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Köln: Abstieg oder Umschwung

Bei den Kölnern weht langsam ein ganz anderer Wind. Natürlich richtet sich die Kritik in solchen Phasen immer zuerst in Richtung Trainer. Markus Gisdol ist diese Situation nicht ganz unbekannt, allerdings bleibt er mit seiner Erfahrung auch entsprechend ruhig. Lange kann es beim FC aber nicht mehr so weitergehen.

Die Kölner bringen ihre PS einfach nicht auf den Rasen. Die Leistungen waren zuletzt nicht komplett schlecht, doch am Sonntag wurde dann schon wieder ein neuer Tiefpunkt erreicht. Gegen Union Berlin haben die Geißböcke in der Offensive so gut wie nichts zustande gebracht. Keine Ideen, keine eigene Initiative – der FC reagierte nur auf die Aktionen von Union und war damit nicht erfolgreich. In Sachen Geschwindigkeit hatten die Kölner nur Ismail Jakobs auf dem Platz, der mit seinen Qualitäten für Speed steht. Hinzu kam noch, dass die Defensive nie über 90 Minuten die Leistung abrufen kann, die man in der Bundesliga benötigt, um dreifach zu punkten.

Die Lage der Kölner bestätigte sich durch das Missverständnis zwischen Rafael Czichos und Marius Wolf vor dem 1:0 für Union Berlin. „Wir bekommen den Spagat nicht hin zwischen Fehlerminimierung und Lösungen im Offensivspiel“, so Geschäftsführer Horst Heldt, der aber weiter hinter seinem Trainer steht, denn er zögerte bei der Trainerfrage keine Sekunde am aktuellen Übungsleiter: „Es bleibt dabei. Er ist in der Verantwortung wie die Spieler.“ Natürlich hat auch Gisdol seinen Anteil, denn er leitet die Trainingseinheiten und stellt die Mannschaft sowohl ein, als auch auf. „Es bringt überhaupt nichts, die Situation auf Einzelne herunter zu brechen. Jeder muss seiner Verantwortung gerecht werden. Am Ende können es immer nur die Spieler richten. Wir müssen sie begleiten, ihnen das Handwerkszeug mitgeben. Die Spieler müssen es umsetzen und wir müssen filtern, wer dazu in der Lage ist“, so Heldt.

Alle Verantwortlichen wollen nun zusammen auf die Suche nach stresserprobten Spielern gehen, die dann im Zweifel schon im Winter eine Soforthilfe sein können. „Wir suchen Leute Leute, die bereit sind, konsequenter zu handeln. Das wird die Aufgabe für diese Woche sein. Die krassen individuellen Fehler, die wir produzieren, kommen aber nicht immer von denselben Spielern. Das würde es einfacher machen. Deswegen müssen wir jetzt noch intensiver filtern, wer in der schwierigen Situation in der Lage ist, mit dem Druck umzugehen, konstante Leistungen zu bringen und keine groben Fehler zu produzieren“, so Heldt weiter. Das wird ein schweres Unterfangen, denn die Kölner spielen derzeit nicht nur um den Abstieg, sondern spielen schon wie ein Absteiger. „Wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen“, so Heldt, „das wäre der größte Fehler.“

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