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Hertha: Dardai soll es richten

Wenn man damals an einen typischen Mannschaftsspieler gedacht hat, kam man um diesen Namen nicht herum. Auch als Trainer hat er es immer wieder geschafft, eine niedergeschlagene Mannschaft neu zu motivieren. Die Rede ist dabei von Pal Dardai, der bei der Hertha aus Berlin die Nachfolge von Bruno Labbadia antreten und dabei wieder an alter Stelle loslegen wird. Der Klassenerhalt ist das Ziel, die Aufgabe aber alles andere als einfach.

„Ich habe es schon 100-mal gesagt“, so Pal Dardai zu oft im Frühling 2019: „Wenn ich die Weiterentwicklung hier blockiere, muss man es mir sagen.“ Nur wenige Tage nach der Aussage wurde er von Manager Michael Preetz vor die Tür gesetzt. Knapp 2 Jahre später haben die Berliner rund 150 Millionen Euro in die Hand genommen, um zu einem tollen Großstadtklub zu werden, der im internationalen Geschäft vertreten ist, allerdings war es am Ende wohl Preetz selbst, der die falschen Visionen hatte, denn das ganze Geld hat nicht gefruchtet und die Berliner befinden sich mitten im Abstiegskampf.

Nach der Entlassung von Labbadia und auch Preetz schließt sich nun der Kreis, denn gestern wurde bekannt gegeben, dass Dardai wieder übernehmen wird. Seit dessen Abgang sind auf dem Trainerstuhl Ante Covic, Jürgen Klinsmann, Alexander Nouri und Bruno Labbadia gescheitert. Dardai steht für sicheren Fußball, was vielen in der Hauptstadt nicht mehr spannend genug war, allerdings hatte er Erfolg damit und brachte in seinen Amtszeiten die Berliner nie auf einen schlechteren Platz, als den 11. In der Tabelle, sodass man zumindest nie etwas mit dem Abstieg zu tun hatte. Zum Ende hin hat man damals aber gemerkt, dass die Beziehung zwischen Dardai und Preetz nicht mehr harmonisch genug war.

Nun ist er zurück und kann ohne Preetz seine Vorstellungen durchsetzen. Dass er einen Vertrag bis 2022 bekommen hat, zeigt auch, dass er im Verein noch einige Freunde hat. Unter anderem hätte er im Herbst 2019 auch bei den Kölnern anfangen können. Herthas CEO Carsten Schmidt und Sportdirektor Arne Friedrich wussten also, als sie am Sonntag zu Dardai nach Hause zum Verhandeln gingen, dass sie mit nicht weniger als einem Vertrag unter 1,5 Jahren anrücken hätten können. Der Trainer weiß genau, was er wert ist und was er der Hertha bringen kann. Die größte Aufgabe wird es sein, aus dem großen Haufen an Einzelkönnern, die durch die Millionen des Investors eingekauft wurden, zu einem Team zu formen. In vielen Spielen entscheidet am Ende der Charakter und Zusammenhalt der Truppe, ob ein Sieg oder eine Niederlage dabei herausspringt. Wenn man sich die wilde Truppe aus Freiburg betrachtet, kann diese Theorie nur bestätigt werden.

Doch können die Berliner eigentlich Abstiegskampf? Fakt ist, dass die kommenden Gegner mit Frankfurt, Bayern, Stuttgart, Leipzig und Wolfsburg alle ins internationale Geschäft wollen und in der Hinrunde holte die Hertha hier insgesamt einen Punkt. Die Berliner setzen in der Vereinsführung nun auf die Hertha-DANN, denn mit Dardai, seinem Co-Trainer „Zecke“ Neuendorf und dazu Sportdirektor Arne Friedrich stehen immerhin genau 666 Bundesliga-Einsätze für den Klub an der Seitenlinie.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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