Das darf nicht passieren“, so Bosz, nachdem man gleich zwei Treffer nach Ecken hinnehmen musste: „Wir haben heute gezeigt, dass es möglich ist, noch schlechter zu spielen.“

Die Werkself startete mit Amiri, Kerem Demirbay und Florian Wirtz im Mittelfeld sehr offensiv in die Partie, was aber nur zur Folge hatte, dass jeder Ballverlust sehr gefährlich wurde. Die beiden Innenverteidiger Tah und Aleksandar Dragovic gehören nicht zu den schnellsten Spielern, mussten aber immer wieder in Eins-gegen-eins-Situationen antreten und wirkten über weite Teile der Partie überfordert mit dem Gegner aus der Schweiz. Nach der Partie wollte Bosz aber keine Einzelspieler hart in die Kritik nehmen. „Die erste Hälfte kann ich nicht erklären. Es muss sein, dass ich die Mannschaft schlecht vorbereitet habe. Das ist meine Verantwortung“, so der Coach, „wahrscheinlich habe ich einen Fehler gemacht. Und die Mannschaft nicht erreicht. Sonst können wir nicht so schlecht anfangen.“

Gut möglich, dass die insgesamt 7 Veränderungen in der Startelf die Abläufe etwas durcheinander gebracht haben, doch auch das wollte der Trainer nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir haben auf den Positionen gewechselt. Dass dann so eine Leistung auf den Platz kommt, hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun“, so der 57-Jährige, „wir mussten in der Halbzeit umstellen, um wieder Zugriff zu bekommen. Den haben wir bekommen.“ Der entscheidende Wechsel war die Hereinnahme von Edmond Tapsoba und den damit verbundenen Systemwechsel auf ein 3-4-3. Schon kurz nach der Pause konnte Schick mit zwei Treffern die Werkself wieder ranbringen und dann war es Joker Moussa Diaby, der den Ausgleich markierte. Letztendlich behielt aber doch Bern mit einem Last-Minute-Treffer die Überhand.

Bayer war lange Zeit die Mannschaft der Saison neben den Bayern, doch die Konstanz ging in letzter Zeit verloren. „Die erste halbe Stunde war nicht schön. Da wäre man gerne kein Trainer von Bayer 04 gewesen“, so die harten Worte von Bosz, der im Moment mit vielen kleinen Baustellen zu kämpfen hat: „Natürlich macht mir das Sorgen. Man kann auf diese Weise keine Spiele gewinnen. Ich versuche immer Zugriff zu haben über Ballbesitz. Aber wenn man so verteidigt, wenn man so die Bälle verliert, wenn man so ein Positionsspiel spielt, dann bekommt man nie Zugriff.“ Bleibt abzuwarten wie es nun weitergehen wird, denn am Wochenende kommt alles andere außer ein überzeugender Sieg in der Liga gegen Augsburg nicht in Frage.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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